Zeyssnecker oder Seysenegger, Jakob, war Hofmaler des römischen König Ferdinand 1. in Wien, und bis in die neueste Zeit nur durch die kurze Nachricht bekannt, welche Christ und nach ihm Heller und Brulliot in den Monogrammen-Verzeichnis- sen geben. Irrig ist es aber, wenn behauptet wird, Zeyssnecker sei Hofmaler des Kaisers Carl V. gewesen. Dr. Joseph Bergmann in Wien hat in den dortigen Jahrbüchern der Literatur CXXII. S. 11 ff. einen interessanten urkundlichen Beitrag zur Lebensge- schichte dieses Künstlers gegeben, letzterer nennt sich aber in den betreffenden Dokumenten Seysenegger oder Seisenegger. In den Hofregistern erscheint er als König Ferdinand's I. Hofma- ler mit einer jährlichen Besoldung von 210 Pfd. Im Jahre 1547 malte er eine Tafel »vor der Röm. kühn., Mt. hochloblichen vnd fälligen Gedachtnuss Begrabnuss zu Prag.« Dieses Epitaphium wurde zum Andenken der Erzherzogin Anna in St. Veit errichtet. Sie starb 1547 drei Tage nach der Geburt.
Vom Jahre 1553 findet sich im k. k. Hofkammerarchive ein eigenhändiges Gesuch des Künstlers um des seligen Augustin Hirs- vogel jährliche Provision von 100 Gulden, und er bemerkt darin, dass er ein geborner und erzogener Unterthan, d. h. Österreicher sei. Die Provision wurde ihm mit einer weiteren Zulage von 50 d.
Als Zeichen dieses Künstlers nimmt man eine Eule, auf wel- che kleinere Vögel neckend zufliegen. Diess wäre demnach eine Anspielung auf seinen Namen, von Zeisig und necken. Eine solche Eule, auf deren Kopf zwei Vögel zufliegen, steht auf dem Titel der Geometria, welche Aug. Hirsvogel 1543 dem Zeyssnecker
widmete, 20 (?) Blätter mit Holzschnitten, gr. fol. Auch auf dem Titel der gegenseitigen Copie in Kupfer kommt, die Eule vor, hier rechts stehend.
Diese Eule steht auch auf einem Baume in der Landschaft, welche den Hintergrund des Blattes mit dem Bildnisse des Wiener
Bürgermeisters: Johann von Thaw bildet, welches Lautensack um 1550 radirt hat, Vielleicht ist dieses Bild von Zeyssnecker gemalt.
Schließlich bemerken wir noch, dass auch auf einem Gemälde von Jeremias Wechinger in Nördlingen die Eule mit Vogeln zu sehen ist. Vgl. Wechinger.
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