Zuccalli, Heinrich

Zuccalli, Heinrich, auch Zugalli genannt, war Hofarchitekt des Churfürsten Max Emanuel von Bayern, welcher ihn aus Italien berief, um den Plan zum neuen Schlosse in Schleissheim zu ferti- gen. An jener Stelle hatte schon Maximilian I. von Heinrich

— Schön ein Jagdschloss mit Oekonomiegebäuden errichten lassen, allein die Schweden richteten grosse Zerstörungen an, so dass der churfürstliche Hof das Schloss ambeachtet liess. Den Plan zu dem jetzigen, im italienischen Style erbauten Schlosse fertigte Zuccali 1634, so wie jenen zum Schlosse in Lustheim. Die Bauten sind sehr ausgedehnt, und daher wurden die Gebäude erst 1700 von

— dem Hof Cammerath und Oberbaumeister Joseph Effner vollendet. Zuccali scheint 1604 gestorben oder nach Italien zurückgekehrt zu seyn, da von diesem Jahre an Effner als Oberarchitekt erscheint, welchem von einigen auch der Bau des Schlosses zugeschrieben wurde. Allein er leitete nur den Ausbau, und die innere Einrichtung desselben. Die Zeichnung zur grossen, noch nicht ganz vollendeten Treppe wurde dem Architekten Lespilier zugeschrieben, allein wir fanden den Plan in einem archivalischen Aktenstück von 1742 dem H. Zuccali vindicirt, so dass dieser als ursprünglicher Schöpfer des ganzen Planes zu diesem grossen Gebäude zu betrachten ist. Es impontirt durch seine Massen, trägt aber das Gepräge des Verfalls der Architektur, welcher seit L. Bernini im Sturmschritte zu- nahm. Das Vestibul und die Treppenanlagen sind aber wirklich grossartig.

Zuccali fertigte 1685 auch den Plan zur Theatinerkirche in Salzburg, so wie jenem zum Kloster, welches jetzt zum Militär- spital dient. Im Jahre 1686 wurde die St. Erhardskirche in Salz- burg nach Zuccali's Plan erbaut. Jer. Renner radirte nach seiner Zeichnung die innere Ansicht einer Kirche, wahrscheinlich einer der beiden genannten, fol.

Lipowsky sagt, dass Zuccali noch um 1732 in München gelebt habe. Diese Angabe ist irrig, so wie zum Theil auch dasjenige, was Füssly über seinen Zugalli sagt.

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