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darunter auch Dii minorum gentium sich zeigen, möge man es nicht überflüssig finden; denn ich wollte ja über alle Er- scheinungen auf dem Gebiete der Kunst Rechenschaft geben, und bedauere nur, dass es mir nicht möglich war, den Kreis gleichmäsig um alle Bände zu ziehen. Leider war ich durch die eiserne alphabetische Ordnung im Verlaufe gezwungen, nur die einschlägigen Namen zu rubrizieren, und alle anderen unbe- rücksichtigt zu lassen, wo der Taufschein einen früheren An- fangsbuchstaben enthielt. Viele jetzt rühmlich bekannte Mei- ster A, B, C, D etc. sassen zur Zeit des im Jahre 1835 be- gonnenen Druckes noch auf der Schulbank, und es liegt da- her nicht in meiner Schuld, wenn man vergebens nach ihren Namen sucht. Die Thätigkeit auf unserem Gebiete hat sich von Jahr zu Jahr gesteigert, und die großartige Anregung Talente erweckt, welche unversehens am Kunsthimmel glänzten. Ich armer Erdenbürger musste diese Erscheinung oft vorüber- gehen lassen, und konnte sie nur für spätere Jahrbücher noti- zieren. Dennoch war das Material für Einen Mann fast über- wältigend. Ich danke aber dem lieben Gott für das Glück, dass er das Werk in dieser Gestalt vollenden ließ, da es immerhin einen großen Reichthum enthält. Eine ganze Bib- liothek wäre erforderlich, um die Notizen mühsam zusammen zu suchen, und häufig würde auch diese nicht ausreichen, da eine Unzahl von Artikeln bereits zum ersten Male im Druck er- schienen. Ich habe weder Mühe noch Kosten gescheut; aber doch war ich oft nicht im Stande, den Anforderungen durchin zu genügen. Öh! das Menschenleben ist Stückwerk, nur mit Sorgen kann ein hohes Ziel erreicht werden. Glück- lich denen, denen es im ganzen Umfange gelungen ist. Ich stehe jetzt an meinem lang ersehnten Ziele, und sehe mit Betrühniss, dass vieles unerreicht geblieben ist, und theilweise bleiben musste.
Doch ist meine Kraft, mein Muth noch nicht gebrochen. Unermüdet in Arbeit habe ich bereits so viele Nachträge ge-
Bände erfordern leider die meisten Supplemente, da ich zum Frommen des Ganzen den früheren beschränkenden Plan aufgeben musste, und sich seit Jahren das Material ausseror- dentlich gehäuft hat. Ich werde es mit Gottes Hülfe zu be- wältigen suchen. 6 a y SR m 72 a —
Zur Vervollständigung meines Werkes beabsichtige ich aber zunächst die Herausgabe der Monogrammisten, auf welche ich im Verlaufe der Jahre ein besonderes Augenmerk gerich- tet habe. Meine Mühe war auch nicht vergebens; ich habe Vieles entdeckt, viele unbekannte Monogrammen entziffert, und eine noch grössere Anzahl solcher Zeichen hinzugefügt, welche nun publieirt werden sollen. Bei dieser, vielleicht noch mühsameren Arbeit steht mir ein reiches Material zu Gebote, welches in den letzten Tagen zu meiner unsäglichen Freude ausserordentlich vermehrt wurde. Der allen Kunst- freunden rühmlichst bekannte unermüdliche Forscher Herr J. A. Börner in Nürnberg gestattete mir die Benutzung seiner jahrelangen Nachlese, und um Augenblicke erhalte ich von Seite des als Künstler und Schriftsteller gleich berühmten Herrn J. D. Passavant in Frankfurt eine gleiche Zusicherung, so dass ich nicht nur zu den bestehenden Monogrammen- Werken bedeutende Supplemente liefern, sondern auch die vorhandenen Verzeichnisse der Werke jener mir bekann- ten und unbekannten Monogrammisten vermehren kann. Ich beabsichtige nämlich kein Monogrammen-Lexicon in dem bisherigen Sinne, sondern ein für sich bestehendes raisonn- rendes Verzeichniss der Werke jener Meister, welche sich zur Bezeichnung ihrer Blätter, Gemälde etc. der Anfangs- buchstaben des Namens, oder eines Namenszeichen bedient haben. Damit aber werden in einfacher Ordnung alle Mo- nogrammen und Abkürzungen verbunden, deren Träger Berück- sichtigung verdienen. Ich stelle daher an alle Kunstfreunde und Künstler die Bitte, mich mit Beiträgen zu beehren, da durch eine gefällige Zusammenwirkung der Kräfte das Resul- tat nur um so erfreulicher werden kann. Jede Zeile wird als
Und nun Gott befohlen! Ich scheide mit diesem Bande von meinem hochverehrlichen Publikum, und wünsche nichts sehnlicher, als dass mein Andenken nicht verschwinde.
München im November 1852.
dem Herrn, Herzog Maximilian in Bayern, in tiefster Ehrfurcht der Verfasser.
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