Worms, Anton von, Maler, Kupferstecher (?) und Formschnei- der, gehört zu den tüchtigsten deutschen Meistern, welche in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts arbeiteten. Seine Lebensverhält- nisse sind aber noch immer unbekannt, so wie es auch nicht streng erwiesen ist, dass der Künstler in Worms geboren wurde, da er von 1525 an in Köln vorkommt. Auf dem Holzschnitte mit Sam- son und Dalila steht zwar: Colonia per Anthonium de Vormacia pictorem, allein es reicht wohl nicht ganz hin, um den Künstler zu einen Wormser zu stempeln. Wenn ihn aber Papillon I. 192 Antonius de Wormacia Pictorens nennt, ist es offenbar, dass er das Wort »Pictorens« aus Pictorem fabricirte, Papillon ist indessen der erste, welcher auf den Künstler aufmerksam machte, noch mehr aber würdigte Bartsch, P. G. VII. 488 — OI, die sowohl in Composition und Zeichnung, als in technischer Ausführung treff- lichen Blätter dieses Meisters. Hinsichtlich des Monogramms ist aber zu bemerken, dass ein mittelmäßiger sächsischer Künstler, welcher für die Verlagswerke des Georg Rhaw in Wittenberg Form- schnitte lieferte, eines ähnlichen Zeichens sich bediente, welches ofters unserm Künstler zugeschrieben wird. Darauf macht Sotzmann (Kunstblatt 1838 Nr. 55) aufmerksam, und Merlo (Kunst und Künst- ler in Köln 1850), welcher über den A. von Worms die umfassendsten Nachrichten beibringt, stimmt ihm vollkommen bei. Er verzeichnet eine grosse Anzahl von Blättern, und fand bei der Vergleichung des Zeichens, dass der Wormser das A nie ohne Querstrich liess, wäh- rend bei Brulliot I. 766. Monogrammen ohne diesen vorkommen. Man muss daher auf dieses A sehen, und da auf den beiden Ku- pferstichen der Querstrich fehlt, so könnte wohl ein dritter Mo- nogrammist A W. darunter zu verstehen seyn.
Von Gemälden des A. von Worms hatte Bartsch keine Kunde; es finden sich aber solche, und zwar mit dem Monogramme, wie auf den Holzschnitten. In der St. Severinskirche zu Köln ist ein Bild der heil. Jungfrau mit dem Kinde in einer Landschaft, und dabei der Donator. Die Aufschrift bezeichnet den Johannes Tutt, welcher als Canonicus der Kirche 1530 das Gemälde weihte. Auch in den Sammlungen des Dr. Dormagen, des Kaufmanns Zanoli, und des genannten Schriftstellers Merlo in Köln sind Bilder von ihm, größtentheils historischen Inhalts. In der k. Gallerie zu Ber- lin wird eine Darstellung des jüngsten Gerichtes dem H. Aldegre- ver zugeschrieben, Sotzmann möchte es aber dem A. von Worms zuschreiben. Auch Bildnisse finden sich von ihm. Hr. L. W. Ren- ner in Mannheim besitzt das schöne Portrait eines Kölner Patri- ziers (?), und ein zweites Bildniss überliess Renner dem Hrn. Wei- seln in Leipzig. Das erstere ist wohl das Bild eines Mannes im Pelzrocke, welches nach Merlo 1826 auf einer Auktion in Frank- furt vorkam,
Das Todesjahr dieses Künstlers ist unbekannt. Sotzmann will mit dem Jahre 1531 die Grenze ziehen, Merlo fand aber noch Blätter von 1538. Seine zahlreichen Formschnitte kommen gröss- tentheils in Druckwerken des Peter Quentel in Köln vor. Andere Blätter lieferte er für die Buchhändler Johann Soter, Hans Alo-
Gleichzeitig, und vielleicht aus seiner Familie stammend, sind zwei Wormschneider A W. und T W., welche fast in derselben Weise arbeiteten, aber fleissiger vollendeten. Es fehlt ihnen aber jenes künstlerische Gefühl, welches sich in Anton's Blättern zeigt, und bei der mechanischen Arbeit ging viel an Richtigkeit der Zeichnung verloren. Schwarzmann glaubt auch, dass der Amster- damer Maler Cornelis Teutnissen ein Sohn des Ant. von Worms ge- wesen sei, womit Merlo nicht übereinstimmt.
Bartsch beschreibt nur 41 Holzschnitte von diesem Meister, Merlo hat aber 64 Nummern.
Wir geben hier eine Auswahl der schönsten Blätter des Meisters,
Kupferstiche.
