Wild, Georg Christian

Wild, Georg Christian, Zeichner und Kupferstecher , geb. 1794 in Nürnberg , wurde Anfangs von Zwinger in der Zeichnungskunst unterrichtet, kam aber dann unter Gabler's Leitung, welcher ihn mit dem Grabstichel vertraut machte. Im Jahre 1810 begab sich der Künstler nach Wien, wo er zahlreiche Aufträge erhielt, und bis 1832 verweilte er dort. Er zeichnete eine grosse Anzahl von Bauwerken und anderen Monumenten, darunter viele aus Wien, welche 1824 für Hormayer's Geschichte dieser Stadt gestochen wur den. Dann sind auch 15 Blätter mit altdeutscher Architektur und Glasmalerei zu nennen, welche Wilder in Verbindung mit Profes sor J. M. Schottky in Nieder-Oesterreich gezeichnet und radirt hatte, als Suplement zu Lichnowsky's und Laborde's Werken, da sie darin übergangen sind. Auch an und in dem Dome zu Wien ist keine interessante Partie, welche Wilder nicht gezeichnet hat, zunächst für das Domwerk von F. Tschischka, für welches er auch 43 Blätter radirte. In Tschischka's Beschreibung von Wien ist eine Ansicht der Stadt u. s. w. nach seinen Zeichnungen gestech ten. Dann zeichnete der Künstler noch viele andere Kirchen, Gebäude, Plätze und alte Denkmäler der Stadt und der Umge bung. Den Dom stellte er in einem grossen Aquarellbilde dar, welches bewundert wurde. Passini hat nach seinen Zeich nungen mehrere Ansichten von Kirchen und Gebäuden für den Verlag von T. Mollo radirt. Dann fertigte er die Zeichnung zum Prachtwerke über das k. k. Ritterschloss Laxenburg.

Die Zeichnungen dieses Künstlers sind sehr zahlreich, da er nicht allein Wien nach allen Richtungen hin durchsuchte, sondern auch in andern Gegenden der österreichischen Monarchie Stöße zu malerischen Darstellung fand. Auch in Norddeutschland sammelte er viele Zeichnungen, meistens architektonischen Inhalte. Er bereiste Thüringen, Hannover, Sachsen u. s. w., wo er über interessante Baudenkmäler vurfand. Auch die Donaugegenden besuchte er, und fand sich in Regensburg vom Dome gefesselt. An und in mehreren Partien an und in diesem merkwürdigen Gotteshaus nennen wir eine grosse Ansicht in Aquarell, welche allgemeinen Beifall fand. Nürnberg bot ihm schon in seiner früheren Zeit die interessantesten Studien, und nach seiner Rückkehr aus Oes terreich führte er fort, Ansichten der Kirchen, der Kaiserburg, der alten Monumente u. s. w., in seinen geistreichen Zeichnungen festzuhalten. Sie sind meistens in Wasserfarben ausgeführt, ewig auch getuscht, immer aber mit grösster Sorgfalt vollendet. Mehrere seiner grossen Aquarellbilder gleichen Miniaturen der interessan testen Art. Wir sahen von ihm eine Nachbildung des Volkamer schen Fensters und eine innere Ansicht der Kirche in Schwabach, welche merkwürdig schön und fleissig behandelt sind. F. Geissler stach 1845 eine Ansicht von Nürnberg nach seiner Zeichnung, 8° fol. Eine frühere Ansicht der Stadt von Geissler gehört zu

Eigenhändige und geistreiche Radirungen,

  1. Ein stehender Mann. Freund W. 3, r, (Wiesner). G, C. Wilder 1821, 8. ;

  2. Statue eines Heiligen. Bei St. Sebald. W. f. 1817, 8. ü

  3. Sitzender junger Mann in einer Landschaft. Wilder d. 2. Januar 1814, 8. .

  4. Ein Wandgemälde aus Wohlgemuth's Zeit in einem Hause zu Nürnberg. Radirt und colorirt 1841 , qu. fol.

  5. Noch vorhandene Gemälde im Irrhaine bei Kraftshof, und die Ansicht vom Irrhain bei Nürnberg, 2 Blätter, kl. qu. fol.

  6. Das Münzerische Epitaphium auf dem St. Johann's Kirch-

hof in Nürnberg, 8.

  1. Das Grabmal des Conrad Celtes im Dome zu Wien, 4.

  2. Abbildung des Dr. M. Luther im Augustinerkloster zu Er- furt, fol.

  3. Der Goldpokal und Becher des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg, 4. ,

  4. Der untere Flügel des Sakramenthäuschens von P. Kraft, 8.

  5. Die Fontaine im Hofe des Rathhauses zu Nürnberg, 4

  6. Die Sakristeithüre von St. Lorenz, 4. ;

  7. Portale im Pfalzgrafen Stübchen des von Scheuerl'schen Hauses, 4.

  8. Eine gothische Kirchthür. MDCCCXVII., 8. ‚

  9. Alte Denksäule bei Wiener-Neustadt an der Strasse nach Wien 1825 , fol. ;

Dazu gehört ein mit Vignetten geziertes Textblatt,

  1. Zwei innere Ansichten der Metropolitankirche zu St. Ste- phan in Wien. Helt in gr. fol. Im ersten Drucke vor der Schrift, 4 Th. .

  2. Der St. Stephans-Dom in Wien und seine alten Denkmale der Kunst, in 43 von Wilder radirten und 2 von Hyrtl ge- stochenen Blättern, herausgegeben und beschrieben von F. Tschischka. Wien 1832, kl. fol. /

  3. Das Schweizerthor in der Kaiserburg zu Wien, gr. fol. Im ersten Druck vor der Schrift,

  4. Das Landhaus in Wien, qu. fol.

  5. Das Stadthaus daselbst, als Gegenstück zu obigem Blatte 1820,

  6. Maria Stiegenkirche in Wien, nach einem Aquarellbilde radirt, kl. fol.

  7. Altar am Gestade im Passauerhofe (Kirche in Wien) 1820, fol.

  8. Die Veste in Nürnberg, 4. ;

  9. Am Fusse des alten Schlosses, 4.

  10. Zwei Ansichten aus der alten Kaiserburg in Nürnberg, vor den Veränderungen im Jahre 1833, qu. 4.

  11. Der Hof der alten Kaiserburg zu Nürnberg, gegen Morgen,

qu. fol.

  1. Nürnberg vom Morgen her gesehen, 4.

  2. Das Stadtschlosser Fischer'sche Haus (vormals Wohnhaus des Peter Vischer) zu Nürnberg, vor dessen Veränderung im

Jahre 1835, qu. 4.

  1. Hans Sachsens Maus zu Nürnberg, den Einsturz drohend, im März 1834, qu. 4.

  2. 12 verschiedene Landschaften, qu. 4. und qu. fol.

  3. Studien von Schaafen und Ziegenköpfen, nach Dietritsch 1812, schmal qu. 8.

  4. Ein Pferdekopf nach der Natur 1812. Nr. 6, qu. 12.

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