Ziegler, Johann

Ziegler, Johann, Zeichner und Kupferstecher zu Wien, wurde um 1750 geboren, und an der Akademie der genannten Stadt heran- gebildet. Er machte sich durch seine grossen Blätter in Abelli's Manier einen rühmlichen Namen. In Verbindung mit Carl Schütz gab er bei Artaria eine Folge von 50 grossen Blättern mit An- sichten in Wien , den Vorstädten und der Umgebung der Stadt heraus, welche die genannten Künstler radirten und colorirten. Diese Blätter sind theilweise reich staffirt, so dass sie besonders auch hinsichtlich des Costüms anziehen sollten. Einige enthalten feierliche Züge, um ihnen einen gewissen historischen Charakter zu verleihen. Im Winckler'schen Cataloge sind diese Ansichten verzeichnet. Sie erschienen unter dem Titel: Collection de cin- quante Vues de la Ville de Vienne, de ses Faubourgs et de quelques- unes de ses Environs., H. 12 Z., Br. 16 Z.

Eine weitere Sammlung radirter und colorirter Blätter nach Zeichnungen von L. Janscha und N. Runk enthält die schönsten Ansichten von Ober- und Niederösterreich , Steiermark , Kärnthen und Tyrol. Diese Folge besteht aus 400 Blättern mit ländlicher Staffage, qu. fol. und kleiner.

Dann finden sich auch verschiedne andere Blätter von ihm, theils radirt, theils in Aquatinta. Zu seinen Hauptwerken gehö-

ren vier Parkansichten des Schlosses Neu-Waldeck zu Dornbach,
gr. qu. fol., vier Ansichten des Schlosses von Schönbrunn mit
reicher Staffage, gr. qu. fol., vier Ansichten des Gartens von Schön-
brunn und <span class="ne-location">Laxenburg</span>
 nach L. Janschka, s. gr. roy. qu. fol., die
Ansicht von Frosdorf nach M. v. Molitor, s. gr. roy. qu. fol. u. 8.w.
Ziegler starb zu Wien um 1812.
Ziegler, Johann, s. Hans Ziegler.
Ziegler, Johann Christian, Landschaftsmaler, geboren zu Wund-
sidel 1803, arbeitete als junger Mann in der Porzellan-Manufak-
tur von Siegburg, besuchte aber 1820 zur weiteren Ausbildung die
Akademie in München. Er machte da ernsthafte historische Stu-
dien, folgte aber ein paar Jahre später seiner Neigung zur Land-
schaftsmalerei, welche auf einer Reise in Italien Nahrung fand.
Nach München zurückgekehrt unternahm der Künstler häufige
Excursionen in das bayerische Hochland und in die Alpenregionen,
wo er den Stoff zu seinen Gemälden sammelte. Die kleinen dunk-
len Waldpartien und die Bilder aus dem Volksleben in den baye-
rischen Hochlanden gehören zu seinen gelungensten Arbeiten. Er
liebte das Gemüthliche in der Natur und dem Leben, und diese
Stimmung spricht aus seinen Gemälden. Dieser Künstler starb zu
München 1853. Er hätte noch eine viel höhere Stufe der Voll-
endung erreicht.
Ziegler, Johann Ludwig, Kupferstecher von Schaffhausen, war ein
Künstler von Talent, starb aber um 1705 in der Blüthe der Jahre.
1) Adonis prend congé de Vénus, nach J. M. Veith, [fol.
2) Affen, welche ein Corps-de-Garde bilden, Le Tenière inv. et
pinx. Ludwig Ziegler fec., Schwarzkunstblatt, H. 9 Z., 1 L., Br. 13 Z.
Ziegler, Jules, Maler, geboren zu Langres 1804, war Schüler von
Ingres zu Paris, und unternahm dann zur weiteren Ausbildung
eine Reise nach Italien und Deutschland. Vom Jahre 1820 — 30
machte er in München ernste Studien; da ihn P. Cornelius ange-
zogen hatte. Hier machte er auch in der Technik der Frescomalerei
grosse Erfahrungen, so dass Ziegler nach seiner Rückkehr
in Paris fast der einzige Künstler war, welcher mit Erfolg Fresco-
malereien übernehmen konnte. Doch malte er anfangs meistens
Porträts und einzelne historische Figuren, worunter bis 1834 Jo-
hannes der Täufer, St. Georg, Giotto etc. rühmliche Erwähnung
fanden. Auch große historische Bildnisse stammen aus jener Zeit.
Im Auftrage des Ministers des k. Hauses malte er den L. de Cham-
pagne, Comte de Saucy, in voller Rüstung zu Pferd, ein mei-
sterhaftes Bild, wozu ihm vielleicht nicht einmal ein altes Portrait
diente, indem der Graf 1802 starb. Dieses Gemälde befindet sich
in der historischen Gallerie zu Versailles, und ist für Gavard's
Werk von Quevedo gestochen. In der genannten Gallerie ist von
ihm auch ein Bildniss des Ch. de Foix, Seigneur de Lescun († 1525),
von Thibault für Gavard's Gall. hist. de Versailles gestochen. End-
lich wurde dem Künstler auch Gelegenheit, durch ein grosses Werk
in Fresco sich auszuzeichnen. König Louis Philipp Hess die Kir-
che St. Madeleine in Fresco verzieren, schon aber hatte P. De-
larochette vom Minister die Zusage, als der König auf Ziegler auf-
merksam wurde. Es wurde ihm jetzt das grosse Frescobild der
Kuppel übertragen, was den Maler Delaroche bewog, auch auf
die sieben anderen grossen Gemälde zu verzichten. An der Kup-
pel stellte Ziegler die Geschichte des Christenthums dar, aber in
ziemlich moderner Auffassung. Christus nimmt den Mittelpunkt

