Woiriot, Pierre, auch P. Voisiot, P. de Bonzey und P. Voisi- rotus Bozaeus genannt, war Goldschmied , Kupferstecher und Form- schneider, und wurde gegen zu Bonzey oder Bosey in Loth- ringen geboren. Den Beinamen de Bonzey oder Bozaeus nahm er aber erst als Mann von circa dreissig Jahren an, und daraus erklärt sich das Monogramm PWB. (P. Voisiot De Bonzey).
Ein anderes Monogramm des Künstlers besteht aus PWB., an welches sich zuweilen das Wort Bozaeus schliesst, so dass P. Vois- rotus Bozaecus zu lesen ist. Das dem Monogramm noch weiter beigefügte Zeichen ist das sogenannte Lothringische Kreuz, wel- ches häufig vorkommt.
Voisiot übte seine Kunst in Lyon , und hatte den Titel eines Sculpteur du duc de Lorraine, wie aus dem Privilegium der th- blemes Chretiennes (sic) par Mile de Montenay erhellt. Vois- riot hatte eine gelehrte Bildung, indem er lateinisch und griechisch verstand, und französische Verse machte. Solche stehen unter sel- tenen biblischen Darstellungen. Die Dedication zu seinem Werke über die Gebräuche bei den Beerdigungen alter Völker schrieb er lateinisch, und auch andere Blätter haben lateinische, griechische und französische Aufschriften. Aus seinem Werke über die röml- schen Alterthümer geht hervor, dass er auch in Rom sich aufge- halten habe. Woiriot war ein Künstler von Ruf, und es ist da- her auffallend, dass die Geschichtsschreiber von Lyon so wenig über ihn wissen. Genauer bekannt wurde er erst durch Robert- Dumesnil (Peintre graveur frangais VII, Paris 1844). Was frühere Schriftsteller von ihm berichten, ist grösstentheils unrichtig, und da diesen (Marolles, Malpe, Bönard etc.) auch von den neueren nachgeschrieben wurde, so verbreitete sich der Irrthum bis in un- sere Zeit herab. Erst Robert Dumesnil forschte der Spur des Mei- stern genauer nach, und so steht jetzt fest, was oben nach diesem Schriftsteller gesagt ist. Marolles ist derjenige, welcher behauptet, der Künstler stamme aus Bar-le-Duc, wozu er wahrscheinlich durch das Monogramm PWB verleitet wurde. Diese Ansicht adoptirten Huber und andere Verfertiger von Catalogen, auch Bru- lot etc. Benard nennt den Künstler im Cataloge des Cabinet Paignon-Dijanval zuerst Woiriot Bonzey, lässt ihn aber zu Cham- planon geboren werden. Er schöpfte dies aus der französischen Erklärung des Blattes mit der Schlacht des Constantin nach Rafael. Da steht aber am Ende: A. Champlanon, dann das Monogramm PWB Bonzey. Champlanon bedeutet nur den Ort, wo der Kunst- ler das Blatt datiert hat.
Voisiot arbeitete mit dem Stichel und den kalten Nadeln auf dem Kupfer, ohne je das Aetzwasser anzuwenden. Seine ersten Blät
ze, später lieferte er aber für seine Zeit treffliche Arbeiten, wie.
das Bildniss des Franz Duaren, der Louise Labé, sein eigenes 1556, die Degenriffe und die Blätter des Pinax Iconicus (Be- gräbniss-Ceremonien); Diese nennt Robert-Dumesnil kleine Mei- sterstücke, Sein fruchtbarer Geist spricht sich namentlich auch in den allegorischen Beiwerken und in den Ornamenten aus, womit die Bildnisse umgeben sind.
