Zainer, Johannes, vermuthlich ein Verwandter des Günther Zainer aus Reutlingen , welcher in Augsburg thätig war, trat nach Ludwig von Hohenwang als Buchdrucker in Ulm auf. Man zählt ihn auch zu den Formschneidern, was nicht ohne Grund zu seyn scheint, indem auch andere Buchdrucker des 15. Jahrhunderts Xylographen waren, als welche sie das Druckergeschäft leichter erfassten, wie andere Geschäftsmänner. Joh. Zainer druckte 1475 das Quadragesimale des Johannes Gritsch, und stattete es mit einem schön colorirten Laubwerk aus, welches eine gut gezeichnete Figur enthält, die nach der Initiale deutet. Dieses Titelblatt ist auch Zainer's Bibel von 1450 beigegeben. Auf einem anderen Blatte hatte Zainer denselben Gegenstand humoristisch und polemisch im Geiste seiner Zeit behandelt. Ein Narr mit der Schellenkappe deutet aus dem Laubwerke hervor nach dem Papst, welcher in der Initiale sitzt. Man findet diesen Schnitt im Buche Alvari Pelagii Ord.Min. de Plancetu ecclesiae. Die Drucke des Ludwig von Hohenwang, für welchen wahrscheinlich der Maler Ludwig zu Ulm (1449—84) arbeitete, und 3 der Joh. Zainer deuten auf eine künstlerische Behandlung des Geschäftes. Das Titelblatt zu Alvarus Pelagius ist aus Hohenwang'schen Initialen und aus Zainer'schen Randverzierungen zusammengesetzt. Ein Facsimile von E. Mauch findet man in Dr. C. Dietrich Hasslers Buchdruckergeschichte Ulms. Ulm 1840, 4. Es finden sich indessen noch andere Druckwerke von J. Zainer. Im Jahre 1472 erschien »das güldin Spil« fol.
In diesem Werke heisst es, dass die Karten das Spielvol im Jahr 1500 in Deutschland Eingang gefunden haben.
Joh. Zainer lebte noch 1525. Vgl. Veesenmeyer, Miscell. 1812 S. 13.
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