Zorg oder Zorgh, Sorg

Zorg oder Zorgh, Sorg, Hendrik Martensz., Maler, wurde zu Rotterdam geboren, wo sein Vater Martin Rockes Schiffer war, welcher wegen der Genauigkeit in seinem Geschäfte Zorg ge- nannt wurde. Dieser Beiname blieb auch dem Sohne, und wurde fortwährend von der Familie beibehalten. Hendrik Rocks war Schü- ler von D. Teniers und W. Buytenweg, und ein trefflicher Meister seiner Art. Er malte Stillleben , welche von der sorgfältigsten Voll- endung sind. Am liebsten führt er den Beschauer in die ländli- che Küche, wo allerlei Vorräthe, die Köchin, und hie und da auch noch ein Paar andere Figuren sich bemerklich machen. Dann schil- derte er auch Gemüse- und Fischmärkte, wobei sich zahlreiche Käufer einfinden. Aus einigen Bildern dieser Art scheint hervor- zugehen, dass der Künstler auch italienische Märkte gesehen habe. Auf anderen Gemälden spielen Bauern eine Rolle, theils in der Trinkstube, theils vor dem Hause. Die Conversationsstücke aus dem Leben der besseren Stände machen den geringsten Theil sei- ner Werke aus. Im Museum zu Paris sind zwei Kuchenstücke im Geschmacke Ostade's, welche aber nach Waagen trocken im Vor- trag, und von ziegelrothem Fleischtone sind. Auf ein Bild im Museum zu Berlin haben wir unten in der Note aufmerksam ge- macht. In der Gallerie zu Schleissheim sind rauchende Bauern, welchen in München der Eintritt in die Pinakothek versagt wurde. In der Dresdner Gallerie haust aber eine Fischhändlerin. Auch ist ein historisches Bild daselbst, den Herrn vorstellend, wie er den Arbeitern im Weinberge den Lohn reicht. In Salzdahlum war eine ähnliche Darstellung. In den holländischen Sammlungen waren ebenfalls viele Bilder von Zorg, wie in jener von Braam- camp, Fagel, Lormier, van Bremen, Verbruggen, Hogguer, Ka- mermans etc. Die Bauernküche aus Kamerman's Sammlung wurde mit 1150 fl. bezahlt, der Fischmarkt aus jener von Hogguer ging zu 505 fl. weg.

H. M. Zorgh übernahm nach dem Tode seines Vaters das Ge- schäft eines Marktschiffers, übte aber nebenbei die Kunst. Füßly u. A. kommen mit diesem Künstler nicht ins Reine. Starb 1682.

**) Nach der gewöhnlichen Annahme; allein im Museum zu Berlin ist ein Bild von 1631, so dass Zorg wohl früher geboren ist. Es stellt die Werkstatt des Künstlers dar, wel- cher als Knabe von 10 Jahren noch keiner bedurfte.

Der Admiral Witte Cornelisz, de With, H. Sorgh pinx. A. Blotelingh sc., gr. fol.

Dieses Bildniss hat auch J. Houbtacken gestochen.

Simon Episcopius, Arminianischer Theolog. Th. Matham sc., fol.

Dieses Bildniss hat P. van Gunst copirt. Auch H. Bary hat es gestochen.

Ein armer Maler in seiner Werkstatt, unten lateinische und deutsche Verse. G. Wallc sc. P. Fürst exc., fol.

Drei trinkende Bauern in der Stube, links ein Hund. Unten Verse: L'homme n'a de bon temps etc. C. J. Marin sc. Bonenfant exc., gr. fol.

Die selbe Darstellung von der Gegenseite, ohne Namen, gr. fol.

Das Innere eines Bauernhauses, wo zwei Bauern trinken und schmauchen; gest. von Guttenberg, fol.

Die Fischhändlerin, das Bild in der Gallerie zu Dresden, lith. von Hafstangel, roy. fol.

Vue de Leyden. Eigentlich Ansicht des Rheines mit Schlitt- schuhläufern auf dem Eise. In Rande: P. Zorg pinx. J. Bache- ley sc., qu. fol.

Auf diesem Blatte stehen auch die Buchstaben P. W. auf schwarzem Grunde, und dann das Monogramm J. S. Brull, I. 2660 erklärt letzteres: Sorg Invenit; es könnte sich aber auf Jan Pie- tersz. Zorg (Sorg) beziehen, da Bacheley viel jünger ist, als H. M. Zorg. Die Buchstaben P. W. deutet Brulliot auf Ph. Wouver- man, welcher demnach die Figuren gemalt hätte.

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