Ein, rechts stehen die Verbreiter des Evangeliums im Morgenlande, und dann folgen die namhaften Personen aus der Geschichte der Kreuzzüge. Die linke Seite repräsentirt das Abendland. An die Apostel und ersten Märtyrer schliessen sich Clodwig, Carl der Grosse etc., und Kaiser Napoleon gibt für die Krone das Concordat. Er bildet die Hauptfigur des Vorgrundes. Als der Künstler 1838 dem Könige in der Kirche das Werk erklärte, überreichte ihm dieser den Orden der Ehrenlegion. Hierauf ging Ziegler an die Ausführung der übrigen Fresken der Kirche, und 1845 war das grosse Chorgemälde vollendet. Es stellt die Heiligsprechung der Magdalena dar, oder wie sie von Engeln in den Himmel vor Christus getragen wird. Die Stufen des göttlichen Thrones neh- men die Könige von Frankreich ein, und auch Napoleon ist mit seinen Marschällen anwesend. Ziegler wird auch noch Gelegen- heit finden, Napoleon den Neffen einzuführen, da er die Kirche dem Cultus zurückgegeben hat.

Dann fertigte Ziegler auch Cartons zu Glasgemälden, wie zu den Fenstern für das Portal der Kirche in Eu, und zu jenen der Kirche in Treport. Diese Malereien liess der König 1841 in Sevres ausführen. Von seinen Ölbildern nennen wir zunächst den Evan- gelisten Lukas, wie er die Madonna malt, eines der Hauptbilder der Kunstausstellung von 1830, obgleich es Jules Janin arg mit- nahm. Ein bewundertes Gemälde ist auch sein Daniel in der Lö- wengrube. Im Kunstblatt 1858 Nr. 47 wird dieses Werk ausführ- lich gewürdigt. Nur den etwas schwerfälligen Engel im Vorgrunde möchte man beseitigt wissen. Ein Gemälde von 1844 wurde unter dem Namen „La Vierge aux neiges" bekannt. Es stellt die Ma- donna mit dem Kinde als Beschützerin der Wanderer gegen La- winen dar. Ein Genrebild betitelte der Künstler „Roses du matin," eine nackte weibliche Figur in einer dunklen Landschaft, welcher die Thautropfen aus dem blonden reichen Haare träufeln. Ein an- deres reizendes Bild aus jener Zeit stellt eine junge Venetianerin bei der Toilette dar. Sie flicht höchst graziös die Haare. Im Jahre 1845 malte er auch eine Darstellung aus dem Leben des Malers Giotto, wie er als Knabe im Atelier des Cimabue Aufsehen erregt. Dieses im strengen Style durchgeführte Bild erinnert in Feinheit der Zeichnung an Rafael's Schule. Mehr französisch ist ein gleich- zeitiges Gemälde, welches Jakob's Traum von der Himmelsleiter vorstellt, und eines Commentars bedarf. Engel enthüllen dem Schla- fenden die Zukunft der Kunst, der Industrie und des Ackerbaues. Darauf deuten die mit Sinnbildern vorübergehenden Engel, das Ge- heimniss der verschleierten Engelfiguren im Hintergrunde mag aber wohl nur Jakob durchdrungen haben, nicht die Münchner Kunst- freunde auf der Ausstellung des Jahres 1845, wo das Bild zu sehen war. Eines seiner neuesten Oelgemälde stellt Kaiser Carl V. vor, wie man ihm bei der Anordnung seines Leichenbegängnisses das eigene Bildniss im kaiserlichen Ornate bringt.

Stiche von und nach diesem Meister.

Ziegler befasste sich in seiner frühen Zeit auch mit der Litho- graphie, und mit dem Stiche in der englischen Aquatintamanier, fand nun ein Blatt, welches einen Mönch vorstellt, so wie ver- schiedene Studien in dieser Art, mit J. Z. bezeichnet. Verschiedene Zeichnungen von seiner Hand wurden von Perret u. A. in Holz geschnitten. Ferner erwähnen wir: : Eloa, la soeur des anges, par Ziegler. Compositions au trait sur le poeme de A. de Vigny. Heft von 13 lithographirten Blät- tern. Paris 1833, fol.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_N8c-AAAAcAAJ/