Wir sehen noch weiteren Werken entgegen, welche vornehmlich in der Richtung von Augsburg nach Memmingen und nach dem württembergischen Oberlande anzutreffen seyn dürften, Wolf, C. P., Bildhauer aus Waldeck, übte um 1800–1810 seine Kunst in Berlin . Er fertigte Büsten, Statuen, Copien nach antiken Werken u. s. w. Wolf, Eliasz, Goldschmied und Edelsteinschneider zu Dresden , stand in letzterer Eigenschaft 1681 in Diensten des Hofes. Starb 1697. Wolf, (C. P.) Emil, Bildhauer, geboren zu Berlin um 1706, war daselbst Schüler von Schadow, und entwickelte in kurzer Zeit ein eminentes Talent. Zu seinen frühesten Werken, womit er sich unter seinen jüngeren Kunstgenossen vortheilhaft bekannt machte, gehört ein Relief, welches David vorstellt, wie er vor Saul die Harfe spielt. Die Akademie erkannte ihm den Preis zu, und somit ward er bald in die angenehme Lage versetzt, in Rom seine Studien fortsetzen zu können. Thorwaldsen nahm ihn in sein Atelier auf. Wolff strebte aber mit unermüdetem Eifer nach Selbstständigkeit, da er sich nicht zum Gehülfen bestimmt sah. Er studirte die Werke der antiken Kunst, und erlangte auch eine genaue Kenntniss der Natur. In allen seinen Werken spricht sich Ueberlegung und ein feiner Sinn für Schönheit der Form aus, und sie gehören daher zu den vorzüglichsten Leistungen, welche die neuere Kunst in der antiken Richtung hervorgebracht hat. Wolff lebt noch gegenwärtig in Rom, und hat da eine der am reichsten ausgestatteten Werkstätten der Stadt. Wolf kam noch zu Lebzeiten des jungen R. Schadow nach Rom, als dieser an seiner colossalen Gruppe von Achilles und Pentisilea arbeitete. Der Tod desselben unterbrach die Ausführung, und Wolf erhielt von der preussischen Regierung den Auftrag, das Werk zu vollenden. Er copirte im höheren Auftrage auch den Christuskopf aus der Kirche St. Agnese, welcher für ein Werk des Michel Angelo gehalten wird. Dieses Marmorwerk kam nach Berlin, und es gehört zu den wenigen Sculpturen, welche Wolff in der kirchlichen Richtung gefertigt hat. Noch größeres Aufsehen erregte 1825 ein Basrelief, welches Midas als Richter vorstellt, und den Künstler bereits auf einer hohen Stufe der Meisterschaft zeigt. Dies ist namentlich auch mit seinem Marmor-Relief der Charitas (1830), und mit dem Krieger, welcher sich die Beinschienen anlegt, der Fall. Das letztere Bild kaufte 1833 ein englischer Kunstfreund. Außer diesen gehört zu seinen berühmteren Werken auch der sitzende Fischer, welchen Wolff 1831 im Modell aufstellte. Diese jugendliche Gestalt ist von grösster Schönheit der Form des nackten Körpers. In Marmor ausgeführt, ging dieses Werk nach Deutschland, wohin der Künstler noch mehrere andere verkaufte, wie die schöne gleichzeitige Gruppe, welche nach dem Vorbilde eines herculanischen Gemäldes Telephus als Kind von der Hirschkuh gesäugt vorstellt. An dieses Werk reiht sich der Genius mit den Attributen des Herkules, die Gruppe von Hebe und Gany-med (1834), und jene der Thetis, wie sie dem Achill die von Vulkan geschmiedeten Waffen überbringt. Die Gruppe des Telephus sah man 1832 auf der Ausstellung in Berlin bereits in Marmor ausgeführt, Achill und Thetis aber nur im Gypsmodell, welches später bei der Ausführung in Marmor eine bedeutende Veränderung erlitt. Die Thetis sitzt auf einem Delphin, und überbringt dem Helden die vulkanischen Waffen, um mit denselben
Wolf (Wolft), Emil.
