Wilson, John, Maler zu London , wurde um 1800 geboren, und in der genannten Stadt zum Künstler herangebildet. Er widmete sich der Historienmalerei, und verband damit die Landschaft, dass seine Werke ein doppeltes Interesse haben. Wilson hielt sich einige Zeit in Italien auf, und bereiste dann auch Frankreich . Eine bedeutende Anzahl von Zeichnungen in Aquarell , verschie- dene Ansichten und Seestücke, sind als Resultat seiner Studien in jenen Ländern zu betrachten. Dann malte der Künstler auch ge- storische Landschaften und Ansichten in Öl , welche von grosser Schoinheit und Durchsichtigkeit der Farben sind.
Ein jüngerer J. Wilson, vielleicht der Sohn, ist ebenfalls Landschaftsmaler. Auf der Ausstellung 1851 sah man von J. Wilson jun. eine Marine mit Fischerbooten an der Küste von Yorkshire ,
N. Wilson, Landschaftsmaler zu London, wurde uns 1833. bekannt. Seine Seestücke sollen von grosser Schönheit seyn, da über die Wasserflächen ein magischer Zauber ausgegossen ist,
N. Wilson, Landschaftsmaler, war der Sohn eines Predigers, und wurde zu Pianges in Nord - Wales geboren, Sein Vater bestimmte ihn zum Gelehrten, Richard trieb aber lieber Kunststu- dien, und somit verschaffte ihm 1720 der Baronet George Wynne Gelegenheit, zu London unter Th. Wright mit Ernst der Kunst sich zu widmen. Er blieb sechs Jahre im Hause desselben, und hatte schon mehrere gute Bildnisse gemalt, als er 1740 zur weite- ren Ausbildung nach Italien sich begab, wo seine Neigung zur Landschaftsmalerei volle Nahrung fand, In Venedig lernte er William Lock kennen, welchen er nach Rom und durch einen grossen Theil des Landes begleitete, um die interessantesten Ge- genden und Ansichten zu zeichnen, wofür ihn Lock grossmüthig unterstützte, Nach Rom zurückgekehrt traf er mit J. Vernet zu- sammen , welchen gleiche Studien nach Italien trieben, und dieser Meister hatte entschiedenen Einfluss auf Wilson, da er ihn zur Landschaftsmalerei ermunterte. In Rom fand der Künstler auch in dem Grafen von Dartmouth einen Gönner, welchen er nach Neapel begleitete, wo er viele Zeichnungen ausführte, wovon ein Theil mit zwei Gemälden in den Besitz des edlen Lords kam. Wilson blieb aber nicht bei der Vedute stehen, er machte auch eifrige Studien in der Historienmalerei, und legte dadurch den Grund zu seinem Ruhme. Den Stoff zur Staffage boten ihm ge- wöhnlich die Schriften des klassischen Alterthums, um der Land- schaftsmalerei eine höhere Bedeutung zu geben. Seine Vorbil- der waren C. Lorrain, Poussin und S. Rosa, aber ohne dass er der landschaftlichen Scene einen ausschliessend idealen Charak- ter aufdrücken wollte. Er suchte in der Natur nach grossartigen Formen, und bevölkerte dann den modernen Boden mit mytholo- gischen Figuren, was ihm J. Reynolds zum Vorwurfe machte. Wil- son's Ruf stieg aber nach seiner 1755 erfolgten Rückkehr aus Ita- lien von Jahr zu Jahr, und bald nannte man ihn den englischen Claude Lorrain, neben welchem er sich aber noch weniger halten kann, als neben Poussin und S. Rosa. Wilson gehört indessen bei seiner übertriebenen Nachahmung des C. Lorrain dennoch zu den ersten englischen Landschaftern, Er nimmt in vielen Bildern eine idealische Richtung, und führt uns häufig die edlen Formen der italienischen Natur vor. Er geht aber zu einseitig auf den Total- effekt, so dass das Einzelne darüber meist decorationsmässig be- handelt ist, Die Färbung ist oft matt und kreideartig, und zeigt jetzt grosse Risse, Auch haben viele Bilder nachgedunkelt.
