Wiedewelt, Johannes

Wiedewelt, Johannes, Bildhauer, wurde 1731 zu Kopenhagen geboren, und von seinem Vater Just unterrichtet, bis er in Mailand einen Lehrer in der Malerei fand. Allein nach der Abreise dieses Meisters setzte Wiedewelt unter Peyzolt seine plastischen Studien fort, und ging 1750 nach Paris , wo er unter Coustou den gros- sen Preis im Modelliren gewann. Diess veranlasste den König Friedrich V., dem Künstler eine Pension auszusetzen, so dass sich dieser in der angenehmen Lage sah, eine Reise nach Italien an- treten zu können. In Rom wohnte er mit Winkelmann zusam- men, was auf seine Ausbildung entschiedenen Einfluss hatte; denn Winkelmann wies ihn an die Antike, und Wiedewelt schlug gerne die ihm klar gewordene Richtung ein. Sein Name wurde daher oft genannt, namentlich auch weil Thorwaldsen unter seiner akademi- schen Leitung die Bahn betrat, und damals in Wiedewelts Werken die besten Vorbilder sah. Doch ist dieser Meister mit Thorwaldsen nicht zu vergleichen, wenn er auch der ausgezeichnet- ste Bildhauer vor diesem war. Wiedewelt suchte zwar die Antike zu Ehren zu bringen, und die alte nordische Götterwelt zu neuem Leben zu erwecken, er konnte aber seine Ideen nicht voll- kommen durchführen, da die Poesie nicht Hand in Hand mit ihm ging, sondern erst später zum besseren Gelingen der Kunst be- trug, was die jüngere Generation zum Ruhm führte.

Wiedewelt wurde 1758 in Kopenhagen Mitglied der Akademie, und 1761 Professor an dieser Anstalt, als welcher er später auch Reisen nach Frankreich, Holland und England unternahm. Im Jahre 1772 wurde er zum Direktor der Akademie ernannt, und der

Wiedewelt starb zu Copenhagen 1802. In der »Samling of fortiente Danske Maends Portraiter, med Biographier, Kiöbenh. 1799, Band IL 4. ist seine Lebensgeschichte zu lesen. Keine an- dere Lebenskizze s. Eck's nordische Blätter I, II. Leipzig 1804. Auch ein Verzeichniss seiner Werke ist beigefügt. Man macht ferner auf eine Abhandlung über den Geschmack aufmerksam, wel- che Wiedewelt 1762 in den Druck gab. P. Als hat sein Bildniss gemalt, und J. M. Preissler dasselbe gestochen, fol.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_bly19Wlc3NgC