Zanth, Ludwig von, Architekt von Breslau , machte seine Studien in Berlin , und begab sich dann zur weiteren Ausbildung nach Paris, wo ihn der berühmte J. J. Hittorf aufnahm. Im Jahre 1822 begleitete er diesen auf einer Reise nach Italien, wodurch ihm zu- gleich Gelegenheit wurde, auch die interessantesten Baudenkmale im südlichen Frankreich zu schauen, da Hittorf seinen Weg dahin nahm, und in Italien alle merkwürdigen Städte besuchte. Nach einigem Aufenthalte in Rom und den Umgebungen besuchten die Künstler Neapel und Pompeji, und dehnten ihre Reise über ganz Sicilien aus, wo sich ihnen ein reiches Feld öffnete. Sie zeich- neten alle merkwürdigen Bauwerke der alten classischen Zeit, so wie jene der späteren Perioden. Als Resultat dieser fruchtbaren Studien ist ein Prachtwerk zu betrachten, welches unter folgendem Titel erschien:
Architecture antique de la Sicile, ou Recueil des plus interes- sants monuments de l'Architecture des villes et des lieux les plus remarquables de la Sicile ancienne, mesures et dessin6s par J. Hit- torf et L. Zanth. Paris 1820 — 1835. 3 Bände mit 180 Pl. Kupfern, fol.
Gleichzeitig erschien auch ein Werk über die moderne Archi- tektur in Sicilien, welche als Fortsetzung des obigen dient: Ar- chitecture moderne de la Sicile, ou Recueil des plus beaux mönu- ments religieux, et des édifices publics et particuliers etc. mes. et dess. par J. Hittorf et L. Zanth. Avec 70 pl. Paris 1835, roy. fol.
Hittorf kehrte 1824 aus Italien zurück, und fand in Paris einen entsprechenden Wirkungskreis. Zanth fuhr aber fort, sein Porte- feuille mit Zeichnungen zu vermehren und das Gebiet seiner Kunst nach allen Richtungen zu durchforschen. Die Anzahl seiner Aqua- reilbilder und architektonischen Entwürfe ist sehr bedeutend. Im Jahre 1838 unternahm er eine Reise nach Frankreich und England, wo seine Leistungen ausgezeichnete Anerkennung fanden. Im Saale des Instituts britischer Architekten stellte er einige architektoni- sche Bilder aus, welche im Oktoberfeste des Civil engineer and architects Journal zu seinem grossen Vortheil vor denen englischer Meister berücksichtigt wurden. Das Royal Institute ernannte ihn auch zum Mitgliede. Kurze Zeit vorher wurde er Mitglied der So- cieté libre des beaux-arts in Paris, und das Bulletin derselben spricht sich über seine Leistungen mit ausgezeichnetem Lobe aus.
Seinen Wirkungskreis als praktischer Architekt fand er in Stutt- gart. Er baute das Theater in Canstadt. Im Jahre 1830 brachte er eine Aquarellzeichnung desselben zur Ausstellung, welche mit ausserordentlichem Beifall aufgenommen wurde. Der Bau ist im reinsten Style geführt, so wie überhaupt alle seine Werke ei- nen geläuterten Geschmack verrathen, und den feinsten Sinn für
rvillon des Rosenstein war es ihm aber vergönnt, seine Ideen im reicheren Maasstabe zu verfolgen. Die verschiedenen inneren und äusseren Ansichten der Wilhelma hatte Zanusi auch in schönen Ar- chitekturbildern dargestellt. Man sah deren bei Gelegenheit der Ausstellungen in Berlin (1844), Paris (1845) und München (1848). Der König von Württemberg ernannte den Künstler 1844 zum Rit- ter des Kronordens, womit der Verdienstadel verbunden ist. Seit 1845 ist er k. württembergischer Hofbaumeister. In demselben Jahre wurde er Mitglied der Akademie in Berlin, und 1846 auch jenes der Akademie in München.
Jakob Zanusi, Maler von Salzburg, wurde um 1700 geboren, und in Venedig zum Künstler herangebildet.
Kirche auf Herren - Chiemsee (jetzt Bräuhaus) malte er die Altar- blätter. Auch in den Pfarrkirchen zu Schwatz und in Rattenberg in Tirol sind Altarbilder von ihm. Andere findet man in Salzburg und dessen Umgebung. In der Gallerie zu Schleissheim ist ein
— ziemlich grosses Gemälde, welches Maria vorstellt, wie sie auf der Weltkugel den Drachen zertritt (1731). Dann malte er auch meh- rere Bildnisse der Familie des Grafen Firmian in Leopoldskron. Das Bildniss des Cardinals Ph. Lud. von Sinzendorf hat J. B. Probst gestochen.
Zanusi war Hofmaler des Erzbischofes von Salzburg, und starb um 1755.
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