Zocchi, GIUSEPPE. Maler

Zocchi, GIUSEPPE. Maler, wurde in der Nähe von Florenz geboren, und kam schon in jungen Jahren nach dieser Stadt, wo ihn der Marchese Gerini in Schutz nahm, wie damals überhaupt

  • der italienische Adel viele Verdienste um die Kunst sich erwarb. Mehrere Künstler fanden eine solche Aufnahme, und Lanzi nennt sie »Clienti più decorosi ai Signori, che non è un gregge di servi«. Zocchi studirte mit Gerini's Unterstützung in Rom und Bologna , und zog auch von anderen lombardischen Städten Nutzen. Nach Florenz zurückkehrt galt er bald als einer der vorzüglichsten Mei- ster der neuen eklektischen Schule, welche aber hinsichtlich ihrer Leistungen mit der älteren nicht zu vergleichen ist. Zocchi war aber ein Künstler von bedeutendem Talent, der im Sinne der damaligen Zeit jeder Aufgabe gewachsen war; In einem Zim- mer der Gallerie Gerini zu Florenz sind Frescomalereien von ihm, und vier andere größere Wandbilder sieht man in der Villa Serri- stori vor der Porta S. Niccolò. Auch einige Zimmer des Palastes Ranuccini zierte er in Fresco aus. Uebrigens findet man viele Bilder in Oel, sowohl heiligen als profanen Inhalts; Noch größer aber ist die Anzahl seiner Zeichnungen, welche mit den Gemälden größtenteils durch Stiche bekannt sind. Aus Mariette's Samm- lung wurden zwei landschaftliche Zeichnungen mit Figuren um 500 Liv. verkauft. Der Künstler starb zu Florenz 1707. Sein Bild- niss ist der Sammlung florentinischer Ansichten beigegeben.

Im Verlage des Joseph Wagner zu Venedig erschienen viele Blätter nach Zeichnungen und Gemälden dieses Künstlers. Zu den besten gehören folgende:

Der Triumph des David, und Judith, welche dem Volke das Haupt des Holofernes zeigt. Wagner exc., gr. qu. fol.

Jedes dieser Blätter hat vier erklärende italienische Verse. Dazu gehören zwei Darstellungen von Amigoni: Esther vor Ahasverus, und David, welcher den Götzen opfert.

Eine Folge von 6 Darstellungen aus dem alten Testamente, welche in der Folge mit sechs anderen nach Amigoni vereiniget wurden. J. Wagner exc. Venetiae. Gute Blätter, gr. fol.

Eine Folge von kleineren Darstellungen aus dem alten Testa- mente, wahrscheinlich Wiederholungen der obigen. J. Wagner exc., Venet., kl. fol.

Das Leben der heil. Jungfrau, 8 Blätter von A. Fiaschi, F. Morghen, und M. A. Corsi, fol.

Die Leidenschaft; der Sieg der Tugend, 2 Blätter. Bartolozzi sc., Wagner exc., gr. fol.

Nagler's Künstler-Lex., Bd. XXIV. 20

Der allegorische Titel zu den »Pitture del Salone Imperiale. Firenze 1766. Carlo Faucci st., s. gr. fol.

Einige Darstellungen aus Ovid's Heroiden, gest. von F. Gregori,

Gartenpartie mit Lustwandlern. F. Bartolozzi sc., qu. fol.

Die vier Alter des Menschengeschlechtes, in entsprechenden Figuren mit landschaftlichen Gründen. 1) L'Infanzia. 2) L'Ado- lescenza. 3) La Virilita. 4) La Vecchiaia. G. Zocchi inv. Berardi sc, appo Wagner, gr. fol,

Die vier Tageszeiten, Gruppen in Landschaften mit Gebäuden,

  1. La Mattina. 2) Il Mezzo Giorno. 3) Il Doppo Mezzogiorno.,
  2. La Sera. F. Bartolozzi sc. Wagner exc., s. gr. qu. fol.

Die zwölf Monate, durch reiche italienische Volkszenen dar- gestellt, Unter jedem Blatte ist der Name des Monals mit ital. ersetz, F. Bartolozzi sc. appo. Wagner Venetiae. Folge von 12

schönen Blättern. gr. qu. fol.

Eine Folge von vier Landschaften mit Gebäuden, Ruinen, Fi- guren und Heerden. Zocchi dipinse. F. Berardi sc. appo Wagner Venezia, gr. qu. fol.

Eine Folge von vier italienischen Ansichten mit reichen land- schaftlichen Gründen, Pastoralen und Gebäuden, Darunter zwei Gebirgsgegenden mit Wasserfällen. Id. dep. et exc., s. gr. hoch fol.

Eine Folge von 24 Blättern mit Ansichten der Hauptplätze, Kirchen, Paläste etc. in Florenz und der Umgegend, jedes Blatt mit vielen Figuren, darunter solche mit Festgebräuchen (Huld-

igungsfest, Wagenrennen etc.) Jos. Zocchi del. Florent. Frances- chini, Vasi, Sgrilli, J. A. Pfeffel u. s. w. sc. Vorzügliche Blätter, s. gr. roy. qu. fol.