Dem Formschnitte widmete er sich erst in späteren Jahren. Blätter dieser Art erscheinen erst in Druckwerken von 1561, 1573 und 1570. Die früheren sind schwach, und nach eigener Zeich- nung, meisterhaft aber die Abbildungen der Münzen in Le Pois' Discours sur les medailles, für welchen Woiriot auch solche in Kupfer gestochen hat. Das jüngste Datum auf seinen Blättern ist von 1580. Diese Jahrzahl trägt das Bildniss des Dichters Nic. Cle- ment, welches aber noch mit voller Kraft gestochen ist. Auch die Bildnisse der Könige und Herzöge von Austrasien gehören in jene Zeit, und zeugen von dem ungeschwächten Talente des Meisters., Er liebte aber das Alterthümliche, und gestattete daher den go- thischen Elementen bis in die späteste Zeit ihren Einfluss, obgleich im Ganzen der Styl der Renaisance - Periode vorherrschend ist. Von seinen Zeitgenossen Geoffroy du Monstier, J. Androuet du Cerceau, Henri Boivin, E. Delaulne, J. Chartier, Marc Duval hat er wenig
gemein. Robert-Dumesnil beschreibt im Ganzen 401 Blatt von diesem
Meister, alle aus der Zeit von 1555 — 1580, glaubt aber nicht, da-
mit das Verzeichniss geschlossen zu haben. Das Bildniss des Künstlers kommt am Schlusse der Portraite vor. In Kupfer gestochene Blätter,
Nach angenommener Weise lassen wir hier die einzelnen Por- traite nach dem Alphabet der Namen, dann die Suite der austrasi- schen Könige, die historischen Darstellungen u. s. w. folgen. Die Nrs. bei Robert-Dumesnil sind in ().
Portraite,
(273) Aneau, Barthelemi, Dichter, halbe Figur nach rechts mit dem Lorbeerkranz, umgeben von allegorischen Figuren, welche chemische und astrologische Zeichen tragen. Fortuna et Livor, Spatii concedite tantum etce. Mit dem Zeichen und dem Beisatze: amico suo. Ohne Namen des Dichters, wel- cher aber erkannt wird, 8.
(274) Bocchius, Achilles An. Aet. LXXI. 1560. Büste nach rechts in Medaillon. Mit dem Monogramm WF., 32.
(275) Bocchia, Constantia, Achilles F. Ann. Aet. XVIII
- Das Gegenstück zu obigem Blatte, und eben so be- zeichnet,
- (276) Bornionus, Jac. J. C. anno aetatis 43. Büste in ovaler Einlassung mit Pallas und Merkur. Pro Patria pu- gnare, domique forisque etc. Mit dem Zeichen 1573, 8.
I. Mit obiger Schrift unten im Cartouche,
II. An der Stelle derselben: Socrates Philosophe Athenien fils d'un sculpteur etc. Jollain exc.,
(277) Calvinus, Johan. Vere Theologus Ecclesiastes gene- ven. Büste auf einem Piedestal, mit der Devise: Prompte et sincere. Mit dem Zeichen, 8.
(295) Carolus, D. G. Cal. Loth. B. Gel, Dux (Carl II.) Herzog von Lothringen), Büste auf einem Piedestal in ver-
Nagler's Künstler-Lex. Bd., XXII., 2
ziertem Oval mit Figuren; Im Cartouche unten: Hic Re- um De Stirpe Satus etc. etc. 1575. Nach der Dedication:
etrus Woiriotus Bozaeus Dicabat, gr. fol.
(206) Carolus D. G. Cal. Loth, B. Gel. Dux; Stehend in Rüstung in einem Runde mit Trophäen. Im Grunde: Ca- rolus imperis princeps lorigo _ ordine regis Macto animo se- quin; Links unten das Zeichen, 12.
(297) Derselbe Herzog in Rüstung zu Pferd. Medaillon mit der Schrift: Austrasia Aegta Tuo Princeps Ego Munere Ser- vor; Unten das Zeichen 1578 Primus Januarıi, 12:
(278) Choiseul, Fran, de, Chev. de Lordre du Roy'etc.