den Tod des Patroklus zu rächen. Beide Werke in Marmor blie- ben in Deutschland, und sie gehören zu den berühmtesten des Künstlers. Diess ist auch mit Amor der Fall, welcher mit der Lö- wenhaut und der Keule des Herkules erscheint. Diese halblebens- grosse Figur in Marmor würde 1836 für die Ape Italiana in Ku- pfer gestochen, und erhielt grosse Lobsprüche. Als Werk von ei- genthümlicher Schönheit wurde auch Wolf's Jagdnymphe geprie- sen, welche er 1835 für den Russen Dawidoff in Marmor ausführte, Verschieden davon ist die Statue der Diana, welche nach beendigter Jagd auf den Bogen gestützt der Ruhe pflegt. Dieses Werk war 1838 auf der Ausstellung in Berlin zu sehen. Im Jahre 1839 be- stellte der russische Thronfolger Wolf's Statue der Psyche in Mar- mor, indem das Modell allgemein bewundert wurde. Die in Schön- heit strahlende Gestalt hält die Büchse der Pandora, unschlüssig, ob sie dieselbe öffnen soll oder nicht. Eine ebenso ausgezeichnete Statue der Unschuld war damals bereits in Marmor vollendet, und in Arbeit die liegende Nereide mit dem Dreizack, welche seit 1840
in der Graf von Redern in Marmor besitzt. Ein ausgezeichnet schönes
Werk im heroischen Geiste, welches der Künstler 1837 in Gyps vollendete, ist seine grosse Amazonengruppe in Marmor. Die eine dieser fabelhaften Kriegerinnen erliegt der tödlichen Wunde, und
die Gefährtin ist mitleidsvoll herbeigeeilt, um sie zu stützen. Im
Kunstblatt 1841 ist dieses Werk genau beschrieben, und in einem Umriss veranschaulicht. In dem bezeichneten Jahre modellirte Wolff die Statue des Prometheus mit dem himmlischen Feuer im Rohre, und 1844 war sie in Marmor ausgeführt im Besitze des Kö- nigs von Preussen, welcher von jeher des Künstlers in Gnaden ge- dachte. Er übertrug ihm auch die Ausführung einer Statue der Pan- dora, und die Ergänzung der ähnlichen Statue des Meleager, welche 1841 aus der Sammlung der Herzogin von Sermoneta in das kgl. preussische Cabinet übergieng. Auch eine jetzt in Berlin befindliche Bacchusgruppe wurde von Wolff restaurirt; Hierauf übernahm er im Auftrage des Königs eine colossal Gruppe in Marmor zum Schmu- cke der Zeughausbrücke in Berlin. Sie stellt die Viktoria dar, wie sie einen Jüngling auf die Thaten heldenmüthiger Vaterlandsver- theidiger aufmerksam macht, deren Namen auf ihrem Schilde ein- gegraben sind. Dieses Werk wurde 1846 vollendet; in der Zwischen- zeit begann Wolf aber noch mehrere andere Arbeiten. Im Jahre 1845 modellirte er eine lebensgrosse Gruppe, welche Jephta und seine Tochter vorstellt. Eine liebliche Gruppe in Marmor zeigt den schlafenden Amor, wie ihn ein Hündchen bewacht. Von beson- derer Schönheit sind einige jugendliche Gestalten, wie die Nereide auf dem Delphin, die kleine Spinnerin, die Tamburinspielerin mit der Ziege, das Bild einer jungen Römerin Grazia etc. Die Spin- nerin kaufte ein Engländer, und ein zweites Exemplar sah man 1850 auf der Ausstellung zu Berlin.
Wolff führte auch mehrere Büsten und Portraitstatuen aus, welche ebenfalls zu den vorzüglichsten Werken dieser Art gehö- ren. Öffentliche Erwähnung finden die Büsten von Thorvalsen (1825), Wielckelmann (1837), Niebuhr, Professor Gerhard (1837), Angelo Mai (1843), des Fürsten Ghika (1815), des Musikers Pale- strina (1840), und des Bildhauers Dr. Schadow. Die Büste Pale- strina's bestimmte der König von Preussen für das Capitol, und jene des Direktors Schadow schenkte Wolff 1838 der k. Akademie in Berlin, deren Mitglied er seit 1830 ist.
