Zuccaro oder Zucchero, Taddeo

Zuccaro oder Zucchero, Taddeo, Maler, wurde 1529 zu S.

Agnolo in Vado bei Urbino geboren, wo sein Vater Ottaviano ein gewöhnlicher Künstler war, welcher ihm den ersten dürftigen Unter- richt ertheilte. Hierauf stand er einige Zeit unter Leitung des Jacopo da Faenza, und auch Felice Ricci und Pompejo da Fano

werden als seine Meister genannt. Gewiss ist, dass der Künstler

als armer Knabe von vierzehn Jahren nach Rom kam, wo er mit anhaltendem Fleiß nach guten Gemälden zeichnete und copirte, dafür aber nicht so viel erwarb, um die Mieth für ein Dach- stübchen bezahlen zu können. Er musste in den Vorhallen der Kirchen schlafen, bis ihn endlich eine Krankheit zur Rückkehr nach S. Agnolo zwang. Nach hergestellter Gesundheit begab er sich wieder nach Rom , wo ihn jetzt Daniel Porzio zum Gehülfen annahm. Nach einiger Zeit (1547) erhielt er den Auftrag, die Fassade des Palazzo Mattei mit historischen Darstellungen grau in Grau zu verzieren, welche allgemeinen Beifall erhielten, so dass von jetzt an der Ruf des Künstlers sich verbreitete. In Rom fin-

den sich viele grosse Frescobilder von ihm, worunter Lanzi jene in St. Maria della Consolazione besonders auszeichnet. Auch im

Vatican sind Gemälde von ihm. In der Sala de' Palatinieri sollte

er Rafael's Apostelfiguren wieder herstellen, allein die Beschädig- ung war bereits so gross, dass die meisten Gestalten neu gemalt werden mussten. Bei diesen Arbeiten half ihm auch Federigo Zue- caro, der Bruder des Künstlers, welchem er dann die Malereien im Casino di Pio IV. im grossen vatikanischen Garten überliess. Den grössten Ruf aber erwarben sich diese beiden Brüder durch die Darstellungen aus der Geschichte des Hauses Farnese im Far- nesischen Palaste zu Caprarola, wo sie mehrere Jahre thätig waren, Besonders berühmt wurde das Schlafzimmer, wo sie verschiedene Phantasiebilder, und zwar nach Angabe des Annibale Caro malten, Taddeo erlebte indessen die Vollendung des Werkes nicht. Fe- derigo Zuccaro setzte die Arbeit fort, und bediente sich dabei mehrerer Gehülfen. Was jedem der Zuccheri einzeln angehört ist

nicht zu bestimmen, die grösste Zahl der Bilder tragen aber das Gepräge Federigo's. Auch in Tivoli, zu Florenz, Venedig, Ur- bino u. s. w. sind Werke von Taddeo zu finden, meistens in

— Taddeo starb zu Rom 1566. Federigo liess ihn in St. Maria della Rotonda beisetzen, und die Stelle durch einen Stein bezeich- nen, mit der stolzen Grabschrift:

»Fredericus moerens posuit anno 1560 moribus, pictura Raphaeli Urbinate simillimo.«

— Ein Rafael war Taddeo Zuccaro durchaus nicht, sicher aber steht er über seinem Bruder. Über die Richtung, welche die Zuc- cheri eingeschlagen hatten, haben wir bereits im Artikel des F. Zuccaro gehandelt, und wir bemerken daher nur, dass Taddeo weniger manieriert ist, als Federigo. Lanzi hat wohl recht, wenn er sagt, dass sich der Künstler einen eben nicht ausgezeichneten und genug überlegten, aber doch leichten, gemeinen Augen ver- ständlichen und für Jedermann gefälligen Styl gebildet habe. Seine Werke bestehen neben jenen der grossen Meister vor Taddeo nicht, am allerwenigsten neben jenen von Rafael, mit welchem ihn Fe- derigo auf dem Grabsteine ganz gleich setzt.

Taddeo's eigenhändiges Bildniss ist in der Tribüne der Gallerie in Florenz, und gestochen von Baron, fol. Auch Vasari fügte sei- nem Werke Taddeo's Bildniss bei, liess ihn aber nicht ohne Tadel durch, wesswegen Federigo denselben der Böswilligkeit und Miss- gunst bezüchtiget. Allein Vasari hat in kritischer Hinsicht fast im- mer ein gesundes Urtheil. Bei Bottari, Sandrart, d'Argensville etc. findet man ebenfalls das Bildniss des Taddeo Zuccaro, so wie er es häufig in seinen Gemälden anbrachte. Taddeo hatte keine rei- che Phantasie, und schob daher gerne irgend eine Figur ein, wel- che er schon zu wiederholten Malen angebracht hatte.

Stiche nach Gemälden und Zeichnungen.

Das Bildniss des Kanzlers de Huspital, J. B. Tilliard se., fol.

Die Darstellung der heil. Jungfrau im Tempel. Ch. Alberti fec. Im alten Drucke vor der Inschrift an der ersten Stufe des Tem- pels, fol.

l: Die Darstellung der heil. Jungfrau im Tempel. C. Cort fec. 15370. Ohne Namen des Malers, fol.

Dieselbe Darstellung von der Gegenseite, Maria rechts. Fr. Bern. Bergonci fec., fol. ;

Sadeler hat dieses Blatt copirt, gr. 8.

Dieselbe Darstellung. C. van Sichen exc., fol.

Die Geburt Christi mit den anbetenden Hirten. C. Cort sc. 4567. Im alten Drucke vor den Künstlernamen , fol.

Die Copie ist ohne Jahrzahl, fol.

Dieselbe Darstellung von der Gegenseite. Tadeus Zuccaro, NBS. F. (Natalis Bonifacio Sebenzanus fec.), fol.

Die Anbetung der Hirten, mit grösseren Figuren, J. Matham SC. , gr. fol. ;

Die Anbetung der Hirten. Ch. Alberti fec. 1575. Vor dem

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