WOLF, Johann Alois, Maler, wurde zu Mün- chen geboren, wo sein Vater Jonas ebenfalls Maler war. Dieser ertheilte ihm den ersten Unterricht, und der Bildhauer B. Ableitner weihte ihn mit solchem Glück in die Anatomie ein, dass Wolf schon als Knabe von fünfzehn Jahren Ungewöhnliches leistete. Damals nahm er Schönfeld und Ulrich Loth zum Vorbild; später aber fand er gute Gypsabgüsse und Zeichnungen, und Stiche nach Raphael vor, wodurch sein angebornes Talent jene Richtung er- hielt, in welcher er, abgesehen von den Mängeln seiner Zeit, wirk- lich Gutes leistete. WOLF ist originell und erfindungsreich, und ging bei jeder Composition mit grosser Ueberlegung zu Werk. Er machte genaue Studien nach der Natur, und suchte nie durch Ueber- treibung zu imponiren. Stellung und Ausdruck seiner Figuren stehen immer in Gleichgewicht, und sind auf das Ehörige Maass zurückgeführt. Es finden sich von ihm noch viele Altarblätter, und auch in der Pinakothek zu München hat er einen Ehrenplatz. Da sieht man die Vermählung der heil. Jungfrau in lebensgrossen Fi- guren. In Schleissheim sind ebenfalls zwei grosse Bilder: die Com- munion der heil. Jungfrau, und dieselbe auf der Weltekugel. In der Metropolitankirche zu München ist das Altarbild des heil. Rupert, in der Josephs-Spitalkirche der Tod des heil. Joseph, in der Kir- che des Herzog-Spitals die heil. Elisabeth, und in der heil. Geist- kirche die unbefleckte Empfängniss von ihm gemalt. Auch in der St. Martinskirche zu Landshut , bei St. Jodocus daselbst, in den ehemaligen Jesuitenkirchen zu Straubing und Augsburg, Innsbruck, Freiburg im Breisgau, in den Domen zu Passau, Regensburg und Freising, in den Klosterkirchen zu Waldsassen, Andechs, Diessen, Fürstenfeldbruck, Benediktbeuern, Schäftlarn, Buxheim, Kempten, Schussenried u. s. w. sind Altargemälde von ihm, welche Lipowsky näher bezeichnet. Eines der schönsten Gemälde des Meisters ist jenes mit St. Andreas im Dome zu Freising, und die Himmelfahrt
In der letzteren Zeit seines Lebens befasste er sich auch mit der Architektur. Nach seinen Plänen wurde das Kloster und die Kirche in Schaeftlarn erbaut. Im Jahre 1716 starb der Künstler. In der Pinakothek zu München ist sein eigenhändiges Bildniss. B.
Weiss hat es radirt. Der Letztere besass viele Zeichnungen von Wolf, und benützte sie häufig bei seinen Radirungen, ohne An- gabe des Erfinders. Ausserdem erwähnen wir folgender Blätter.
Bildnisse bayerischer Fürsten, gest. von B. Kilian, 8.
Brustbild eines bayerischen Prinzen von Mars und Pallas ge- krönt, gest. von C. G. ab Amling, 4.
Maria mit dem Jesuskinde: Marianische Liebesversammlung un- ter dem Titel Maria Hülf etc. 1684 J. A. Wolff del. C. G. ab Am- ling SC. 8. gr. Fol.
St. Andreas Apollonius, Beschützer der Kranken. J. A. Wolff pinx. 1712. F. J. Spaet sc., s. gr. Fol.
Verschiedene allegorische Darstellungen, und Heilige, gesto- chen von J. G. Wolfgang, Kilian, C. G. ab Amling, E. Hainzel- mann, E. C. Heiss, Fol. und 8.
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