ZBIBI, Johann Jakob, Maler, geboren zu Reute , stand un- ter Leitung seines Vaters Paul, und bildete sich zu Rom in der Schule des S. Conca weiter aus. Zeiler blieb sechs Jahre in Rom , und nachdem er sich noch weitere zwei Jahre in Neapel bei Soli- mena geübt hatte, ging er nach Wien, wo der Künstler 22 Jahre den Studien oblag, und viele Aufträge erhielt. Die Akademie zählte ihn zu ihren Mitgliedern, und der Kaiser zu den Hofmalern. Allein die Hofluft konnte der Tiroler nicht lange ertragen, und somit begnügte er sich mit dem Titel eines kaiserlich akademischen Ma- lers. Die Anzahl seiner Werke ist sehr gross, da Zeiler den gän- zen Tag arbeitete. Von ihm sind die reichen Frescobilder in der Kirche zu Ottobeuern, wobei ihm Franz Anton Zeiler behülflich war. Auch die Altarbilder sind grösstentheils von ihm gemalt. In der Kirche zu Ettal in Oberbayern ist die Kuppel von ihm gemalt. Er nahm sich die Apotheose der Mönchsorden zum Vorwurfe, wo- bei aber die Benediktiner den schönsten Theil des Himmels inne ha- ben. Dieses Werk ist glänzend gemalt, steht aber in künstlerischer Hinsicht dem Deckenbild Knoller's im Chore weit nach. Zeiler malte auch die Fresken in der Kirche St. Anastasia zu Benedikt- beuern (1752), in der Kirche zu Son in Niederbayern, im Kloster Fürstenzell, in der Abtei Fischingen, in der Pfarrkirche zu El- bingenalp, in der Pfarrkirche zu Reute an der Landstrasse, in der
Kirche zu Feldkirch in Vorarlberg u. s. w. Auch viele Altarbilder finden sich von ihm.
Zeiler galt bei vielen als einer der grössten deutschen Mei- ster seiner Zeit, was höchstens für Reute passt. Er war nur ein tüchtiger Praktiker, welcher durch glänzende Farben das Auge des Dilettanten besticht. Uebrigens wäre hier und da einem modernen Frescomaler die Technik und Farbenkenntniss des ehrlichen Ti- rolers zu wünschen. Seine Farben sind unverwüstlich und von höchster Frische. In anderer Hinsicht steht er tief unter dem Ni- veau der modernen Schule. Mit der Zeichnung nahm er es be- sonders leicht. Nach dem weitläufigen Artikel in Füssly's Sappe- lenten könnte man glauben, Meister Zeiler stehe auf der Höhe seiner Kunst, allein Füssly weiss recht wohl, was von jenen Lo- beserhebungen zu halten ist. Der Elogenschreiber war ein war- mer Verehrer des Meisters, und spricht sich auch in gutmüthiger Weise über den treflichen Charakter desselben aus, was wir übri- gens schätzen. Zeiler starb 1783.
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