‘ Büste in Medaillon, Mit dem Zeichen 1580, 12
(279) Clement, Nicolaus, Dichter, Büste in runder Ein- fassung. Clemens a Gigante Illustrissimi Lotharingue Ducis consiliarius etc. Mit dem Zeichen 1580, 12.
a. (280) Cobos, Diego de,; Marquis de Camaraca. Büste in verziertem Medaillon, zu den Seiten Mars und Venus, Di- dacus Decovos Marchio Camarsae etc. 1550. Mit WF., 16.
b. Curio, Leo. Büste in verziertem Oval. Mit dem Zei- chen, 12.
(281) Desmasures, Louis, Dichter. Büste in verzierter Einfassung mit Virgil und Ovid. In L. Masurii imaginem ex vivo expressam. Vivit in Effigie et P. Woiriot lotaringo 1560 inue, faciebat, kl. fol.
I. Mit dem Namen des Stechers, wie oben;
II. Mit der Veränderung: Woiriot Bonzeys.
III. Das zweite F im Worte Effigie ist von regelmässiger Form. In frühen Drucken fehlt der mittlere Querstrich.
(282) Duarenus, Franciscus, Jurisconsultus (Jvräcon.) 1556. Büste in verzierter Einfassung. P. W. F., 8. Dieses Bildniss hat in demselben Jahre auch Giorgio Man- tuano gestochen.
(283) Chastelet, Pierre du, Bischof von Toul. Büste nach rechts, Auf dem Täfelchen oben: Quo Nil Splendidius Lo- tharingia Suspicit Ipsus etc., unten die Dedication an P. Castelletus, und über dem Mönogramm 1578, 4.
I. Vor dem Ritz, welcher durch die Kapuze, rechte Schulter und den Grund geht:
I. Mit diesem,
II. Die Linie ausgeklopft.
(284) Duiffoprugcar, Gaspar, berühmter Verfertiger mu- sikalischer Instrumente. Halbe Figur nach links. Viva fai, in sylvis sum dura Occisa securi etc. Mit dem Zeichen 1562, gr. 4.
(285) Foësius, Anutius; Arzt von Metz (Medicus Matri- cus). Büste in Oval. Mit dem Zeichen 1580, 12.
(286) Gonzaga, Federicus, Ann. XIX, 1550. Büste in ver- ziertem Rund. Mit dem Kreuze von Lothringen bezeichnet, 12.
(287) Jazu, Claudius, Senonensis Medicus, Anno Aet. 40. Büste in runder Verzierung. Orci oblisio praestanti decenti. Mit dem Zeichen 1588, 12.
(288) Jo. Casimirus, Co. Pal. Rhe. Dux Bavariae. Büste in Medaillon mit Traphäen und Figuren. Redeat Fiducia
Mundo. Mit dem Zeichen 1570, gr. 12.
(289) Labbe, Louise, Lionnoise (L. Labé, genannt la belle Cordiere). Büste nach links auf weissem Grunde. Mit P. W. 1555 bezeichnet, 8.
(204) Lescuyer, Blas; Prov. Samier. Vice Pref, Et. Serenis. “ Princ. Loth Et Bar. Gons, Consiliarii., Anno.-Ae. LIX. Büste 1 in Medaillon, unten eine leere Tafel zu einer Inschrift, und das Monogramm, 8. a 1;
(208) Lotharingia, Nicolaus, Mercurii Dux, Nomenei Märchio, Chalignei Comes, Der Onkel des oben erwähnten Carl II. von Lothringen, stehend in Rüstung mit dem Pla- cet des Königs in der Hand, Rund, unten das Zeichen, 12.
