Somer, Jan van, auch J. v. Someren, Vansomeren, und wohl irrig V. Sommer genannt, Maler und Kupferstecher , wurde gegen 1645 in Amsterdam geboren, und arbeitete auch in dieser Stadt. Dies ist fast alles, was man von diesem Meister weiss, und eine Anzahl von Blättern sprechen von seiner Tüchtigkeit. Allein auch das Verzeichniss derselben ist nicht genau herzustellen, da auch Paul van Somer in gleicher Manier gearbeitet, und so wie unser Künstler öfters den Taufnamen oder die Initialen desselben weg-
ließ. Auf solchen Blättern steht dann nur v. Somer fec. Die besseren Arbeiten gehören dem Jan van Somer an.
Wir haben von diesen Meistern eine bedeutende Anzahl von Blättern in Schabmanier, die im Ganzen nur zu den mittelmäßigen Arbeiten dieser Art gehören, wovon aber die besseren immerhin in einem Werthe von 2 — 3 Thl. stehen, da sie in die Zeit der Erfindung dieser Kunst hinaufreichen, und in guten Abdrücken meistens zu den Seltenheiten gehören. Einige dieser Blätter sind aber auch als schön zu bezeichnen, und zeigen bereits einen hohen Grad von technischer Vollkommenheit.
Dann finden sich auch einige Radirungen von seiner Hand,
Von den Bildnissen, die nach einem van Somer gestochen und ge-
schabt sind, rühren sicher die meisten von Jan van Somer her,
der aber wieder von einem gleichnamigen jüngeren Künstler zu
unterscheiden ist. Der ältere lebte in England , und hatte als Bild- nissmaler Ruf. Doch auch Jan malte Bildnisse.
Jan van Somer arbeitete in Amsterdam , und hatte da mit Jacob van Meurs eine Kunsthandlung. In ihrem Verlage erschienen auch mehrere Blätter von fremden Künstlern. Im Jahre 1676 verlegten sie die Reisen Schulzen's und 1678 diejenigen von J. J. Strauss, beide mit Kupfern von verschiedenen Meistern. Das Todesjahr unsers Künstlers ist unbekannt.
Das Verzeichniss der Blätter ist wahrscheinlich nicht vollstän- dig, und es bedarf noch genauerer Angaben, doch genügt es mehr als bei Delaborde, Füssly, Rost u. a. Blätter in schwarzer Manier.
- Carolus D. G. Comes Palatinus ad Rhenum Dux Bavariae etc. J. van Somer ad vivum faciebat 1670 et exc., ST.
3): Maria Theresia, D, G. Franciae Regina, J. van Somer fecit Amsterdam. Brustbild im Oval, gr. fol.
Diese beiden Blätter gehören zu den Hauptwerken des Meisters,
- Das Bildniss des Dauphin von Frankreich, fol.
Dieses Blatt nennt Graf De Laborde in der Hist. de la gravure en maniere ohne nähere Bezeichnung. . i
Carolus XI. D. G. Rex Sueviae. Brustbild im Oval. Van Somer F. Unten links das Zeichen, rechts die Jahrzahl 1676.
Michel Adriantsz de Ruyter, Chevalier Admiral general de 'Armee nauale des Provinces Unies etc. Fast Kniestück, mit Commandostab und Wappen. Charle de Jardin pinx,. Johann van Somer 'fec. 1671. Hauptblatt des Meisters, ge- nannt der grosse de Ruyter. H. 18 Z. 9 L., Br. 14 Z. Bei Weigel 4 Thl.
M. A. de Ruyter, Chevalier Admiral de Provinces Unies, Brustbild nach rechts, genannt der kleine de Ruyter. J. v. Somer fecit. Mit Wappen, Oval. H. 13 Z., Br. 9 Z. Eines der Hauptblätter. Bei Weigel 3 Thl. _
(Daniel Sachse). Männliches Portrait mit Pelzmantel 'und Pelzschulterzeug. Van Somer Fec. 1671. Oval. H. 8 Z. 9 L., Br. Z. 5 L. ;
Antonius Cregutus D. et Prof. S. S. Theologiae et Past.
. eccles. Gallicanae Heidelberg. Van Somer pinx, et fec., fol. 10) Ein Kopf im Profil nach rechts, mit Bart und gelockten Haaren. Rechts oben in der Ecke steht weiss auf schwarzem Grunde das Monogramm. Eine der frühesten, unvollkomme- nen Arbeiten des Meisters. H. und Br. 4 Z. 11) Weiblicher Kopf. Mit dem Zeichen, H.4 Z. 7 L., Br. Z
Männlicher Kopf mit Halstuch, Oben links das Zeichen, H, 4 Z. 7} L., Br. 4 Z. 6 L,
Bildniss eines jungen Mannes nach links, mit langem Haar, Halstuch und Mantel. Ohne Namen, aber eine gute frühere Arbeit des Meisters. H. 10 Z. 4 L., Br. 8 Z.
Portrait eines Mannes, fast en face, die Hand auf einen antiken Kopf gelegt. Nach A. v. Dyck. .J..van Somer,
gr. fol.
Abraham, der die drei Engel bewirthet. P. Lastman pinx — Jan van Someren fecit. Joan Wils excudit, qu. fol. ;
Susanna im Bette. Oben in der Ecke das Monogramm und unten die Jahrzahl 1676. H. 11 Z. 2 L., Br. 9 Z. Dies ist eines der schönsten Blätter des Meisters.
Susanna und die beiden Alten. P. P. Rubens pinx. J. V.
— S. fecit. — E Cooper ex. H. 8 Z. 4 L., Br. 7 Z.
