Wiville, — Wocher, Marquart. WiViller, Maler, war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Schweiz thätig. Hegi radirte 1828 nach ihm folgendes Blatt: „La fete des lutteurs, qu. fol. Wix, Kupferstecher zu London, ist durch landschaftliche Blätter bekannt. Solche sind in „Tombleson's Views of the Rhine", London 1832, 4. Wocher, Marquart, Maler und Kupferstecher , wurde 1758 zu Seckingen in Schwaben geboren, wo ihm sein Vater Theodor den ersten Unterricht erteilte. Später liess sich dieser in Bern nieder. Marquart war aber bereits so weit vorgeschritten, dass er bald als glücklicher Nachahmer des damals berühmten L. Aberli galt. Er zeichnete Prospekte nach der Natur, welche im Umriss geätzt und in Aquarell ausgeführt wurden. Diese Ansichten fanden grossen Beifall. Wocher blieb aber nicht dabei stehen; er zeichnete auch Figuren , besonders Costüme, und malte schöne Bilder in Minia- tur. Dazu kam er während seines Aufenthaltes in Paris , wo da- mals das Central-Museum Kunstschätze aus allen Ländern ent- hielt. Einige Gemälde copirte er im Kleinen, worunter eine Nachbildung von Rafael's Johanna von Aragonien, als wunder- schön bezeichnet wurde. Auch zart gemalte Landschaften finden sich von ihm, meistens in Deckfarben. In seinem Hause zu Basel , wo sich der Künstler niedergelassen hatte, liess er ein Panorama der Schweizer Gebirgsnatur sehen, welches besonders von Frem- den bewundert wurde. Es war das erste Werk dieser Art, welches ein Künstler unternommen hatte. Die grösste Anzahl seiner Zeich- nungen und Aquarellen besteht aber in Ansichten der interessan- ten Punkte in der Schweiz. Viele hat er radirt und ausgemalt, andere in Aquatinta vervielfältigt. Man kann ihn zu den ge- schicktesten Meistern seiner Art zählen. Er starb um 1820. J. H. Lips hat das Bildniss dieses Künstlers radirt. Th. Wocher hat es gemalt. Folgende Blätter sind nach ihm gestochen. Ansicht des Wasserfalls und der Mühle bei Ragatz in Grau- bünden, in Aquatinta von C. Haldenwang. Die Ansicht des Jungfrauhorns im Bernerland, in Aquatinta, von demselben, gr. fol. Die Heimkehrende Herde, Landschaft von Cl. Lörrain, und von Wocher gezeichnet. Gest. von Haldenwang, gr. qu. fol. Zwei Landschaften mit Wald, lith. von Eckemann, roy. fol. Landschaft mit einem alten Bauer, welcher Holz unter dem Arme trägt. In Tusche von P. W. Schwarz, qu. fol. Die Bettlerfamilie. Mayr sc. 1783, kl. fol. Le pere ambulant, Mayr sc. 1783, kl. fol. Les Lutteurs sur les Remparts de Berne. Die Schwinger am Ostermontag zu Bern, figurenreiche Composition, von Wocher nach der Natur gezeichnet und radirt, und von F. Janinet in Aquatinta ausgeführt, gr. qu. fol. Eigenhändige Radirungen. Diese Blätter sind theils radirt, theils in Aquatinta ausgeführt. Sie verdienen die Achtung der Kunstfreunde. Einige sind nach Zeichnungen von Theodor Wocher, ausgeführt.
J. H. Jung, nach eigener Zeichnung radirt. Rund, 12.
Büste eines Geistlichen, radirt im Profil nach rechts, M.W. fec. Oval 12.
Die ausgemalten Exemplare kosteten 6 Louisd'or,
Eine Gesellschaft von vier Bauern in der Stube, um das Fass gelagert. Marq. Wocher f. sc. 1780. Aquatinta, kl. qu. fol.
Gruppe von sechs Bauern in der Stube bei einem Fasse si- tzend. Marq. Wocher sc. Aquatinta, kl. qu. fol.
Im frühen Drucke sind diese Blätter von der geätzten Platte gezogen, ohne Aquatinta,
- Marche entre deux paysans Suisses. M. Wocher inv. et sc,
- Aquatinta, kl. qu. 4.
L'occupation Suisse. Id. inv. et f. 1785. Aquatinta, kl. qu. 4;
Le Cabaretier, Zwei Personen vor dem Wirthshause unter
der Thüre. M. Wocher sc. 1785. Aquatinta, qu. 12.
Paysan de Berne. Bauern im Wirthshause am Tische. Ohne Namen. Aquatinta, qu. 12.
Landleute im Gespräche. M. Wocher inv. et sc. Aqua- tinta, qu. 4.
Bauern und Bäuerinnen in den Trachten aller Schweizer Cantons. 20 Blätter nach Lory's Zeichnungen radirt und colorirt, 4.
Achtzehn kleine weibliche Schweizerkostüme auf einem Blatte, radirt und in Miniatur und Gouache ausgemalt, Exemplare dieser Art kosteten 30 Fr., fol.
Die Kuh im Stalle, dabei der Knecht, welcher ausmistet, Marq. Wocher sc. 1785. Aquatinta, qu. 12.
Die Kuh im Stalle von der Magd gemolken. Ohne Namen. Aquatinta, qu. 12.
Kühe und Schaafe im Stalle, M. Wocher inv. et fec., Aqua- tinta, qu. 12.
Das Vieh bei der Tränke. M. Wocher inv. et sc. Aqua- tinta, qu. 4.
Der Viehverkauf. Id. inv. et fec. Aquatinta, qu. 4.
Landschaft mit Bauernhütten. Von Wocher gezeichnet und radirt 1775, qu. 12.
Voyage de M. Saussure de Geneve a la cime du Mont- Blanc au mois d'Aoust 1787. I. Planche. Das Hinanfstiegen.
Voyage de M. de Saussure etc. II. Planche. Das Herab- steigen.
Dies beiden Blätter sind von Wocher radirt und in Gouache colorirt. Mechel gab sie mit Beschreibung heraus. H. 12 Z., Br. 17 Z.
Ansicht der Stadt Aarau, gezeichnet von G. Lori, und von M. Wocher im Umriss geätzt zum Coloriren, gr. qu. fol.
Vue de la Vallee de Lauterbrunnen et de la fameuse chute d'eau de Staubach, par Lory et Wocher, Radirt und colo- rirt, gr. qu. fol.
Vue du Couvent d'Einsiedeln; dans le canton de Schwytz.
Gez. von Aschmann, radirt und colorirt von Wocher, qu. fol.
Vue des Bains du Gourniguel, nach der Natur gezeichnet, radirt und colorirt von M. Wocher 1779, gr. fol.
Wocher, Theodor, Maler und Radirer, wurde 1728 zu Seckingen in Schwaben geboren, und war bereits ein tüchtiger Künstler, als er sich 1766 im Bern niederliess. Er malte Bildnisse, Phantasie- köpfe und Genrestücke. Wir sahen ein kleines weibliches Bild-
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