(299) Montenay, Georgette de; Hofdame der Königin Jo- hanna von Navarra, Halbe Figur mit der Feder in der Hand, sitzend am Tische, auf welchem die Laute liegt, mit der Jahrzahl 1567. Unten auf der Tafel: D'affeccion, zele et in- telligence etc. etcs. Rechts vor den Versen ist das Mono- gramm der G. de Montenay (DGM.) und das Kreuz von Lothringen, als Zeichen des Künstlers, 4. Diese Dame ist die Verfasserin des Textes der unten fol- genden Emblemes chretiens. I. Mit dem obigen Zeichen, II. Das Kreuz ausgeklopft, aber mit sichtbaren Spuren,
(290) Motheaü, Ludovicus (L. de la Mothe), Libellorum supplicum in Regia Lotharingiae magister — 1570. Büste. in verzierter Einfassung, mit allegorischen Figuren zu den Seiten. Mit dem Zeichen zwischen Nı Fa., frif.
(291) Motheaü, Theodorus (Thierry de la Mothe), Bar- rodocace Provinciae Propraefectus — Annorum 37, 1562., Halbe Figur mit dem Tudtenkopf; Zu deu Seiten der Ein- fassung die Hoffnung und die Furcht. In dem grossen Car- touche: J'ay L'esprit de Dieu donne etc. etc. Unten das Zeichen zwischen In. Fa., fol. I. Vor der Zahl 37 nach dem Worte Annorum.
- Mit obiger Ziffer, /'
(300) M. Nostradamus, Aetatis LVIII. ann.. Halbe Fi- gur in Medaillon auf weissem Grunde.. Me victum baccho Jachrymas efundere dirunt — -, Mit dem Zeichen 1562, I. 12
- Piso, Antonius (A. le Pois), Annos natus 54. Büste in verziertem Oval. Mit dem Zeichen, I. Mit dem Taufnamen Piso's. II. Derselbe durch den Buchstaben A, angedeutet. In le Pois Discours sur les Medailles. )
(293) Piso, Nicolaus (N. le Pois), Annos natus 52. Büste in verzierter Einfassung, Mit dem Zeichen 1579, 8. I. Ohne Schrift auf der Rückseite. II. Titel zu Piso's Werk De cognoscendis: et curandis humani corporis morbis —, Francof. A. Wechel 1585, 8.
(301) Pius IV, Pont. Opt. Max. Büste in Oval mit Wappen und Genien. Petrus Voiriot in. f. 1590., 12.
(302) Poignant, Jean, Büste in runder Einfassung. In Symbolum Clarissim. Viri D. Jo. Poignantii in Samihenensis (St. Michiel) Senatu Praesides 1584. Mit dem Zeichen, 12.
(304) Sabellus, Bernardinus, 1550 Anno aetatis suae XXVI. Büste im Cuirasse auf einem Sockel in Oval. Mit dem Zei- chen WF., gr. 8.
(303) Salm, Jean Comte de, Baron de Wivier, Mareschal de Lorraine —. Zu Pferd in Medaillon. Unten im Car- touche das Zeichen PWDBF., 42.
(307) Selym II. Othomann XI. Roy Des Turcs — —. 1566° Im Profil nach links mit dem Scepter, A mon souverain Seigneur le Duc de Lorraine. Mit dem Zeichen, 4.
(308) Serocourt, Francois de, Abbé de S. Benoist. Büste nach rechts auf einem Sockel, mit der Schrift: aeta suae, Oval, unten das Zeichen, 8.
(309) Vielleville, Francois de Scepeaulx, Marschall de France. Büste in Oval auf einem verzierten Piedestal, mit
der Schrift: Ae. LV, An. In spem contra spem. Unten das Zeichen 1564, 4.
(303) Urbini, R. Rafael Sanzio (Santi) von Urbino. Büste nach rechts auf einem Piedestal in reich verziertem Oval. Unten auf der Tafel: Nicolao Bailivo Lotaringo pingent sola alii etc. Cum privilegio Regis ad annum decem, P. Woiriot F. 1559, kl. 4. /
(301) Woiriot, Petrus, Lotharingus Huc faciebat Eiconas Cuius Effigies Haec Est Anno Suae Aetatis 24. — 1559. Bü- ste nach links in verziertem Cartouche, 12.
