Woodford, Samuel

Woodford, Samuel, Maler; geboren zu Castle Cary in der Graf- schaft Somerset 1754, stammte aus einer achtbaren Familie, und betrieb Anfangs die Kunst nur aus Liebhaberei, bis ihn endlich Bampfylde und W. Hoare bewogen, an der Akademie in London gründliche Studien zu machen. Er zeichnete jetzt nach der Antike und dem lebenden Modell, machte sich mit der Anatomie bekannt, und hatte bereits die nöthige Vorbildung zum Historienmaler, als er 1785 mit Unterstützung der beiden Hoare die Reise nach Italien antrat. In Rom copirte er für Richard Coly Hoare Rafael's Par- nass und die Schule von Athen , und diese letztere Darstellung liess dann Hoare für das Fenster seines Bibliothekzimmers in Stour- head von Eginton auf Glas malen. Dann copirte Woodford auch Paul Veronese's Gemälde im Palast Pisanı, welches die Familie des Darius vor Alexander vorstellt, konnte aber das Colorit der vene- tianischen Schule nicht erreichen, so dass dieses Bild nur in Zeich- nung und Ausdruck Verdienst hat, in der Färbung aber matt er- scheint. Im Jahre 1801 kehrte der Künstler mit R. C. Hoare nach England zurück, wo er der Historienmalerei grösseren Eingang verschaffen wollte. Allein Woodford machte auf diesem Felde noch weniger Glück, als Reynolds, Opie und Romney, welche zwar als Portraitmaler viele Aufträge fanden, aber nur selten ein histo- risches Bild an Mann brachten. B. West verdankte seiner könig- lichen Besoldung den Ruf als Historienmaler, die anderen Mei- ster konnten nur im Genre auf Erfolg rechnen. Und somit fin- den sich auch von Woodford nur wenige geschichtliche Darstel- lungen, sondern meistens Scenen aus Dichtern, allegorische Bil- der, Landschaften mit Staffage, und Portraite. Seine Werke ver- dienen immerhin Beachtung, indem er jedenfalls über dem nicht selten steifen und geistlosen B. West steht, wenn auch dieser mehr

Im Jahre 1800 wurde Woodford in die k. Akademie aufge- nommen, aber erst 1807 wirkliches Mitglied. Damals überreichte er das Bild der Dorinda, wie sie von Sylvio verwundet wird. Keines seiner letzten Werke auf englischem Boden stellt den Abschied Karl I. von seiner Familie dar. Im Jahre 1816 begab er sich nach Italien, um den Rest seiner Jahre zu verleben. Er wollte italieni- sche Volksscenen und Costümstücke malen, starb aber bald nach seiner Ankunft in Bologna.

Titus Andronicus, nach Shakespeare's Act II, 3, Gest. von A. Smith für Boydell's Shakespeare-Gallery, fol.,

The Interview of Charles I. with his children, eines der schön- sten Blätter von W. Sharp, gr. qu. fol.,

Shepherdess, Halbe Figur einer Schäferin, von J. R. Smith punktirt, Oval, 4.

Die Waldnymphe, von demselben punktirt, 4.

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