Dies ist eines der schönsten und geistreichsten Blätter des Meisters. Die Arbeit ist sehr zart,
Der Engel zeigt der Hagar die Quelle, J. van Somer fe. 1676, qu. ' fol. ' .
Eine Pietà. Der tode Christus im Schoosse Jder Maria und zwei Engel, nach H. Carracci. Mit dem Zeichen des Ste- chers, kl. qu. fol. ' i
Ein Gelehrter in seinem Zimmer mit einem grossen Buche in den Händen. J. van Somer f. 1676, fol.
Das Concert. Ein Herr spielt die Violine, eine Dame singt, und eine zweite im Alt und Eide begleitet den Gesang mit der Guitarre. Auf einem Schilde steht: J. van Somer, und un- ten: de Wit excud.
Concert von zwei Damen und einem Herrn. J. van Somer. Ein Hauptblatt in Vaillant's Manier, und so schön wie von diesem. H. 12 Z. 2 L., Br. 10 Z.
Weigel werthet dieses Blatt auf 3 Thl. 8 gr.
- Ein anderes Concert. Zwei Damen singen und ein Mann hört zu. Am Teppich des Tisches steht: J. van Somer, und unten: F. de Wit excud., fol.
Eine solche Darstellung erwähnt Graf Delaborde in seiner Hist. de la maniere noire, erkennt aber nur eine ganz mit- telmässige Arbeit. Dieses Blatt muss daher von dem obigen zu unterscheiden seyn.
Ein singendes Paar, ein Citherspieler und ein Geiger. J. van Somer fecit, kl. qu. fol.
Ein Bauer mit der Zither und ein junges Weib mit der Pfeife. D. Teniers pinx. van Somer fec. F. de Wit Exe. H. 10 Z. 5 L., Br. 9 Z. 7 L.
Ein Flötenspieler neben einem Manne, der, an den Tisch gelehnt, die Guitarre spielt. Auf dem Tische steht Trug und Glas, und in der Thüre hört die Alte zu. Nach D. Teniers sen. Van Somer fec. fol.
Der Trinker, welcher einer betrunkenen Frau mit dem Glase zuspricht, nach Ostade, und gegenseitige Copie einer Gruppe des Blattes von C. Visscher, Hequet Nr. 25. Oben links steht: Adrian v. Ostade pinx., unten im Grunde: J. V. S. somer (f.), kaum lesbar fecit, kl. fol.
Ein Mann im Neglige mit der Pfeife sitzend, wie ihm die Frau den Krug reicht, mit dem Zeichen, fol.
Gruppe von vier Figuren. Links sitzt ein junger Soldat
im Harnisch mit Pickelhäube am Tische beim Weine, und gegenüber ein Mann mit verbundenem Kopfe. Neben ihm sitzt ein Knabe, und hinter diesem bringt eine Frau Spei- sen. Im Grunde sieht man einen Sarkophag mit Monu- ment. Nach K. du Jardin. Johannes van Somer fec. F. de Wit excud. Ein schönes und seltenes Blatt, qu. fol.
Eine junge am Putztische sitzende Frau, welcher ein Mann einen Brief überreicht, nach G. Terburgh. J. V. S. fol.
Lautenspieler. A. v. Ostade pinx. van Somer f. H. 8 Z.
10 L., Br. 6 Z. 3 L.,
Schlafende Bauern. A. Brouwer pinx. J. van Somer fecit, fol.
Bauern im Wirthshause. Ostade pinx. van Somer fec. H. 10 Z. 2 L., Br. 12 Z. 10 L.
Vier Spieler am Tische, auf welchem das Triktrakbrett, eine Violine u. s. w. liegt. Van Somer fecit 1671 et excudit Amst.
H. 16 Z. 3 L., Br. 11 Z. 3 L. Dieses Blatt ist in der Weise von Vaillant behandelt.
Eine sitzende Dame mit dem Schoosshund, in Vaillant's Ma- nier. Van Somer fecit. H. 14 Z. 6 L., Br. 9 Z. 9 L.
Zwei Tabagien. Jean Lys pinxit. J. van Somer fecit 1670. Diese Blätter erwähnt Graf Delaborde ohne nähere Be- zeichnung des Inhaltes. Sie sind in der Behandlung nur mittelmässig, und des alten Datums wegen interessant.
Ein sitzendes Weib mit drei Kindern Äpfel schälend. Van Somer fecit 1676. H. 9 Z. 9 L., Br. 8 Z.
Eine galante Darstellung, Eine Compagnie Soldaten beim Trunke, wie sie mit Mädchen sich unterhalten und scherzen, die unter dem Namen des Bordells bekannte Darstellung, welche J. Lys gemalt hat, Das Bild war im Cabinet Reynst, für welches es J. van Somer 1670 auf zwei Blättern geschabt hat, gr. qu. fol,
Radirte Blätter.
40 — 45) Eine Folge von sechs kleinen Blättern mit den Jahr- zahlen 1675 und 1676, im Cabinet Paignon Dijonval diesem Meister beigelegt, aber nicht genau beschrieben. *
Die Engel führen Loth und seine Familie aus Sodoma,
Abraham von den drei Engeln besucht.
Hagar in der Wüste vom Engel getröstet.
Jakob ringt mit dem Engel.
Der Engel befiehlt dem Tobias den Fisch aus dem Was- ser zu ziehen,
Der Engel erweckt den Elias, um Nahrung zu sich zu nehmen.
Der Mann, welcher eine Pfeife stopft, während die junge Frau zur Seite zu trinken reicht. Nach Terburg malerisch geätzt. Selten, *
- Drei männliche und ein weibliches Brustbild, nach Rost's
Angabe malerisch radirt.