(200 — 272) Die Bildnisse der Könige und Herzöge von Au- strasien, unter folgendem Titel: Les Roys et Ducs d'Au- strasie de N. Clement. Traduits en Francois par Francois Guibaudet Dijonnois. A Coulogne MDXCI., 4.
- Dieses Werk enthält 64 Blätter mit der Titelvignette, wel- che in architektonischer Einfassung das Wappen von Loth- ringen und allegorische Figuren zeigt. Die Tafel für die Inschrift ist leer. Das Bildniß von Chilperic kommt zwei- mal, mit veränderter Inschrift vor. Keines dieser Blätter trägt den Namen oder das Monogramm des Stechers, nur das Schwert Gottfried IV, ist mit dem Lothringischen Kreuze bezeichnet.
In den Jahren 1501, 1593, 1610 und 1610 erschienen auch Ausgaben mit lateinischem Text, unter dem Titel: Austra- siae Reges Et Duces Epigrammatis etc., oder Austrasiae Re- ges et Lotharingiae Duces etc. Sie erschienen zu Köln in demselben Formate. Die Ausgabe von 1610 hat eine in Holz geschnittene Titelvignette, mit der Schrift auf der Band- rolle; Nobilium Actionum Insigne. Eine andere Ausgabe, welche zu Espinal 16017 veranstaltet wurde, hat französi- schen Text. ;
Die Bildnisse der Fürsten haben lateinische Bezeichnung der Namen, und erscheinen in Medaillons mit Cordon, wel- che im Durchmesser 66 — 69 Mill. enthalten. Die Porträite beginnen mit Theodorich und enden mit Karl III. Das Bild- niß des Letzteren fehlt häufig, und wurde mit einem an- deren von Alexander Vallee ersetzt. Auf dem Blatte von Woiriot trägt der Herzog eine Mütze und die Halskrause, auf jenem von Vallee erscheint er in Rüstung und im blos- sen Kopfe, Robert-Dumesnil verzeichnet diese Bildnisse, und macht auf eine Genealogie des Hauses Lothringen auf- merksam, welche um dieselbe Zeit erschien, ihm aber nicht zu Gesicht kam,
Biblische und allegorische Darstellungen
(2— 1?). Eine Folge von 20 Blättern mit biblischen Sce- nen, alle mit dem Monogramm PWDB. und dem darunter stehenden fa, bezeichnet. Im Rande sind vier lateinische und vier französische Verse im Täfelchen, doch ist der Rand häufig abgeschnitten. Robert-Dumesnil gibt zu, dass die Zahl der Blätter grösser sei,
(2). Noah im Zustande der Trunkenheit von seinen beiden Söhnen bedeckt. Gen, Cap. 9,
(3). Der Thurmbau zu Babel. Vorn Noah's Kinder in Schre- cken über die Erscheinung der leuchtenden Kugel, qu. fol.
(4). Loth mit seinen wollüstigen Töchtern, qu. fol.
(5). Das Opfer Abrahams. Dieses Blatt nennen Huber und Rost; Robert-Dumesnil fand es aber nicht vor, qu. fol.
(6). Joseph von den Brüdern verkauft, qu. fol.
(7). Joseph deutet dem Pharao die Träume, qu. fol.
(8). Joseph auf dem Throne bezüchtigt seine Brüder des Diebstahls, qu. fol.
(9). Der Becher Pharao's im Sacke Benjamins gefunden, qu. fol.
(10). Joseph vor den Brüdern, wie sich Juda zum Sklaven für Benjamin erbietet, qu. fol.
(11). Jakob segnet seine beiden Knaben, qu. fol.
