Wingendorp, C., wird in der Geschichte des Kupferstichs in Kopenhagen von B. v. Rumohr und Thiele S.57 &o / Kupferstecher genannt; Es wird ihm das Bildniss des Olaus Wormius zugeschrieben, welches in der Arbeit mit den Blättern der dritten Manier des Haelsweg übereinkommt. Schliesslich bemerken die Verfasser, dass alle Exemplare auf einer Handpresse abgezogen seyn dürften, wobei eine schlechte Schwärze benutzt wurde. Die Jahrzahl der Verfertigung des Bildnisses fanden sie auf dem Blatte im Cabinet zu Kopenhagen nicht vor.
Dieser Kupferstecher ist Eine Person mit dem von Füssly sen. erwähnten G. Wingendorp, welcher um 1670 nach C. van Mander der etc. gearbeitet hat. Füssly vermuthet einen holländischen Künst ler, welcher aber in Copenhagen gelebt haben müsste, wosich auch der jüngere van Mander aufhielt. Das genannte Bildniss des Arztes O. Wormius ist nach C. van Mander gestochen, und kommt in folgendem Werke vor: Musei Wormiani Historia. Lugd. Bat. ex Officina Elseviriana, fol. Es trägt die Jahrzahl 1654 aet. 66 Das Titelblatt dieses Werkes ist von einem J. Wingendorp radirt, — so wie jenes der Dissertationes historicae et politicae G. Horni, |
J. Wingendorp. Winghe, Joos van, Maler, geboren zu Brüssel 1544, machte seine Studien in Italien , und verblieb vier Jahre in Rom , wo ihn ein Cardinal beschäftigte. Nach seiner Rückkehr wurde er Hofmaler des Herzogs von Parma in Brüssel, der Künstler ging aber später nach Frankreich , liess sich dann um 1584 in Frankfurt nieder, und verblieb daselbst bis an seinen 1603 erfolgten Tod. Sein Nach folger am Hofe des Herzogs von Parma ward O. Veenius. Zu C. van Mander's Zeit waren noch viele Bilder von seiner Hand in den Niederlanden. Er rühmt eine Darstellung des Abendmahls in der Kirche der barmherzigen Brüder zu St. Goelen (Gery), in welchem P. de Vries die Architektur gemalt hatte. Andere Bilder waren zu Middelburg und in Amsterdam. In Paris malte der Künstler eine allegorische Darstellung auf sein Vaterland, welche ebenfalls Beifall erhielt. Die Allegorie scheint sein Lieblingsgegenstand gewesen zu seyn. Bilder dieser Art waren auch in Frankfurt, sie bezogen sich auf den Zustand der Religion und der Freiheit Deutschland. Dann malte er in Frankfurt auch Bildnisse, welche im Style des Geldorp Gortzius ausgeführt sind. Im Institute da selbst sieht man das Portrait einer Dame aus der Familie von Stä- burg. Karsch nennt ein Bild des Samson in den Armen der Dalila, welches sich in Düsseldorf befand, aber nicht nach München über ging. Die Zahl seiner Werke ist jetzt gering. In Wien sieht man die beiden Gemälde aus der Brüsseler Gallerie. Sie stellen mit niger Veränderung beide den Apelles vor, wie er die Campaspe als Venus malt. Im Hintergrunde sitzt Alexander der Grosse, und ein Genius reicht ihm die Lorbeerkrone. Diese Darstellung ist 7 F. hoch, und 6 F. 3 Z. breit, die andere um einen Fuss schmäl er. Auf beiden steht: Jodocus a Winghe.
Schliesslich bemerken wir, dass der im Cabinet Paris No. 999 Di. genannte J. A., oder Joost a Vinck mit unserm Künstler Eine Person ist. Stiche nach diesem Meister.
Die Blätter nach diesem Meister haben Interesse, und zeugen von einem fruchtbaren Geiste. Bei den meisten liegen nur Zeich nungen zu Grunde.
Dasselbe Bildniss. H. Goltzius exc.
Ein anderes Bildniss des Künstlers in Sandrart's Akademie, Fr. Hottomann. C. de Pass sc., fol.
Die im Artikel des J. A. Vinck genannten Bildnisse,
Adam und Eva unter einem Baume., Th. de Bry sc. Schönes Blatt, in de Bry's Werk über Virginien, kl. fol.
Loth mit seinen Töchtern, in einer Landschaft, freie Compo- sition. R. Sadeler sc. Schön gestochen. gr. fol.
