Winter (Wintter), Joseph Georg

Winter (Wintter), Joseph Georg, Maler und Radierer , wurde 1730 (nach Brulliot 1720) zu München geboren, und von seinem Vater Johann Georg unterrichtet. Er übte sich fleissig im Zeichnen, copirte auch mehrere Werke der churfürstlichen Gallerie, und wurde 1760 in der von Maximilian II. errichteten Hofs-Manu- faktur angestellt. Er malte Cartons für die Weber dieser An- stalt, besonders zu den Bordüren der Teppiche, in welchen er Laubwerk mit Figuren und Thieren anbrachte. In dieser Anstalt wurden viele Tapeten gewebt, selbst solche mit historischen Dar- stellungen; sie kommen aber jenen aus der Manufaktur des Chur- fürsten Maximilian I. nicht gleich *).

Im Jahre 1770 wurde Winter Mitglied der Akademie der Künste, doch nicht als Tapezierer, wie Füssli v. sen. angibt. Der Künstler stand damals als Maler in Ansehen, und malte besonders Landschaften mit Thieren. Er hatte den Riedinger zum Vor- bilde genommen, dabei aber auch die Natur zu Rate gezogen, so, dass seine Bilder grosse Beachtung verdienen. Die Gemälde sind aber selten, da seine Zeichnungen grossen Absatz fanden. Sie sind theils in Deckfarben, theils in Sepia und schwarzer Kreide ausgeführt. Viele andere Zeichnungen sind mit der Feder voll- endet, und leicht angetuscht, mit aufgesetzten Lichtern. Winter er- scheint in diesen Zeichnungen von sehr vorteilhafter Seite, da sie eben so schön als geistreich behandelt sind. Auch seine Radı- rungen sind trefflich, und stehen in der Behandlung zwischen je- nen von Hollar und Riedinger. Im Jahre 1784 wurde Winter churfürstlicher Hof- und Jagdkupferstecher, und 1787 Hof-Cam- mer-Rath. Er starb aber 1787, mit Hinterlassung von unmündigen Kindern. Heinrich und Rafael Winter sind Söhne von ihm, wel- che von M. Mettenleiter erzogen wurden, da dieser die Wittwe Winter's geheiratet hatte,

Balzer stach nach ihm 4 Blätter mit Hirschen in verschiede- nen Stationen, qu. 8.

Radirungen dieses Künstlers,

  1. Die Silhouette des Direktors Georg von Dillis auf einer Tafel an der Urne. In der Landschaft ein Hirsch. Dieser ist von Winter, das Uebrige von Dillis, 8.

  2. Eine Folge von Thierfabeln nach Aesop, 25 Blätter von 1786 etc., 12.

  3. Das Aufsetzen oder Wachstum des Hirschgeweihes, Folge von 12 nummerirten Blättern mit Hirschen in Landschaften

*) Vgl. den Artikel über Peter de Witt; genannt P. Candido,

‚und Waldpartien, Nach der Natur genommen von J. G. Wintter 1787. - Unter jedem Blatte die Erklärung. Der Ti- tel enthält auch die Dedication an den Herzog Carl August von Bayern. 4. 4) Eine Folge von vier Hirschjagden in Parken. J. G. Wintter inv., fec. et exc. Monachii 1785, gr. qu. fol. 5) Folge von drei Blättern mit Hirschparken. Mit Dedication an Carl Theodor, von Joseph Georg Wintter nach der Natur gezeichnet und in Kupfer geätzt 1784, qu. fol.

g. Der Schleissheimer Hirschplan,

  1. Der Hirschgarten (bei Nymphenburg),

  2. Die Hechenkircher Sauzucht.

Diese drei Blätter erwarben dem Künstler die Stelle eines Hofjagd-Kupferstechers. 6) Eine Folge von sieben Landschaften mit 5 Hirschen und 4 Rehbock mit seltenen Geweihen. Alle bezeichnet: Jos. G. Wintter inv., fec, et excudit, Monachii 1785, gr. fol.

Im frühem Drucke vor der Schrift,

  1. Folge von sechs Blättern mit Ansichten des Starnberger- Sees und des Hirschangers (Park). J. G. Wintter inv. et fec. Im ersten, seltenen Drucke vor der Schrift,

  2. Eine Folge von acht nummerirten Blättern mit verschiede- nen Thieren. Bezeichnet: J. G. W. inv., oder J. G. Wint- ter.

  1. Der Hühnerhund, Rebhühner stehend.
  2. Der Windhund, einen todten Hasen haltend,
  3. Das Wildschwein am Baume.
  4. Zwei Schweine bei einem Gebäude.
  5. Ein abgelebtes Pferd.
  6. Ein ruhender Tiger.
  7. Ein schreiender Hirsch.
  8. Ein am Baum hängender Hase, dabei eine todte Ente und die Flinte: J. G. Wintter inv. et sculp. Ao. 1783, kl. 8.
  1. Eine Folge von vier Blättern mit französischen Aufschriften, gr. 8.
  1. Un Lion superbe d'Afrique. J. G. Winter fec. 1788,
  2. Le grand Tigre royal de Bengale. Id. fec.
  3. L'Aigle, animal d'Afrique, Id. fec. Monachii
  4. Un Leopard d'Afrique. Wintter fec.

Dazu gehören noch vier andere Blätter mit ausländischen Thieren. 10) Eine Folge von 6 Blättern mit Hirsch- und Saujagden. J. G. Wintter 1777, kl. 4. 11) Eine Folge von vier Blättern mit Hirschen und Sauen von Hunden angefallen. J. G. Wintter inv. fec. 1777. 1783. gr. 8. 12) Folge von acht nummerirten Blättern mit dem Titel: Vieh- stücke nach verschiedenen Meistern (nach H. Roos, Dujar- din, Lemurm und Both). J. G. Wintter 1784, kl. gr. 8. 13) Verschiedene Thierstücke, Folge von 12 nummerirten Blät- tern, J. G. Wintter inv. et fec. Monachii 1784, qu. 4. 14) Ein Rudel Rothwildpret auf der Flucht über einen Zaun setzend. J. G. Wintter inv., fec. et exc. Monachii 1785

An diese beiden Blätter nach P. de Vos schliessen sich vier andere nach J. E. Riedinger, Berghem und Melchior. 110, kl. 4to und qu. 8o.

Eine auf dem Esel durch das Wasserreitende Hirtin, wie sie dem aufspringenden Hund ein Stück Brod vorhält. Links unten im Wasser: Gruppe aus Nr. 12. Rechts oben: C. Berghe f. 1785. Meisterhaft radirt, H. 7 Z. 2 L., br. 5 Z. 1 L.

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