(12). Moses als Kind aus dem Wasser errettet, qu. fol. Dieses Blatt nennen Huber und Rost; Robert-Dumesnil konnte es aber nicht finden.
(13). Moses und Aaron vor Pharao, wie ersterer Wasser in Blut verwandelt, qu. fol.
(14). Pharao bei der Tafel, während der Regen von Heu- schrecken hereinbricht, qu. fol.
(15). Der Tod der Erstgebornen in Ägypten, links oben der Engel des Verderbens mit flammendem Schwerte, qu. fol.
(16). Der Auszug der Israeliten aus Ägypten, qu. fol. Im Catalog Paignon-Dijonval erwähnt; Robert-Dumesnil fand das Blatt nicht vor.
(17). Die Israeliten in der Wüste während des Manna-Re- gens, qu. fol.
(18). Die Israeliten beten das goldene Kalb an, qu. fol.
(19). Moses verkündet dem Volke das göttliche Gesetz, qu. fol.
(20). Die Auferstehung Christi, sehr schöne Copie von Nr. 9 des Werkes von Giorgio Mantuano (Ghisi). Auf der Hel- lenwache des schlafenden Soldaten der Buchstabe W. mit dem Kreuze von Lothringen, fol.
(21 — 120). Emblemes ou Devises chrestiennes, composées par Damoiselle Georgette de Montenay, Lyon, J. Marcorelle, M. D.LXXI. 4. Dieses Buch mit christlichen Emblemen enthält 100 num- merirte Blätter, welche Woiriot mit besonderer Liebe gesto- chen hat. Die Verfasserin, deren oben erwähntes Portrait vor dem Titel steht, war Protestantin, und der Künstler selbst scheint glaubensverwandt gewesen zu seyn, da er auch die Bildnisse von Calvin und Aneau gestochen hat. Die Darstellungen haben alle kurze lateinische Devisen, und tra-
Man kennt folgende Ausgaben von diesem Werke:
I. Die erwähnte Ausgabe von 1571. In dieser haben die Blät- ter das Kreuz von Lothringen,
II. Die Ausgabe von 1620, welche zu La Rochelle bei Jean Dinet erschien, und mit der obigen gleich ist. Dinet ließ zu den alten Exemplaren nur einen neuen Titel drucken, mit Hinweglassung des Privilegiums.
III. Die lateinische Ausgabe von 1584 bei Christoph Froschauer in Zürich: Georgiae Montancae, nobilis Gallae, emblema- tum christianorum centuria, cum earundem latina interprö- tatione. Auf den Blättern fehlt das Kreuz, man bemerkt aber die Spuren desselben,
IV. Die französische Ausgabe von 1602 zu Heidelberg bei Joh. Lancelloti: Cent Emblemes chrestiens de Damoiselle Geor- gette de Montenay. Auch hier fehlt auf den Blättern das Kreuz von Lothringen.
Dann kommen Abdrücke mit französischen Versen vor, theilweise mit Adressen an die Königin von Navarra und an M. de la Caze,
Um Raum zu ersparen, müssen wir bezüglich der genauen Beschreibung der 100 Blätter auf Robert-Dumesnil verweisen,
- Historische Darstellungen, Statuen und Me- daillen,
(205). Phalaris, Tyrann von Agrigent, verdammt den Perillus zum Tode in dem glühenden Stier, P. Woériot F., kl. fol. Die späteren Abdrücke sind retouchirt.
(206). Asdrubals Gattin stürzt sich mit ihren beiden Kindern in die Flammen, P. Woériot F., kl. fol.
Ph. Thomassin hat dieses Blatt copirt. - Im Rande sind vier lateinische Verse zu zwei Zeilen, und dazwischen ist Thomassin's Adresse, kl. fol.
(207). Phocas gefangen vor Heraclius. Im Grunde ist der brennende Scheiterhaufen von einer Menge Volk umgeben, P. Woériot F., fol. Die späteren Abdrücke sind ganz retouchirt.