Die Copie für Visscher's, Bibel hat die Adresse: Nicolaus Vis- scher. ext., gr. qu. fol.
Simson von Dalila der Haare beraubt, nach dem Bilde in der Gallerie des Churfürsten von der Pfalz in Düsseldorf. R. Sadeler sc. 1580, kl. qu. fol.
Salomon unter seinen Weibern verehrt die Götzen, R. Sade- ler sc., qu. fol.
David im Zimmer singt vor seiner Umgebung zur Harfe, rei- che Composition, Joh. Sadeler sc. Francoforti, gr. qu. fol.
Pinhas, Sohn Eleasar's, durchsticht den Simri und die Casbi, Moses IV. 25, Jacobus Grandomannus Chalcographus Heydelber- gensis 1607 Ded., gr. fol.
Der verschwenderische Sohn bei Wein und Weibern, Vinum et mulieres etc., Sirach 10. Joh. Sadeler fec. 1588, qu. fol.
Sardanapal in Wollust unter seinen Weibern. Stultitiam pa- tiuntur opes; R. Sadeler fec. 1588, qu. fol.
Heliogabal und die Weisen. Vinum et mulieres faciunt sapien- tes. J. Sadeler sc., kl. qu. fol.
R. und J. Sadeler stachen vier Blätter, welche die Macht des Weines und der Weiber vorstellen, in der Geschichte Samsons, Salomons, Sardanapals und Heliogabals.
Susanna im Bade, nach einer Zeichnung im Cabinet des Erz- herzogs Carl facsimilirt. Raccolta di disegni. Sc. Fiam. II. fol.
Die Geburt Christi. R. Sadeler sc. fol.
Die Darstellung im Tempel. Joh. Sadeler sc. 1588, gr. fol.
Die heil. Familie im Zimmer, Maria spinnend, J. Sadeler sc., gr. qu. fol.
Christus segnet die Kinder. Schöne Composition. Joh. Sa- deler inv., sc. et exc. 1588. Hauptblatt, gr. roy. fol.
In späterem Drucke mit der Adresse des Cl. de Jonghe, eben- falls ohne Namen des Malers.
Das Abendmahl des Herrn, schöne Composition, Crisp. de Pass sc. 1584. Oval fol.
Das Gemälde ist in St. Ghery, und die Zeichnung im Cabinet de Pr. de Ligne.
Das Abendmahl des Herrn, die Jünger nach Orientalischer Weise liegend, A. Wierix sc., kl. qu. fol.
Christus am Kreuze, wie ihm ein Soldat den Schwamm reicht. C. Passaeus caelator 1580. Mit Dedication an den Pfalzgrafen Wilhelm von der Pfalz, gr. fol.
Dasselbe Darstellung mit Veränderungen, R. Sadeler fec., 1580, fol.
Dasselbe Darstellung. Egid Novellanus sc., kl. fol.
Christus am Kreuze sterbend, R. Sadeler dedic. 1605. Ohne Namen des Malers, fol.
Magdalena am Grabe Christi, hinter ihr Johannes und Petrus. R. Sadeler fec. 1581, gr. 8.
Das Leben der heil. Jungfrau, Folge von 8 Blättern mit Darstellungen in Ovalen. Ohne Namen des Künstlers. H. 52 Z. Br. 42 Z.
St. Paul bei dem Juden Aquila, wo er webt, Joh. Sadeler sc., qu. fol. (
Das apokalyptische Lamm von Heiligen und Martyrern ver- ehrt. J. Sadeler sc. 1588. Hauptblatt, gr. fol.
Die Gerechtigkeit und der Friede auf dem Throne, von alle- gorischen Figuren umgeben. Egbert Janz sc. Th. de Bry exc., gr. fol.
Das dickleibige Ehepaar an dem besetzten Tische. Uxorem mi huic pinxit Jod. van Winghe —. Me sic olim ad vivum depin- xit Johannes Holbein. In zwei Blättern, ohne Namen des Stechers. C, pr. Ces. 1503, gr. qu. fol. ;
Musica, Bacchus, Amor. Mit Beschreibung und Dedication. Jo. Sadeler sc., gr. fol.
Landschaft mit Amor, welcher seinen Pfeil auf ein liebendes Paar abschiesst. R. Sadeler fee, 1588, fol.
Es kommen Abdrücke ohne Namen vor.
Die Fama auf dem Globus. J. Sadeler sc., 8
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