Zenedorus, Ciseleur und Erzgiesser

Zenedorus, Ciseleur und Erzgiesser, war unter der Regierung des Kaisers Nero in Gallien, und dann in Rom thätig. Er ist der von Plinius 34, 7. erwähnte Künstler , welcher die silbernen Geschirre des Calamis so gut nachmachte, dass die Copien von den Origi- nalen schwer zu unterscheiden waren. Cäsar Germanicus schenkte dem Cassius Sillanus zwei Trinkbecher, welche für Arbeiten des Calamis genommen wurden. Vor einigen Jahren fand man in der Normandie einige antike silberne Gefässe, welche Raoul-Rochette im Lettre à Mr. Schorn, p. 205 dem Zenodorus zuschreiben möchte.

Dieser Künstler fertigte aber auch colossale Werke. Seinen Ruhm gründete er durch eine Statue des Mercur, welche um 60 n. Chr. im gallischen Arvernia bei Clermont errichtet wurde, wie Plinius 34, 7. benachrichtigt. Der Künstler arbeitete zehn Jahre an diesem Erzwerke, und erwarb sich damit den grössten Ruhm. Der Cultus dieses arvernischen Merkur dauerte vielleicht bis ins vierte Jahrhundert, und hatte auch außer Gallien Eingang gefunden. Bei Miltenberg in Unterfranken wurde 1845 in einem germani- schen Ringwall ein Denkstein ausgegraben, welchen Riccius Co- sillus zu Ehren des Kaiserhauses und des Mercurius Arvernus se-.

Auch auf einem Denkmal in Wenauten kommt der Name dieses Gottes vor. Vgl. J. v. Hefner's römisches Bayern, München 1852 S. 68. Dass die riesenmässige Statue des Zenodorus darunter gemeint sei, scheint keinem Zweifel zu unterliegen. J. v. Görres (Die drei Grundwurzeln des celtischen Stammes im Gallien, München 1846 II, S. 52) spricht von einer Statue des Teutates, welche Zenodorus binnen zehn Jahren in der riesigen Grösse von 300 F. in Metall ausführte. Er glaubte, dass dieser Coloss im römischen Augusta Nemetum, dem alten gälischen Ar- vernía, gestanden sei.

Der Coloss des Merkur verbreitete seinen Ruf auch nach Rom, und daher berief ihn Kaiser Nero, um ein anderes Riesenwerk zu unternehmen, nämlich die Statue desselben. Plinius spricht von der vollkommenen Ähnlichkeit des großen Thonmodells, und wie zum Guss Nero das Erz mit Gold und Silber gemischt habe. Das Werk war 130 F. hoch, und vollkommen gelungen. Im Jahre 75 n. Chr. wurde aber diese Statue dem Sol dedicirt. Das Haupt um- gaben sieben Strahlen, wie Nero auch in der Büste im Louvre (Nr. 334) und sonst Strahlen ums Haupt hat. Ursprünglich vor der Front des goldenen Hauses aufgestellt, musste der Coloss beim Baue des Tempels der Venus und Roma weichen. Domitian brachte ihn mit Hilfe von 24 Elephanten von der Stelle, wie Spartianus, Hadr. 10. berichtet. Später wurde Nero Sol zum Commodus ge- macht (Herodian I, 15.), die Zeit hat aber jede Spur vernichtet.

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