Im englischen Königspallaste sind ebenfalls Portraite von sei- ner Hand. Er modellirte 1841 in London die Büste der Königin
Nach dem Leben, so wie jene der damaligen Kronprinzessin. Die Büste des Prinzen Albert hatte Wolff schon früher nach dem Le- ben modellirt, welche der Königin so wohl gefiel, dass sie der Künstler 1841 zweimal in Marmor ausführen musste. Dann stellte er den Prinzen auch in einer lebensgroßen Statue dar, und ferti- gte als Gegenstück jene der Königin. Der erstere trägt das grie- chische Costume. Diese lebensvollen Standbilder führte Wolff 1846 in Marmor aus. Wolf, F., Lithograph, vielleicht der Sohn des Franz Wolf, übte in Wien seine Kunst. Es finden sich mehrere Blätter von ihm, un- ter welchen wir folgende hervorheben.
- Andreas Hofer, Statue nach Höchle, fol.
- Regatta, nach demselben, fol.
- Die Zusammenkunft des Kaisers Franz I. mit dem Kaiser von Russland den 10. Sept. 1835, qu. fol.
- Die Aufrichtung der ungarischen Stände bei dem Kaiser, fol.
- Der Besuch des Kaisers bei den Arbeitern des neuen Canal- baues in Wien, qu. fol.
- Die trauernden Untertanen am Sterbebette des Kaisers — Franz I., qu. fol.
- Hauptmomente aus dem Leben des Kaisers Franz I., fol.
- Das Lager bei Turas nächst Brünn, nach A. Hübner, qu. fol.
- Ein Moment vor der Krönung des Kaisers Ferdinand V. in Pressburg, fol. Wolf, F., Maler, war um 1850 in London thätig. Er malte Land- schaften mit Thieren. Dann finden sich auch Zeichnungen in Aquarell von ihm. Wolf, Franz Carl, Zeichner und Kupferstecher, wurde um 1765 zu Prag geboren, wo sein Vater Rathsherr war, und selbst Land- schaften mit Architektur zeichnete. J. Berka stach 1787 die Ansicht des Schlosses Carlstein. Er unterrichtete auch den Sohn, welcher zu den besten böhmischen Künstlern seines Faches gehört. F. C. Wolf zeichnete Landschaften und architektonische Ansichten, deren er radirte und in Aquatinta vollendete. Auch colorirte Exemplare kommen vor. Sie bilden ein ganzes Werk in zwei Theilen unter fol- gendem Titel: Abbildungen sämmtlichen alten und neuen Schlösser in Böhmen, Herausgegeben von Franz Carl Wolf in Prag 1803 ff., qu. 4. Professor Meissner lieferte den Text zu diesem Werke. Wolf war Professor und Direktor der Hauptschule am Thein zu Prag, und starb 1835. Ausser den obigen Ansichten böhmischer Schlösser erwähnen wir noch folgender Blätter: Die Felsenwohnung zu Perutz in Böhmen, schöne heroische Landschaften. Ant. Pucherna fec. 1803, s. gr. roy. qu. fol. Die Johannesbrücke zu Perutz, schönes Blatt von Pucherna 1803, beide radirt und in Aquatinta, s. gr. roy. qu. fol. Der Fürst Auerspergische Garten zu Wlassim in Böhmen, 12 Blätter von Wolf radirt und in Aquatinta, roy. fol. Wolf (Wolff), Friedrich, Maler von Berlin, war um 1812 Schüler von Professor Hensel daselbst. Er malt Genrebilder, gewöhnlich Scenen aus dem modernen Volksleben, und zuweilen in landschaft- licher Umgebung. Seine Werke finden verdienten Beifall. Naglers' Künstler-Lex. Bd. XXII.
Wolf hat auch mehrere Blätter radirt, welche ihn als geschick- ten Zeichner beurkunden.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_N8c-AAAAcAAJ/