Witte, Lieven de. Maler von Gent, ist zunächst durch C. van Mander I. 41 bekannt, welcher sagt, er habe in nicht so ganz alter Zeit zu Gent gelebt, und sei besonders gut in Perspektive und Architektur gewesen. Dann schreibt ihm C. v. Mander Zeich- nungen zu Glasfenstern in der Johanneskirche zu Gent zu, und nennt ausserdem als vorzüglich schön ein Bild der Ehebrecherin, welches nicht mehr vorhanden ist. Man hat bisher auch kein an- deres beglaubigtes Werk von ihm gefunden, es ist aber der Schlüs- sel zur weiteren Entdeckungen gegeben, wenn wir annehmen, dass jener Livino d'Anversa (von Antwerpen ), welchen der Anonyme des Morelli (Notizia d'opere di disegno etc. Bassano 1800) neben Hemling und Gerhard von Gent als Verfertiger der Miniaturen in dem einst dem Cardinal Grimani gehörigen, jetzt in der Marcus- bibliothek zu Venedig aufbewahrten Brevier mit Lieven de Witte derselbe ist, was füglich geschehen kann, indem Geburts- und Wohnort den Künstlern öfters zwei verschiedene Beinamen gegeben hat, wie z. B. Jan van Eyck auch Johann von Brügge genannt wird. In diesem Brevier ist neben anderen eine Anbetung der Kö- nige, welche nach Passavant (Kunstblatt 1841 S. 30) genau die- selbe Composition ist, wie die eines Ölgemäldes in der Sammlun- des H. Aders in London . Beide sind mit A. W. bezeichnet, und stimmen in der weichen Behandlung, wie in der Färbung auffal- lend überein. Passavant hatte früher in seiner Kunstreise S. 65, wo er auf Tafel Nr. 4 auch das Monogramm gibt, dieses Ge- mälde als ein Bild aus der Schule des van Eyck beschrieben, nimmt aber jetzt keinen Anstand mehr, dasselbe dem L. de Witte zuzu- schreiben. Mithin wird auch die schöne, durch den Stich von C. E. Hess bekannte Anbetung der Könige in der Pinakothek zu Mün- chen dem L. de Witte angehören, da sie in der Composition dem Bilde in London gleichkommt. In der Gallerie des Museums zu Berlin ist eine frei behandelte Copie desselben, anscheinlich aus dem 16. Jahrhundert.
Graf Leo de Laborde (Essai d'un catalogue des artistes etc. Paris 1849, S. 60.) nennt aus Urkunden des burgundischen Ar- chives einen Lieven de Witte von Gent, welcher 1450 als Maler und Architekt vorkommt, und einen L. van den Bosque, der 1464 für die Kirche in Everghem eine Tafel malte. Im Jahre 1468 ar- beitete er in Brügge.
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