St. Andreas, das Marterkreuz mit dem linken Arme hal- tend, und das Buch in der rechten Hand. Rechts kniet ein junger Mann, welcher einen Papierstreifen mit folgender verkehrter Schrift hält: Ora pro me Sancte Andrea. Zu den Füssen des Heiligen das Zeichen AW. Durchmesser 1 Z. 0 L.
Ein nackter Mann mit dem Todtenkopf in einer Felsenhöhle auf dem Steine sitzend. Hinter ihm sieht man ein Gerippe mit der Sanduhr, und auf dem Boden liegen musikalische Instrumente. Unten rechts das Zeichen A. W. 1526. H. 5 Z.
Die Zeichen auf diesen Blättern stimmen mit jenen auf den 41 Holzschnitten nicht überein, indem der Querstrich im Monogramm fehlt.
Holzschnitte.
- (M. 13.) Das Paradies. Links haucht Gott Vater dem Adam die Seele ein, rechts schafft er dem Adam das Weib, Im Hintergrund der Sündenfall und die Vertreibung. Unten links das Zeichen, und in der Mitte 1525, H. 4 Z. 7 L., Br. 2 Z. 10 L.
Diese Darstellung ist auf dem Titel zu Biblia integra veteris et novi testamenti. Colonia (Quentel) 1520, fol.
Der Titel enthält noch eine zweite Darstellung, den Schöpfer vor der Weltkugel stehend. Ueber dieser steht das Monogramm.
(B. 1). Adam und Eva beim Baume der Erkenntniss. Un- ten rechts das Zeichen 1520. H. 6 Z. 2 L., Br. 4 Z. 0 L.
(B. 2). Dalila den Samson der Haare beraubend. Unten rechts das Zeichen, und im Rande: Coloniae per Anthonium de Vormacia pictorem. H. 6 Z., Br. 4 Z. 0 L.
Im alten Drucke fehlt die Schrift.
(B. 3). David enthauptet den Goliath, Links unten das Zei- chen 1529. H. 6 Z., Br. 4 Z. 6 L.
David mit dem Haupte des Goliath. Bei einem Zelte liegend. Mit einem Zeichen und der Jahrzahl 1520. H. 6 Z., Br.
(M. 20.) Maria mit dem Kinde als Himmelskönigin auf der Mondsichel von Strahlen umgeben. Ohne Zeichen. In Dio- nysii Carthusiani operum minorum tomus secundus, Colo- nıae, Joh. Soter 1532. H. 44 Z., Br. 31 Z.
Herodes auf dem Throne mit einem Briefe in der Hand, links im fernen. Stalle das Jesuskind in der Krippe. Unten in der Mitte das Monogramm., H. 41/2 Z., Br. 5 Z. 2 L.
Die Geburt Christi. Maria und zwei Engel beten das Kind an, und Joseph hält ein Licht. Mit dem Zeichen. H. 6 Z., Br. 4 Z. 6 L.
(B. 4). Die Anbetung der Könige, Rechts unten das Zei- chen 1520. H. 6 Z., Br. 4 Z. 6 L.
(B. 5). Die Ruhe der heil. Familie in Aegypten, Unten links das Zeichen 1529. H. 6 Z., Br. 4 Z. 6 L.
(M. 18). Die heil. Familie. Maria und Anna auf einem Sessel, wie letztere dem Kinde einen Apfel reicht. Zu den Seiten Joseph und Joachim, oben Gott Vater, Links in der Ecke das Zeichen, rechts 1530. Dieses schöne Blatt findet man in Dionysii Carthusiani operum minorum tomus primus, Coloniae, Joh. Soter 1532. H. 71/2 Z., Br. 51/4 Z.;
(B. 6). Der Heiland lässt die Kleinen zu sich kommen. Un- ten in der Mitte das Zeichen, H. 41/2 Z. 2 L., Br. 5 Z. 2 L. Bartsch nennt dieses Blatt sehr mittelmässig, und es ist da- her wahrscheinlich von dem sächsischen Monogrammisten A. W.
(M. 35). Christus am Kreuze. Auf der Tafel: Jesus Naza- renus Rex Judaeorum. In Randleisten mit vier lateinischen Sprüchen. Mit dem Monogramm. H. 71/2 Z., Br. 5 Z. In den Canones concilii provincialis Coloniensis —, Imp. Col. XXXVIII. — Ex aedibus quentilianis 1538, fol.
(B. 14). Christus am Kreuze, links das Opfer Abrahams, rechts die Predigt des Johannes. Unten links das Zeichen, H. 3 Z. 8 L., Br. 2 Z. 5 L.; Dieses Blatt ist wahrscheinlich von dem sächsischen Form- schneider A W., und findet sich neben anderen im Hortulus Animae —, Wittemberg (G. Rhaw) 1549, kl. 8.
