Wredow, August, Bildhauer von Brandenburg , machte seine Stu- dien an der Akademie in Berlin, und stand unter Leitung des be- rühmten Rauch. Er entwickelte früh seinen Sinn für Schönheit der Form, wie die Modelle beweisen, welche er um im Ate- lier des Meisters ausführte. Im Jahre 1827 begab er sich nach Ita- lien, um in Rom seine Studien zu vollenden. Zu seinen früheren dasselbst vollendeten Werken gehört sein Ganymed als Hirtenknabe, eine anmuthige Gestalt, welche Wredow 1820 in Marmor ausführte. Eben so schön ist sein bittender Knabe, welcher 1832 im Modell auf der Kunstausstellung in Berlin zu sehen war. Dieses 3 F. 2 Z. hohe Bildwerk führte der Künstler ebenfalls in Marmor aus. Bei der Verlosung des Kunstvereines in Berlin 1843 kam ein zweites Exemplar vor. Auch die Büste des Knaben ist in Marmor vor- handen. Eines der schönsten Werke der neueren Zeit ist aber Wredow's lebensgroße Statue des Paris, wie er nach Ilias VI. 321 — 322 den Bogen glättet. Das Gypsmodell vollendete der Künst- ler 1834 in Rom, und führte dann die Büste des Paris in Marmor aus. Im Jahre 1835 verliess der Künstler Italien , um in Berlin seine Kunst zu üben, und da fand die erwähnte Statue solchen Bei- fall, dass sie der König in Marmor ausführen liess. Wredow be- gab sich zu diesem Zwecke nach Carrara , und 1843 stand das Werk vollendet dar. Es herrscht darin ein ungewöhnliches Na- turverständnis, und eine Weichheit der Behandlung, welche über- haupt in Wredow's Sculpturen zu bewundern ist. Von ausgezeich- neter Schönheit ist auch sein Merkur als Kind, wie er mit dem Stabe Schlangen berührt, 1844 in Marmor ausgeführt. In diesem Jahre fertigte er auch das Modell zu einem Standbilde des ver- storbenen Königs von Preussen. Damals fand ein Concurs zu ei- nem Denkmal des Königs in Stettin statt. Im Jahre 1847 lieferten Wredow und Schievelbein Modelle zu den colossalen Apostelsta- tuen, welche für die Kirche zu Helsingfors in Finnland von De- varanne zu Berlin in Zink gegossen wurden.
Wredow ist seit 1843 Mitglied der Akademie in Berlin.
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