SOISBI'J18, Musaicist

SOISBI'J18, Musaicist, war zu Anfang des 13. Jahrhunderts in Spo- leto thätig, und hinterliess ein Werk, welches in seiner colossalen Ausdehnung auch ein Beleg für die Entwicklung der italienischen Malerei aus dem Schoosse der byzantinischen Kunst ist. Solsernus stellte die Figuren des Heilandes, der Maria und des Johannes dar, und es wurde am unteren Rande folgende (ächte) Inschrift angebracht: ]

Solsernus vollendete also sein Werk 1207, und dieses erwarh ihm das Lob des berühmtesten Mosaikarbeiters seiner Zeit; Im Kunstblatte 1821 Nr. 8. ist eine Abhandlung über dieses Bild, und derselben eine 'kleine Abbildung beigegeben. ®

56 Soltau, Hermann Wilhelm, Maler, geb. zu Hamburg 1791, er- hielt daselbst seine künstlerische Vorbildung, und begab sich 1812 nach München, um an der Akademie seine höhern Studien zu be- ginnen. Er widmete sich der Genremalerei , und lieferte schon bei seinem ersten Auftreten eine tüchtige Arbeit. Dieses Bild stellt das Allerseelenfest in München vor, in einer glücklich gewählten > Composition. Hierauf malte er ein Paar schöne architektonische Ansichten, und 1833 fand sein Bild der Flussfahrt auf der Isar bei München Beifall. Dann begab sich der Künstler nach Paris , wo er ebenfalls mehrere Genrebilder ausführte. Auch die bei Gelegen- heit des grossen Brandes von dem Magistrate Hamburgs dem Kö- nige von Sachsen übersendete Danktafel mit sinnreich gewählten allegorischen Darstellungen ist von ihm. Die Adresse befindet sich auf einer marmorvornehmenden Tafel, welche zwischen den Aesten eines grünenden Eichstammes aufgehängt ist. Über der Tafel sind von zwei Engeln gehalten die Wappen Sachsens und Bayerns, am Fusse ist das Wappen der Stadt Dresden angebracht, und an den Seiten sind die vier sächsischen Landtheile durch Attribute und Embleme bezeichnet. Ein zweites Dankbild ging an den König von Frankreich. Es stellt ein Frontispiz vor, in welchem die Renaissance-Prunk- und Rococostyl in der für Frankreich eigen- thümlichen Weise vereinigt sind. An der Basis sind Personifika- tionen von französischen Städten. Das Kind an der Hand der Stadt Paris, mit den Buchstaben L. P. im Schilde, versinnlicht die Juliusdynastie. Ocean und Rhein, als Gränzen des Landes, füllen die Nischen des mittleren Theiles. Im oberen Theil legen Minerva, Pax und die Tugenden ihre Opfergaben auf dem Altare der Dankbarkeit nieder. Soltau übernahm auch die malerische Ausschmückung der für Russland und Dänemark bestimmten Dank- sagungsschreiben, und bewies in allen diesen dekorativen Arbeiten ein reiches poetisches Talent. Für den König Ludwig von Bayern copirte er 1843 nach den auf der k. Bibliothek zu Paris befind- lichen Miniaturen 61 Bildnissfiguren von bayerischen und fremden Fürsten, mit Norix beginnend und mit Herzog Sigmund, dem Erbauer der Frauenkirche in München, endend. Die Originale sind in einem Bande vereiniget, der, wie wir vermuthen, von München dahin kam. Wir wissen nämlich aus den Akten des k. Reichs- archiv Conservatoriums, dass der Hofminiaturmaler J. N. Wella- gitsch um 1740 ein altes Buch mit Bildnissen bayerischer Fürsten besass, welches er dem Hofe zum Kaufe anbot. Dieser kam in- dessen nicht zu Stande und das Werk ging in andere Hände über. Die Copien wurden der Bildnisssammlung bayerischer Fürsten einverleibt.