(M. 17). Christus am Kreuze, mit Maria, Johannes und Magdalena, Amor meus — Crucifixus est. Am Fusse des Kreuzes das Monogramm, Hauptblatt, in kein Buch gehö- rig. H. 61/4 Z., Br. 61/2 Z.
(B. 7). Das Leiden Christi, veränderte Copien nach der Kupferstichpassion, von A. Dürer in 10 Blättern. Jedes Blatt- hat das Monogramm des Copisten, Die Verspottung Christi trägt die Jahrzahl 1530. Auf den Rückseiten ist niederdeut- scher Text in gothischen Missalbuchstaben, da die Platten zu einem Andachtsbuche von den »XVI Dachreysen (Lei- densstationen)« verwendet wurden. Vollständig sind diese Blätter sehr selten zu finden. Bartsch kannte nur 7, Hel- ler 6, und Sotzmann 9 Blätter. Man glaubt aber, dass de- ren 16 vorhanden sind. H. 4 Z. 9 L., Br. 3 Z. 1 L.
(M. 14). Das Leben und Leiden Christi, 35 Blätter ohne Monogramm, zu dem Gebetbüchlein: Das Paradys der tief- schauenden seelen vol inniger offingen des geistz etc. Anno-
- Gedruckt zu Colln im Jahr 1532, kl. 8. Die Holzschnitle sind in den Text der 25 Bogen eingedruckt,
Vierzehn dieser Platten kommen auch in folgendem Werke vor: Paraskeve sacrosancta, seu
Gute originalseitige Copien, mit anderen Blättern von A. von. Worms, findet man in Vita Servatoris Nostri Jesu Christi — Autore Johanne Justo. Aeditio prima. Coloniae ex officina Jasp. Gennepe MDXXXVI. . 8
- (M. 15. 16). Darstellungen aus dem Leben Jesu 18 Blät- ter in den beiden ersten Bänden des Werkes: Homiliarum sive Sermonum doctissimi viri Joh. Eckii. Anno 1534, 37. (Der ungenannte Drucker ist P. Quentel in Cöln), 8
Auch ein dritter Band kommt vor, mit Holzschnitten von A. v. Worms. Diese kleinen Blätter sind theils mit, theils ohne Mo- nogramm. Mehrere andere sind von dem Monogrammi- sten TW.
Zum Theil findet man diese Blätter auch in: Homiliae, hoc est sermones sive conciones ad populum, primum ab Acuino Leodiensi jussu Caroli Magni — redactae, Coloniae, E. Cervicornus 1539, fol.
Biblische Darstellungen in: Biblia sacra. Coloniae, P. Quentel 1527, fol. Merlo spricht von einer lateinischen Bibel, wel- che Delius 1527 für Quentel besorgte. Diese Ausgabe muss die frühesten Blätter von Worms enthalten. Auf eine spä- teren deutschen Ausgabe machen wir unten bei den Aposteln aufmerksam. Beide sind selten.
(M. 21). Die vier Evangelisten mit Attributen, jeder titlend und schreibend dargestellt. Ohne Monogramm. In dem Werke: Das gantz New Testament — durch H. Emser ver- teutscht. Anno 1520 (Peter Quentel). H. 51 Z., Br. 54 Z.
Die 12 Apostel, je zwei auf einem Blatte, mit Stellen aus dem Credo. Schöne und seltene Folge von 6 Blättern, jedes mit dem Monogramm bezeichnet. Auf dem ersten hängt am Baume ein Täfelchen mit dem Wappen von Cöln, und das letzte hat die Unterschrift: Coloniae Anno MDXXIX. per Antonium de Vormacia. Bartsch (Nr. 8. c.) kennt nur zwei Blätter, Sotzmann besitzt aber die ganze Folge. H. 6 Z., Br. 4 Z. 6 L.
Die Evangelisten und Apostel kommen wahrscheinlich in
P. Quentel's seltener Bibelausgabe vor: Biblia beyder, Alt vnd Newen Testamentes Teutsch. Cöln P. Quentel, s. a.
(1530?), kl. fol. Wir kennen nur den Titel dieser Bibel, welche vielleicht mehrere der erwähnten Blätter enthält.
(M. 22). St. Magdalena als Büßerin in der Felsengrotte, und in der Höhe rechts dieselbe von Engeln zum Himmel getragen. Oben steht: Dionysii a Rickel (Carthusiani) de reformatione claustralium liber. unus —. In Dionysii Car- thusiani operum minorum tomus secundus. Coloniae, J. So- ter 1532, fol. H. 64 Z., Br. 43 Z.