(208). Die Schlacht des Constantin, nach Rafael, in Fries- form. Links oben ist ein Täfelchen mit der Schrift: Imp. Caes. Constantinus Prostrato Ad Pontem Milvium Tyranno Maxentio etc. etc. In der Mitte oben ist eine von zwei Ge- nien gehaltene Tafel mit französischer Erklärung und De- dication an den Herzog von Lothringen: Mon Seigneur
Ist philosophie tiennent que les faits heroiques — A Cham- Janon. Dann das Zeichen PW. D. Bonzey, s. gr. qu. fol.
Von der ganzen Platte,
In zwei ungleichen Blättern, da die Platte zerschnitten wurde.
- (204). Ein Cartouche mit zwei Satyren, welche Guirlanden halten; in der Mitte ein Mann auf dem Elephanten, Clé- mens malefacere abstinet Lugduni apud Clementem Baldi- num 1556. Unten das Kreuz von Lothringen, und der Name des Stechers, 12.
Dies ist eine Buchhändler Vignette.
- (193 — 203). Pinax Iconicus Antiquorum Ac Variorum Se- pulturi eorum: hinc Gregorio Excerpta, picturis
Dies ist der Titel eines Werkes, welches 9 Blätter von Woiriot enthält, und wozu das oben erwähnte Bildniss des Künstlers gehört. Die neun Blätter stellen die verschiedenen Begräbnissfeierlichkeiten bei den Römern, Indiern, Aegypt- tern, Scythen und Herulern dar. Ein reich verzierter Car- touche enthält eine lange Dedication: Celsiss. ac potentiss, Principi Carolo De: gratia Duci Calabriae, Lotharingine etc, etc. P. Woiriot Lotharingus honorem et felicitatem preca- tur, — —, Vale, Lugduni. Jedes der Blätter trägt den
- vollen Namen des Künstlers;
Zu folgenden Werken wurden die Platten benutzt. Funerali antichi di diversi popoli et Nationi etc. da Thom. Porcacchi, Venetia, S. Galignani, 1601, fol.,
Pompe funebri di tutte le Nationi del Mondo, da F. Pe- rucci, Verona, F. Rossi, qu. 4.,
- (121 — 172). Antiquarum Statuarum Vrbis Romae Liber Pri- mus, A Monseigneur Charles Monsieur de Lorraine fils etc,
— Cum privilegio Regis ad an. decem, kl. 8.
Die von Robert-Dumesnil beschriebenen Blätter dieses Werkes sind von 1 — 51 nummerirt, haben das Monogramm - des Meisters, und lateinische Benennung der Statuen,
- (175—182). Discours sur les Medailles et Graveurs antiques,
par Ant. le Pois, Paris, M. Patisson M. D. LXXIX., 4.
Dieses Werk enthält 13 Blätter mit Medaillen, und 6 Blät- ter mit Cameen, alle mit dem Monogramm des Meisters be- zeichnet., Auch das Bildniss des Verfassers ist beigegeben, welches wir oben unter den Portraiten (Ant. Piso) aufge- zählt haben. ;
-Vorbilder für Goldschmiede.
(310 — 340). Muster zu Ringen, 40 Blätter, deren Inhalt Robert - Dumesnil bezeichnet, Das Titelblatt zeigt zwei Sa- tyren, welche eine Tafel halten, auf welcher steht: Cum privilegio Regis ad annos decem. Am Sockel: P. Woiriot inve. faciebat M.D.L.X.I. Im Cartouche des zweiten Blat- tes ist ein Ring, und unter und über demselben steht: A. M. B. Aneau — W. S., dann die Dedication in acht Ver- sen; Veux que tu es Aneau, des plus parfaits etc, 8.
