Wiegmann, Budolf

Wiegmann, Budolf, Architekt und Maler, wurde um 1805 zu Adensen bei Elze geboren, und begann seine Studien in Hanno- ver, wo er das Gymnasium besuchte, und alle jene Hülfswissen- schaften studirte, welche einem Architekten von höherer Bildun- Drothwendig sind. Später besuchte er auch die Akademie in Düs- seldorf, wo nicht allein die Baukunst seine Zeit in Anspruch nahm, sondern auch die Malerei, welche er mit eben so grossem Glücke übte, als die Architektur . Von seinen vielen Studien in der Geschichte der alten Kunst, worin er den berühmten O. Müller

Zum Lehrer hatte, zeugt sein Werk über die Malerei der Alten in ihrer Anwendung und Technik, insbesonders als Decorations - malerei. Nebst Vorrede von K. O. Müller. Hannover 1836, 8° Wiegmann hatte aber seine Materialien nicht allein in den Schrif- ten der Alten, und in den einschlägigen neueren Werken gesam- melt, sondern zu diesem Zwecke auch die Wandmalereien in Pompeji untersucht, so wie er denn überhaupt in Italien umfassende Studien gemacht hatte. Seine Resultate bezüglich der Malerei und Technik der Alten wurden aber theilweise von L. v. Klenze bestritten, wel- cher in seinen »aphoristischen Bemerkungen auf einer Reise in Griechenland « die Beobachtungen und Untersuchungen Wiegmann's vor das öffentliche Gericht zieht, worauf dieser in der interessanten Schrift: Der Ritter Leo von Klenze und unsere Kunst. Düsseldorf 1853, unumwunden antwortet. Eine weitere Einigung in die Anschau- ungen und den Streit beider Künstler ist uns hier nicht geboten, und wir bemerken daher nur, dass die Verdienste Wiegmann's mit einer Professur an der Akademie der Künste in Düsseldorf belohnt wurden, wo er dort grosse Thätigkeit entwickelte. Zunächst erwäh- nen wir einer interessanten Schrift von 1842 über den Ursprung des Spitzbogenstils, welcher er einen Anhang über Bildung eines Vereins für die Geschichte der mittelalterlichen Baukunst beifügte, nebst einer lithographirten Tafel. Im Jahre 1840 erschienen zu Düsseldorf seine Grundzüge der Lehre von der Perspektive für Maler und Zeichenlehrer, mit 10 Steindrucktafeln in qu. 8°. Auf dem Correspondenzblatt des Kunstvereins für die Rheinlande, Düs- seldorf 1847, wurde eine Abhandlung über die Malweise des Tizian besonders abgedruckt. Wiegmann malt auch in Öl und Aquarell, besonders Land- schaften mit Architektur, welche zu den schönsten Erzeugnissen der Düsseldorfer Schule gehören. Einen anderen Theil seiner Werke machen die schönen Radirungen aus, welche sich von ihm finden.

  1. Der alte Tobias und Hanna, oder die Eltern des Tobias in Betrübniss, nach Overbeck. Je connais que mon pere et ma mere maintenant comptent les jours etc. Tobias. Ich weiss, dass mein Vater und meine Mutter die Tage zählen etc., kl. fol. Es kommen Abdrücke mit und ohne deutsche Bibel- stelle vor.

  2. Alte Gebäude mit Capelle am Wasser, für das Album deut- scher Künstler. Düsseldorf, F. A. Buddeus 1853 ff. H. 10 Z- 4 L., Br. 7 Z. 4 L.

  3. Album von Hannover. Gez. und lith. von R. Wiegmann, 6 Blätter, fol. —

V. Wiegmann, M. Frau, Malerin zu Düsseldorf, wahrscheinlich die Gattin des obigen Künstlers, ist durch schöne Genrebilder bekannt. Im Kunstblatt 1848 Nr. 47 wird ein anmüthiges Elefantenbild von ihr erwähnt. Es ist im Charakter der früheren Steinbrück'schen Bilder ähnlichen Inhalts behandelt, und zeichnet sich durch zarte Motive und sorgfältige Durchbildung aus.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_bly19Wlc3NgC