(M. 23). Der heil. Hieronymus in der Grotte schreibend. Hauptblatt ohne Monogramm, in Biblia juxta divi Hieronymi Stridonensis translationem. Coloniae, Euch. Cervicornus —.
(M. 27). Der Carthäuser Dionysius neben St. Barbara, wie er dem Kinde auf dem Schoosse der thronenden Maria sein Buch überreicht. Am Baldachin die Inschrift: Bonorum operum gloriosus est fructus. Zu den Füßen des Carthäusers: D. Dionysius Carthusien. Mit dem Monogramm. H. 6| Z., Br. 0 Z.
Dieses Blatt findet man auf der Kehrseite des Titels der Werke des Dionysius Carthusianus 1533, und noch 1558.
- (M. 28). Der Carthäuser Dionysius in ganzer Figur von einer Glorie umgeben, zu seinen Füßen der Teufel. D. Dionysius Carthusien, Doctor extaticus, Mit dem Monogramm. H. 6| Z., Br. 45 Z. Schlussblatt der Werke des Carthäusers 1532, 33
Eine verkleinerte Nachbildung ohne Monogramm ist in Dionysii Carth. de quatuor hominis novissimis tractatus. Co- loniae (J. Soter) 1532. H. 3| Z., Br. 2}3 Z. Dieses Blatt erwähnt Heller in den Zusätzen zu Bartsch. Bamberg 1844. Nach der Bemerkung desselben gibt es Abdrücke, wo auf der Rückseite ein Epigramm auf den Carthäuser von Alar- dus Arns'elredamus steht. Davon weiss Merlo nichts.
(M. 34). Der Erzbischof Rabanus Maurus von Mainz am Tische schreibend. H. 2| Z., Br. 2 Z. In Rabanis Mauri — de Clericorum institutione — libri II. Coloniae, J. Prael, 1532,
(M. 35). Derselbe Erzbischof auf dem Throne, von den vier
weltlichen Würdenträgern umgeben etc. H. 10| Z., Br. 64| Z. In Canones concilii provincialis Coloniensis — —, Imp.
Col. anno XXXVIII. Ex aedibus Quentelhanis 1538, fol. _ Auch in der deutschen Ausgabe kommt dieses Blatt vor.
(M. 30). Gamaliel und Paulus stehend, oben der Heiland mit dem Kreuze schwebend, unten Moses mit den Tafeln. Titel zu Altercatio synagogue et ecclesiae —, Colon., Mel- chior Novesianus 1537. H. 5 Z., Br. 4| Z.
(M. 42). Kaiser Carl V. auf dem Throne, mit breitem Hut und im Mantel. Unten: Carolus der fünfft. Röm. Keyser etc. Ohne Monogramm. Titelblatt der Predigten von Fried. Nau- sea. Mainz 1535, und der Concilia omnia. Coloniae, Quentel
- Die Abdrücke aus dem letzteren Werke haben latei- nische Unterschrift, H. 5| Z., Br. 4| Z.
(M. 30). Kaiser Carl V. dem Sultan gegenüber, welcher seine Eroberungen bis an den Rhein ausdehnen will: Cöln und das agripische Land, will ich gewinnen mit meiner Hand, Zwischen ihnen steht der Papst, der Priester Johann, der Sophi von Persien, König Ferdinand, und in einer zweiten Reihe mehrere andere Könige und Fürsten in Portraitähn- lichkeit. Dieses seltene satyrische Flugblatt ist betitelt: »Das new Bockspiel nach gestalt der Welt. Anno MDXXXI. Sotz- mann beschreibt und rühmt dieses Blatt, Kunstblatt 1838, Nr. 55. Das Monogramm steht nicht darauf,
Die Büsten Kaiser Carl V. und des Königs Ferdinand 1531. Titel zu den Sermones adventuales. Coloniae 1536. H. 5 Z. 10 L., Br. 6 Z. 8 L.
Wahrscheinlich der unten bei Beschreibung des Prospek- tes von Cöln erwähnte Stock.