- (350 — 361), Muster zu Ohrringen an Ringen, Folge
von 12 nummerirten Blättern mit Figuren und Grottesken, deren Inhalt Robert-Dumesnil angibt. Das erste Blatt zeigt zwei nackte Männer, und auf dem Täfelchen steht: P. Woiriot In. F. Diese Tafel ist auf die halbe Figur eines Mannes gestützt, und an der hängenden Perle ist die Jahrzahl
An diese Blätter reiht Robert-Dumesnil (372 — 381) zehn ähnliche, nicht grössere Blätter, welche vielleicht zu einer * grösseren Folge gehören, Im Cartouche des ersten Blattes sieht man Apollo bei der Heerde des Admet. Rechts und links des Bandes stehen die Buchstaben P, W., und an der Perle steht F; ;
(375 — 378). Folge von 6 nummerirten Blättern mit künst- lich verzierten Degengriffen, Auf dem ersten steht: Petrus Woiriot Lotharingus Inventor F., die übrigen Blätter tra-
gen über einander die Buchstaben P. W. IN. F. Durch- messer H. 7 Z. 3 L., Br. 5 Z. 0 L.
(379). Zwei Garnituren eines Degens und eines Jagdmessers, der erstere mit einem Satyr im Cartouche, das andere mit der Büste der Diana. P. W., qu. fol.
(380). Muster zu einem Gürtel, einem Messer und einem Dolch. P. W., qu. fol.
(372). Das Wappen des Hauses Lothringen unter dem Her- zogmantel. Im Abschnitt das Munugramm mit dem Beisatze wozaeus und dem Kreuz. Honoreum et felicitatem precarius
- Primus Ianuarius, Rund 42.
Zarte behandelte Holzschnitte von P. Woeriot,
(381—391). Eine Folge von 41 Darstellungen aus dem al- ten Testamente, mit dem Zeichen W, und dem Kreuze dar- über. Diese Vignetten sind in dem Werke: F. Josephi An- tiquitatum Judaicarum etc. Lugduni, Haeredes Jac. Juntae M. D. L. X. V. I., fol.
(392—400). Neun Blätter mit antiken Statuen und Mün- zen in dem oben genannten Discours sur les Medailles de A. Pois. Paris 1579, 4°.
(401). Das verzierte Titelblatt zu dem Werke: Le Cavaliere di Monsieur Claudio Corte di Pavia. Lyon, Aless. Marillier 1573, 4°.
Pauli Jovii novocomensis vitae duodecim vicecomitum me- diolanensium principum etc. Lutetiae, Rob. Stephani, 1540, 8°. In französischer Ausgabe: Paris, Ch. Estienne 1552, 8°. In diesem Werke sind Bildnisse, welche Füssly u. A. dem Woeriot zuschreiben, welchem sie nicht angehören. Sie tragen das Kreuz von Lothringen.
Biblische Darstellungen in der von Rob. Stephan 1540 heraus- gegebenen Bibel, fol. Malp., Füssly u. A. legen diese Blätter dem Woeriot bei, welcher sie nicht gefertigt hat. Das Kreuz von Lothringen auf dem Titel und dem Fries scheint auf Woeriot geleitet zu haben.
Die Blätter in Lazarii Baifii Annotationes etc. Lutetiae, Rob. Stephanus 1540, 8°. Diese zarten Blätter schreibt man irrig dem Woeriot zu. Sie tragen das Kreuz von Lothringen.
Neue Abdrücke von Holzschnitten dieses und anderer Mei- ster, in dem Werke: Illustration de l'ancienne Imprimerie Troyenne, 210 gravures sur bois du XV.—XVIII. Siecles. Publiées par V. L. Troyes, Valot Pere, 1850, 4°.
In dieser Sammlung sind Blätter von Woeriot, Rochienne, Vernier u. A. In Druckwerken von Lecoq, Oudot, Garnier, in der Bibliotheque bleue, im Gallia Restoré etc. sind alte Abdrücke.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_N8c-AAAAcAAJ/