Ziebland, Georg Friedrich, Architekt , geboren zu Regensburg den 7. Februar 1800; war schon als Knabe von dreizehn Jahren Schüler der Akademie in München, und von 1814 an gehörten auf den Kunstausstellungen seine Pläne von Landhäusern, herrschaft- lichen Wohngebäuden, Palästen, Kirchen, Brunnen u. s. w. zu
Ziebland steht seiner Richtung nach in München zwischen L. v. Klenze und F. v. Gärtner. Ein eben so einsichtsvoller Ken- ner und Verehrer des Alterthums, als Pfleger der mittelalterlichen Architektur steht er in beiden Hinsichten auf der Höhe der Kunst. Im Jahre 1813 berief ihn der Großherzog von Weimar , um sich über den Restaurationsplan der Wartburg mit ihm zu beraten. Der Kronprinz Maximilian von Bayern gab ihm hierauf den Auf- trag, Zeichnungen zu einem Tafelservice zu fertigen, welcher ein- zig in seiner Art ist. Ziebland wählte den Bildstoff aus dem Nibelungenlied , und Schwanthaler modellirte alle Stücke zur Aus- führung in Silber. Dazu gehören Leuchter und sieben grosse Ta- felaufsätze, welche in Form und Bilderreichthum zu den Meister- stücken dieser Art gehören. Gegenwärtig ist Ziebland mit der Ver- größerung des Schlosses in Hohenschwangau beschäftigt, wo Kö- nig Maximilian einen romantischen Sitz geschaffen hat. Auch die Preisaufgabe zur Herstellung eines neuen zeitgemässen Baustyles nimmt den Künstler in Anspruch. Das Programm zu dieser Auf- gabe ist in der allgemeinen Zeitung 1852 zu lesen.
Dieser ausgezeichnete, kenntnisreiche und fähige Künstler ist seit Jahren k. Civil-Bauinspektor.
König Ludwig ertheilte ihm nach Vollendung der genannten grossartigen Gebäude den Verdienstorden vom heil. Michael. Ueber dem Portale der St. Bonifacius-Kirche hat er nach der Weise der alten Baumeister sein Werkzeichen einmeisseln lassen, und die daneben befindliche Figur trägt seine Züge.
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