Swanenburg, Willem van, auch Swaaneburg, Maler, ist mehr als Dichter bekannt, besonders durch sein Werk: Parnas of de Zanggodinnen van ecen Schilder, Amsterd. 1724. Seine Lebensver- hältnisse sind unbekannt, aus seinen Dichtungen geht aber her- vor, dass er ein wissenschaftlich gebildeter Mann, und Hofmeister des Baron van Laar, Herrn von den Ligtenberg war. Amsterdam scheint sein Geburts- und Wohnort gewesen zu seyn, er dürfte
aber hier als Maler kein Glück‘ gemacht haben.. In einem seiner Gedichte beschreibt er zwei Landschaften mit mythologischen Fi- guren, und am Schlusse fügt er bei; Het loon der Kunst is meest klein geld en groot verdriet. Nach einem der nachgelassenen Gedichte von Sybrand Fei- tama scheint Swanenburg gestorben zu seyn. Swanevelt, Herman van, auch Swaneuelt und Suanevelt geschrie- ben, Landschaftsmaler und Radirer, wurde 1620 zu Woerden ge- boren, und äusserte schon als Kind grosse Vorliebe zur Zeichen- kunst. R. van Eynden (Geschiedenis der vnl. Schilderkunst I. 139) versichert, dass die Familie Swanevelt von ihm noch ein Buch mit Zeichnungen aus jener Zeit besitze. Mit den Anfangsgründen der Malerei soll ihn G. Dow bekannt gemacht haben, in dessen Weise er vor seiner Abreise nach Italien noch einige Bilder malte, die aber verschollen seyn müssen, da nirgend ein Werk dieser Art angegeben wird. Swanevelt kam also schon als ausübender Künstler nach Rom , wo er sich anfangs mit allem Fleisse im Fi- gurenzeichnen übte, bis er endlich mit Claude Lorrain bekannt wurde, dem er fortan nacheiferte, und wie behauptet wird, nicht ohne Neid dieses Meisters, welcher aber das freundschaftliche Ver- hältniss beider Künstler nicht störte. Swanevelt malte jetzt Land- schaften, wie jener, und wenn er hierin demselben gerade nicht gleichkam, so haben wenigstens seine Staffagen höheres Interesse, da er Figuren und Thiere besser zeichnete, C. Lorrain hingegen nur in der Landschaft excellirte und seine Staffage als Darle gabe betrachtet wissen wollte. In seinen Bildern herrscht ebenfalls das Element des Lothringer, welcher die grossartigen Poussin'schen Formen mit dem Glanz der Lüfte verschmolz. Wie Claude, so strebte auch Swanevelt auf eine ideale Wirkung hin, suchte aber diese durch erkünstelte Mittel zu erreichen. Letztere sind von jenen seines Meisters verschieden, geben sich auf ganz andere Weise kund. Swanevelt erreichte dadurch das warme Leben, die Frische und Weichheit eines C. Lorrain nicht, obgleich auch mehrere sei- ner Werke von Seite des Colorits und in charakteristischer Durch- bildung der Naturformen nichts zu wünschen übrig lassen. In glänzender Behandlung der Luft, im Zauber des ätherischen Lichtes steht aber Claude Gellée über ihm. Einige seiner Bilder ha- ben einen etwas kaltgrünen Ton, oder sie sind in Nebel ge- hüllt, besonders bei sinkender Sonne. Die wenigsten seiner Werke haben eine Ausdehnung von drei bis vier Schuh. Eines seiner grössten ist in Lutonhouse, Jenes in Dresden gehört eben- falls zu den grösseren. Swanevelt machte in Rom die eifrigsten Studien. Er zog ganz allein in der Umgebung der Stadt herum, betrachtete die Schön- heiten der Natur, oder studirte die Denkmäler der alten Kunst. Diese einsamen Spaziergänge erwarben ihm den Beinamen des Ein- siedlers, und auch in vielen seiner Werke athmet der Geist stil- ler Einsamkeit. Er blieb sein Lebtag in Rom, so dass er bei vielen unter dem Namen des »Ermano d'Italia« bekannt war. Von Rom aus verbreiteten sich seine Gemälde und Radirungen; die er- steren sind aber selten, obgleich der Künstler ein Alter von 70 Jahren erreichte. Er starb 1667 in Rom. Im Musee royal zu Paris sind vier Gemälde von diesem Meister. Das eine stellt bei untergehender Sonne eine weit aus- gedehnte Gegend in grünlichem Hauptton dar. Der Hirt weidet die Heerde und im Vorgrunde ist ein Mann und ein Weib mit
Stiche nach Werken dieses Meisters.
Hagar, directed by the Angel to the well, gest. von J. Pye, r. qu. fol.
Im Cabinet Spengler zu Copenhagen war bis 1830 von diesem Gegenstande eine zart vollendete Zeichnung in Tusch.
Die Landschaft mit der grossen Ruine und Eliesar mit Re- becca, radirt von G. Primavesi, gr. fol.
Morning. Landschaft mit Sonnenaufgang, gest. von Woollet und Pouney 1787, gr. fol.
Evening. Landschaft mit Sonnenuntergang, gest. von Woollet und Smith, gr. qu. fol.
Landschaft mit Schafheerde und Figuren, nach dem Bilde im Musée francais, gest. von M. Eichler, fol.
Le petit lac, Landschaft mit See, Figuren und Gebäuden, Ba- san exc. qu. fol.
Les beaux Environs, gest. von C. A. Richter, qu. roy. fol.
Reiche Landschaft mit dem Raub des Adonis, gest. von J. Volpato, qu. imp. fol.
Zwei Landschaften mit Figuren und Thieren. Herman Van- svelt pinx. a Paris chez François. Nach den Bildern aus dem Ca- binet Ferrand Fermier, gr. qu. fol.
Grosse Landschaft mit Viehheerde, gest. von Duparc, für das Musée Napoleon.
Ein Mönch rettet durch ein Wunder einen vom Baume ge- troffenen Mann, radirt von H. Mauperche, 4.