Worlidge, Thomas, Maler und Radierer , wurde 1700 zu Peterbo- rough in Northamptonshire geboren, und von Grimaldi unterrich- tet. Dieser Meister lebte damals in London , so wie der zweite Lehrer des Künstlers, der Maler und Kupferstecher L. P. Boitard. Unter Leitung des Letzteren zeichnete er nach dem lebenden Modell, und versuchte sich auch in der historischen Composition. Viele Zeichnungen in Kreide und Tusch stammen aus jener Zeit. Zu den frühesten Bildern in Öl gehört sein eigenes Bildniss, wo- bei er sich viererlei Ocker bediente. Hierauf begleitete er seinen Meister Boitard auf einer Reise nach Holland und Flandern , wo er Gelegenheit fand, Werke der älteren Schule zu studiren. Sein Vorbild blieb aber Rembrandt, welchen er öfters täuschend nach- ahmte, so dass man einmal bei der Ausstellung ein Bild der heil. Cäcilia zurückwies, weil es für Copie nach Rembrandt gehalten wurde. Die sogenannten englischen Kenner erklärten indessen nicht selten ein Gemälde von Worlidge für Rembrandt, bis durch die Radirung des Meisters sie zur besseren Einsicht gelangten. Mr. Price, der Freund des Malers, besass mehrere Bilder von dem englischen Rembrandt, und Mr. John Astley hatte eine noch grössere Anzahl. In der Behandlung sind indessen seine Werke nicht gleich. In der früheren Zeit malte er sehr breit und pastos, so dass er von vielen der Rohheit beschuldigt wurde. Im Besitze einer grossen technischen Fertigkeit kannte er genau die Wirkung der Farben. Die Tinten sind häufig nur angelegt, und wenig ver- trieben, so dass man die Bilder skizzenhaft und roh befand. In der späteren Zeit lieferte er aber auch mehrere Bilder, welche fleis- sig vollendet sind, sowohl historische Darstellungen als Genrestü- cke. Dann malte Worlidge auch viele Bildnisse, worunter jenes seiner Frau, des Mr. Astley, der Mary Squires, Kitty Fisher, Eli- zabeth Canning u. s. w. genannt werden. Das Bildniss des Königs Georg II. hat Houston nach ihm geschabt, so wie jenes des Schau- spielers Mr. Berry. Mac Ardell stach das Portrait der Mary Smith, und G. Walker einen Engel in Mezzotinto.
Worlidge lebte viele Jahre in Bath, und starb 1766 zu Ham- mersmith in der Nähe der genannten Stadt. Walpole gibt Nach- richt über diesen Meister. Auch im Monthly Magazine I. 1706 ist eine Biographie desselben.
Eigenhändige Radirungen.
Worlidge radirte 140 Blätter in Rembrandt's Manier, die mei- sten nach eigenen Zeichnungen und Gemälden, einige auch nach Rembrandt. Mit der Schneidnadel wusste er aber nicht so sicher umzugehen, als der genannte Meister, so dass seine Blätter in dieser Hinsicht etwas kalt erscheinen. Indessen sind sie immerhin eifrige behandelt, und Beweise des Lobes, welches man diesem Künstler zollt. Seine Blätter sind auch eben so sehr gesucht, als die Tuschzeichnungen. Er bezeichnet sie mit dem Namen oder
mit den Initialen T, W. Die Blätter haben geätzte, oder gesto- chene Nummern.
Bildniss des Künstlers, Er sitzt mit der Reisfeder in der Hand am Tische, und hinter ihm steht ein Bild auf der
Nicolaus Poussin, Maler, 1757, 8.
P. P. Rubens, in ovaler Einfassung, 1777, 12.
John Evelyn, für dessen Sculptura etc. The 2d. Edit. London 1755. 69, 8. &c
Rembrandt van Ryn, halbe Figur mit Mütze und im Mantel. Gegenseitige Copie nach Rembrandt, B, Nr. 21, gr. 4,
Oliver Cromwell. Brustbild mit kleinem Stutzbarte und blossem Kopfe. Seltenes Blatt, H. 2 Z. 11 L., Br. 2 Z. 5 L.
Garrick als Tancred, 8.
M. Tullius Cicero, after an ancient Statue in white marble presentet to the University of Oxford. by the Countess of Pomfret, gr. fol.
Die Künstlerbildnisse in The Works of Jonathan Richardson etc. London 1792, 4.
Halbe Figur eines Geistlichen mit krausen Haaren, nach Links. Oben T. W., 8.
Männliches Brustbild mit vier Federn auf dem Hut, und einer Schärpe um den Leib, 1751, 8.
Brustbild eines Mannes im Pelzmantel, mit Stutzbart und einer Feder auf dem Hut, 8.
Büste eines Alten mit Mütze und Bart, nach rechts, 1754, 8.
Büste eines bärtigen Greises, herabblickend, neben ihm ein Kopf im Profil nach rechts, 1754, 4.
Büste eines bärtigen Greises mit Pelzkragen, nach links, Oben rechts T. W., 16.
Büste einer jungen Frau mit Schleier um den Kopf, Rechts unten T W. 1751, 8.
Büste eines bärtigen Mannes mit Hut, 1761, 16.
Ein junger Mann vor dem Tische, auf welchem Bücher liegen, nach Rembrandt, 4.
Büste eines Jünglings mit fliegenden Haaren, 16.
Christus heilt die Lahmen, Copie nach Rembrandt, das sogenannte Hundert-Gulden Blatt. Seltenes Radirung, qu. fol.
Susanna und die beiden Alten, 4.
The Instalment of the Earl of Westmoreland at Oxford. Die Installation des Grafen von Westmorland, als Kanzler der Universität Oxford. Figurenreiche Composition mit Architektur. Seltenes Hauptblatt, qu. roy. fol. Bei Weigel 4-Thl.
Die Zeichenakademie, 4.
Ein Bettler mit zwei Krücken gehend, 8.
Ein geflügelter Genius, 8.
Der Perser, 1723, gr. 8.
Hamet, der Gefährte Muhamed's. Seltenes Blatt, 4.
Eine Folge von 180 antiken Gemmen, nach Originalen in verschiedenen englischen Cabinetten gezeichnet und radirt. Meistens mit T. W. bezeichnet.
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