Vedute della ville et d'altri luoghi della Toscana. Merkwürdige Ansichten der Umgebung von Florenz und anderen Städten und Gegenden Toskanas, Folge von 543 Blättern mit dem grossen alle-

gorischen Titelblatte, und mit Dedication an den Grafen Gerini. Firenze 1744. Gestochen von Sailer, Giampicoli, Filosi, Benedetti, F. Morghen, J. Wagner u. A., qu. fol.

Views of Florence. Merkwürdige Ansichten von Plätzen, Kir- chen und anderen Gebäuden in Florenz, theilweise nach den vo- rigen Blättern genommen, Parr., sc. publ. 1750. London. Folge von 18 Blättern, unter jedem englische Schrift, qu. fol.

Auch mehrere Bildnisse wurden nach seinen Zeichnungen ge- stochen, besonders von F. Allegrini: der Grossherzog Alessandro I. von Florenz, Papst Clemens VII., Cav. Pietro de Petri, Gio. Cima- bue, Amb. Traversari etc. C. Faucci stach das Bildniss des Erz- herzogs Peter Leopold. > .

G. Zocchi soll selbst mehrere Blätter radirt haben, vielleicht folgende, wenn nicht auch der jüngere G. Zocchi Antheil hat *).

  1. Das Leben des heil. Joseph Calasantius, 411 Blätter, s.

  2. St. Nicolaus von Tolentino, kl. 4.

  3. Eine 1746 gehaltene feierliche Procession, qu. fol.

  4. Ein Cameo von Lud. Siries, für irgend ein Werk gesto- chen, qu. fol.

  5. Innere Ansicht der Kirche S. Vicenzo di Paolo, fol.

  6. Drei Vignetten mit den grossen Initialen Q. S. V.

*) Die Artikel über die Künstler Zocchi bei Rest, Füssly, Ti- cozzi etc. sind sehr ungenau, und es kann daher möglich seyn, dass wir bei allen Zusätzen und Berichtigungen noch nicht ganz sicher sind.

  1. Eine ländliche Unterhaltung. Giuseppi Zocchi del, et se., qu. fol.
  2. Landschaft mit einem Fischer im Vorgrunde links, nach J. B. Zais, qu. fol. }
  3. Landschaft mit drei Kühen im Sumpfe, nach demselben, qu. fol. ;
  4. Gebirgslandschaft mit einer Schafherde, nach der Zeich- nung von C. Lorrain, qu. fol.
  5. Kleine Landschaft mit Hütten am Wasser, nach Rembrandt, gr. qu. 8. N
  6. Eine andere Landschaft nach demselben, gr. qu. 8,
  7. Eine Landschaft nach Elsheimer, qu. 4, Zocchi, GIUSEPPE. Zeichner und Kupferstecher, wurde um 1730 zu Venedig geboren, und kam als reifer Künstler nach London, wo ihn Boydell beschäftigte. Rost zählt ihn zu den Hausgenossen der Angelica Kaufmann, doch war er nicht der Gatte dieser Künst- lerin, wie dieser Schriftsteller, Ticozzi u. A. behaupten. Angelica heirathete den Antonio Zucchi. Unser Zocchi wird auch manch- mal G. Zucchi genannt, in Boydell's Verlagskatalog heisst er aber immer Zocchi. Zocchi arbeitete in seiner früheren Zeit für das Galleriewerk des Grafen Gerini in Florenz, Füssly bringt aber im Artikel des obigen Künstlers, was dem Unserigen gehört. Er starb wahrschein- lich in London um 1785.
  • Zocchi radirte nach Zeichnungen grosser Meister, besonders nach Guercino für die Sammlung, welche Boydell veranstaltete. Sie besteht in zwei Bänden zu 82 und 77 Blättern. Zocchi lieferte 11 Blätter, meist Köpfe und Brustbilder, 4. und gr. 4. Ausserdem erwähnen wir noch folgende radirte Blätter:
  1. Das Bildniss Machiavelli's, nach S. Titi, 4.
  2. Der Zug der Israeliten durch das rothe Meer, angeblich nach Zeichnung von Bourguignon. G. Zocchi sc., gr. qu. fol.
  3. Maria mit dem Jesuskinde von Engeln gekrönt, nach G. Reni, fol.
  4. Maria mit dem Kinde und Johannes zwischen zwei Heiligen, nach Fra Bartolomeo, fol.
  5. Die Verläugnung des Petrus, nach Guercino, fol.
  6. Die Geschichte entlarvet das Laster, nach B. Franceschini, 4.
  7. Die Tugend bindet dem Amor die Flügel, nach demselben, 4.
  8. Aeneas in die Unterwelt gehend, nach Solimena, fol.
  9. Aeneas und Dido in der Grotte, nach G. Reni, 4.
  10. Jupiter entführt die Europa, als Stier, nach S. Pesarese, qu. fol.
  11. Jupiter mit der Europa von Liebesgöttern begleitet, nach S. Pesarese, qu. fol.
  12. Das Opfer an die Ceres, nach P. da Cortona, fol.
  13. Die Wahl des Herkules, nach demselben, fol.
  14. Die Grazien, nach demselben, 4.
  15. Ein alter Philosoph beim Globus sitzend, nach A. Cuyp skiz- zenartig radirt, gr. 8. Zocchi, s. auch Zucchi. Zocco, Camillo, Maler von Cremona, war in Piemont thätig, ist aber wenig bekannt. In der Kirche S. Francisco zu Valenza ist ein Gemälde mit St. Anton von Padua, und 13 kleineren Dar-

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