Wolf, Caspar, Landschaftsmaler , wurde 1735 zu Muri im Canton Aarau geboren, und wenn Talent und Fleiss einem Künstler Glück bereiten soll, so hätte dieser Mann den gerechtesten Anspruch darauf machen können. Allein er musste immer mit Noth und Sorgen kämpfen, Haus und Familie verlassen, um ein seherliches Auskommen zu suchen. Anfangs Schüler von Lenzer in Cox suchte er in Augsburg , München und Passau Condition, und be- reits Familienvater trug er seinen Wanderstab nach Paris , wo er in Loutherburg einen Lehrer und Gönner fand. Nach einigen Jahren kehrte Wolf wieder nach Muri zurück, fand aber keinen Sinnen für seine Kunst. Er malte mit kühnen Zügen Ansichten von Gletschern, wilden Schluchten, Stürme, als wenn die Welt zu Grunde gehen und nur Ruinen hinterlassen wollte, fand aber keine Käufer. Endlich verband sich der Künstler mit Wagner in Bern zur Herausgabe von Schweizerprospekten in colorirten Blät- tern. Er malte die Ansichten nach der Natur in Aquarell und Oel, wofür ihn Wagner bezahlte. Dieser Kunstkund besass 150 Bil- der von Wolf, und bestimmte 50 für den Stich und zur Colori- rung, welche mit Text von Professor Wittenbach im In- und Aus- lande den Sinn für die Naturschönheiten der Schweiz aufschlies- sen sollten. Es erschien aber nur Eine Lieferung {12 Blätter?), da der Absatz zu gering war. Den Stich besorgten M. Pfenninger, J. Störcklin, C. Wys, Demeuse u. A., gr. fol. Hierauf griff Henry von Bern das Unternehmen wieder auf, und Hess die Blätter zu Paris unter Leitung des berühmten Joseph Vernet von Descourtis und Janinet in Auteuil stechen und in Farbendruck ausführen. Im Vergleich mit den Wagner'schen Blättern erscheinen diese fa- brikmässig, und Henry musste nach ein paar Lieferungen das Un- terlass.
nehmen ebenfalls aufgeben. Der Winklersche Catalog verzeichnet 10 Blätter der älteren Lieferung, und 24 Blätter aus Henzys Ver- lag. Letztere erschienen unter einem Titel, welcher die Minerva mit drei Genien darstellt, wie ihr zwei Helvetier die Zeichnungen
darreichen, gr. qu. fol. Wolf verliess zuletzt die Schweiz und starb zu Mannheim als armer Mann 1708. M. Stumpf hat sein Bildniss
gestochen. Folgendes Blatt ist von Wolf radirt und in Aquatinta behandelt.
Landschaft mit einem am Felsen sitzenden Einsiedler, rechts
am See eine Stadt. Ohne Namen. H. 3 Z. 1 L., Br. 6 Z. 10 L.
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