- (M. 37). Eine Folge von 46 kleinen Figuren und anderen Darstellungen in folgendem seltenen Werke: Die Weissa-
erschien die lateinische Ausgabe: Pronosticatio Joh. Liech- tenbergers iam denuo sublatis mendis —. Anno MDXXVIII. kl. 8. Diese Blättchen sind von grosser Schönheit,
- (M. 38). Folge von 20 Blättern zu Frederici Nauseae Blan- cicampiani — — Liber Mirabilium septem, Col, P. Quentel MDXXXII. 4,
Die Holztafeln sind nur 11/2 Z. hoch, und 4 Z. breit,
- Vier Blätter mit Friesen, welche die Thaten des Herkules — vorstellen. Das erste Blatt hat oben in der Mitte das Zei- chen. Schmal qu., und hoch 8,
Wahrscheinlich Randleisten zu einer Titelverzierung,
Verschiedene schöne Titelverzierungen, Wappen auf Titel- blätter eingedruckt, Buchdrucker- und Verlagszeichen, Ale- phabete mit Kindern, in P. Quentel's Foliodruckwerken etc. Viele Blätter dieser Art beschreibt Merlo, wir können sie aber nicht aufzählen, da wir auf Ersparniss der Zeilen an- gewiesen sind,
(B. 10). Zwei Soldaten beim Kartenspiel, welchen ein Drit- ter zusieht. Ein Weib schenkt Wein in ein Glas, Ohne Zei- chen, nur mit der Jahrzahl 1520. H. 4 Z. 7 L.? Br. 3 Z.?
(M. 12). Prospekt der Stadt Cöln von der Rheinseite*), 9 Blätter mit lateinischen Aufschriften in Tafeln, und mit ei- nem unten besonders beigedruckten lateinischen Anhang, welcher unter dem ganzen Prospekt hinlauft. Er enthält die Dedication an Kaiser Carl V. und König Ferdinand II., und eine Erklärung an den Leser, dann eine kurze Notiz über alle Stifter, Kirchen, Klöster und Capellen. Jedes der neun Blätter ist 11/2 E, 11 Z. hoch, und 4 Z. gehen auf den ange- druckten Anhang. Die Breite der Blätter beträgt etwas über 19 Z., so dass das Ganze eine Ausdehnung von 10 F. 9 Z. 11 L. hat. Der obere Theil des ganzen Bildes enthält meh- rere Figuren in Wolken, und zu beiden Enden erscheinen Agrippa und Marsilius in römischer Rüstung.
Die erste Ausgabe dieses meisterhaften Werkes ist von 1531, wie aus der Schlussschrift hinter dem lateinischen Lob- gedicht des Buschius zu ersehen ist: Haec effigies inclytae urbis Aprippinae per honestum virum Petrum Quentell — — Anno Domini MDXXXI. Unter der Dedication ist ein schö- ner Holzschnitt mit den Brustbildern der genannten Für- sten und ihren Wappen, welcher später zu Büchern ver- wendet, und nicht wieder aufgedruckt wurde. In dieser Ausgabe fehlen aber die beiden steinernen Krahnen am Ufer, welche damals noch nicht vorhanden waren. Beim zweiten Drucke 1557 wurden Stücke mit denselben in die Platte eingesetzt. In der alten Ausgabe ist der Anhang schmä- ler, und die Dedication: Serenissimis invictissimisque Prin- cipibus ac Regibus — — — schliesst mit »coronatus est.«
*) Ueber dieses äusserst seltene Werk erschien folgende Schrift: Ueber des Antonius von Worms Abbildung der Stadt Cöln aus dem Jahre 1531, von J. D. Sotzmann. Mit drei Vor- stellungen in Steindruck, Cöln 1819, 8. Im Kunstblatt 1838 Nr. 55 kommt Sotzmann darauf zurück. Am ausführ- lichsten berichtet Merlo I c& S. 522.
Von der ersten Ausgabe ist in Cöln nur ein mangelhaf- tes Exemplar, dagegen sind in Berlin zwei treffliche Abdrü- cke; der eine im k. Museum aus der v. Nagler'schen Samm- lung. Der k. preussische Revisionsrath Liel besitzt ein Exem- plar von vollkommenster Erhaltung im primitiven Zustande. Auf dem ersten Blatte ist hier die Dedication zwischen den
in Holz geschnittenen ganzen Figuren des Kaisers und des Königs, und sie enthält die später weggelassenen Worte »itemque et R. domino nostro D. Hermanno a Weda, ar- chiep. Colon.«
Über den Formschneider lässt die Dedication unbefrie- diget. Auf dem sechsten Blatte sieht man aber über dem gedruckten Anhang die Buchstaben A W. im Täfelchen.
Die Abbildung von Cöln in Münster's Cosmographey soll 1548 nach dem genannten Werke umgearbeitet worden seyn, wie Sotzmann behauptet. In der Ausgabe von 1557 steht aber, dass sich Münster eines Gemäldes bedient habe, wel- ches ihm der Arzt Simon Richwinus zur Benützung gab.
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