Zeuxis, Maler von Herakleia

Zeuxis, Maler von Herakleia, oder Ephesus , eröffnete die Pforten des zweiten Zeitalters der vollkommenen antiken Malerei, und gelangte zu unsterblichem Ruhme, welchen Apollodorus und Parrhasios in Übermuth mit ihm theilten. Seine Studien machte er sicher in Ephesos , wo nach Tölken (Amalthea II, 123) der Hauptsitz der asiatischen Schule war, und unter Agesilaos eine grosse Anzahl von Malern lebte. Plinius XXXV. 36, 2. setzt ihn Ol. 95, 4; allein die Blüthezeit des Künstlers fällt um Ol. 90 — 100, denn er malte nach Aelian V. H. XXIV, 7 den Palast des Archelaos, welcher Ol. 95, 3. starb,

Wie Euphranor in der Plastik, so kam Zeuxis in der Malerei zu einem neuen System schlankerer Proportionen, welches aber erst von Lysippos harmonisch durchgeführt, und auch in der Ma- lerei herrschend wurde. Plinius XXXV. 36, 2. beurtheilt das Stre- ben des Euphranor und Zeuxis von gleichem Standpunkte, und darin geht hervor, dass diese Künstler auf die Proportion des menschlichen Körpers angestrengtes Studium verwandt hatten. Sie verliehen den Figuren eine ungewöhnliche Schlankheit, gleichsam über das Menschenmaass hinaus, eine Neigung, welche in der nächsten Periode in das Colossale ging. Doch entstand das er- wähnte System weniger aus einer warmen und innigen Auffassung der Natur, als aus einem Bestreben das Kunstwerk über das Wirk- liche zu erheben, und ihm einen grossartigen Charakter zu ver- leihen. Zeuxis suchte aber diesen nicht in strenger Charakteristik, sondern durch stattliche akademische Figuren zu erreichen. Die Ge- müthsbewegungen deutete er kaum an, indem Aristoteles seine Kunst des Ausdruckes nicht hoch anschlägt, dem Künstler aber

Zeuxis soll auch in Thon modellirt haben, wenn nicht der Plastiker bei Plinius XXXIV, 8, der Schüler des Silanion, darunter zu verstehen ist.

Den Tod des Meisters schreibt man einer seltsamen Begeben- heit zu. Er soll nämlich die alte hässliche Hecuba mit einer sol- chen lächerlichen Miene dargestellt haben, dass er sich später bei der Betrachtung des Bildes selbst zu Tode lachte. Plinius dachte vielleicht auch, wie seine modernen italienischen Landsleute: Si non e vero, e bene trovato.

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