Die Zahl seiner Werke ist sehr gross, obgleich er als Techniker keine ausserordentliche Fertigkeit besass. Die Bilder sind in Eng- land zerstreut, und meistens durch den Stich bekannt. Thomas Booth besass achtzehn Gemälde von ihm, welche einigermassen die Geschichte der Ausbildung des Künstlers geben. Der erwähnte Sir W. Wynne besass das Gemälde mit Cicero und seinen Freun- den bei dem Landhause Tusculum, und daun zwei grosse An-
sichten aus Wales. Der Herzog von Bedford bewahrt die durch den Stich bekannte Ansicht von Rom. In der Grosvenor-Galerie sieht man die poetische Landschaft, worin im Sturme die Hexen dem Macbeth erscheinen, welche aber das Schwächste des Bildes sind. Schöner ist die Ansicht einer gewöhnlichen Gegend mit ei- nem klaren Fluss. Wilson erscheint hier in der naturalistischen Richtung viel bedeutender, als in der idealistischen. Auch in Broughton- hall ist ein Bild von besonderer Wärme und Klarheit. Es gilt die Ansicht eines englischen Waldes mit einfallenden Lichtern. Die Galerie des Lord Cowper in Pansanger bewahrt dagegen ein nachgedunkeltes Bild. Man sieht eine romantische Gegend bei Sonnenaufgang, in welcher ein Schloss auf dem Felsen steht. Sir Thomas Baring erwarb ein durch den Stich bekanntes Gemälde, welches Meleager und Atalante vorstellt. In der National-Galerie sind zwei berühmte Bilder von ihm. Das eine, für den Grafen Ytharet gemalt, und dann von Beaumont geschenkt, stellt die An- sicht der Villa des Mäcenas in Tivoli dar, nördlich - kalt im Ton, und nachgedunkelt in den Schatten. Das zweite Gemälde, welches Simn für die poetische Auffassung zeigt, gibt das Bild eines furcht- baren Sturmes, während dessen Apollo und Diana die Kinder der Niobe tödten. Cav. Beaumont schenkte dieses grosse Bild der Gal- lerie. Wilson hat es aber mit Veränderungen später wiederholt, in der Bridgewater-Galerie ist eine solche Wiederholung, und minder der verblichen, als das genannte Gemälde. Das beste Exemplar besitzt aber der Kaufmann Wynne Ellis in London, ehemals in der Galerie des Herzogs von Gloucester.
R. Wilson wurde 1779 Mitglied der neuerrichteten Akademie und dann Bibliothekar derselben. Im Jahre 1782 starb der Künstler.
Stiche nach Werken dieses Meisters,
Die Blätter nach Gemälden Wilson's konnten ehemals nur theil- weise vollständig erworben. Sie standen in sehr hohen Preisen. Die Villa des Mäcenas in Tivoli, 1753 gemalt, und gest. von Woollett, gr. qu. fol. _ Dieselbe Darstellung, gest. von J. le Keoux, für das Werk der National-Galerie, qu. roy. fol. ' Der Tod der Kinder der Niobe, gest. von Woollett und S. Cicero und seine beiden Freunde in Tusculum (Villa Cic villa), gest. von Woollett, qu. roy. fol.
Solitude. Reiche Landschaft, gest. von Woollett, als Gegen- stück zu obigem Blatt.
Ceyx und Alcyone, gest. von Woollett, qu. roy. fol.
Phaeton um den Sonnenwagen bittend. Gest. von Woollett, qu. roy. fol.
Apollo und die tanzenden Horen (Apollo and the Seasons) mit J. H. Mortimer gemalt, Woollett et B. Pouney sc., gr. 4".
Derselbe Darstellung (Apollo and the Nymphs), geschabt von R. Earlom, gr. qu. fol.
Meleager und Atalante, Landschaft mit der Jagd des kalydi- schen Ebers. Woollett et B. Pouncy sc. Das Gegenstück.
Apollo mit den Jahreszeiten,
Meleager und Atalante, nach Ovid's Verwandlungen. Gestochen von Earlom, als Gegenstück zu Apollo mit den Nymphen.
Celadon und Amelia, nach Thomson's Sommer, J. Brooke et Woollett sc., gr. qu. fol.
Das träumende Mädchen (The sleeping Eye), nach Forster.
J. Varley sc., Mezzotintblatt, fol.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_bly19Wlc3NgC