Weyditz, Hans, auch Widitz und Wyditz, dann latinisirt Joh. Guidictius, heißt ein Zeichner und Maler von Strassburg, wel- cher die vortrefflichen Pflanzenabbildungen im Kräuterbuche de Otto von Braunfels gefertigt hat. In der Vorrede der lateinische Ausgabe (Herbarum vivae eicones etc.) Strassburg 1530. 31, heit der Künstler Joh. Guidictius, und in der deutschen Ausgabe — Con- trafayt Kreuterbuch. Strassburg, H. Schott 1532 — steht, daß die Abbildungen »durch den hochberühmpten meyster Hans Wey- ditz von Strassburg gerissen und contrafayt« seyen. Die zweite, deutsche Ausgabe ist von (1536), fol. Dieses seltene Werk hat einen figurirten Titel mit der Jahrzahl 1529, es bleibt aber dahin gestellt, ob Weyditz diesen und die Pflanzen in Holz geschnitten habe. Sicher ist er der Zeichner. Ferner wird ein Maler Widitz in der Vorrede zu den Bildnissen der Päpste genannt, wel- che 1573 zu Strassburg bei B. Jobin erschienen: Accurätae effigies Pontificum maximorum — Eygcnwissenliche unnd wolgedenkwür- dige Contrafeytungen oder Autlitzgestaltungen Römischen Päpst — Teutsch beschrieben von J. Fischaert, fol. Ob dieser Widitz der Jene Weyditz ist, welcher 1529 schon als hochberühmter Meister galt, überlassen wir ebenfalls der Entscheidung anderer Männer. Der Zeitraum von 1529 bis 1573 ist vielleicht zu gross für einen und denselben Meister. Christ deutet den Buchstaben W. auf Widitz, sagt aber nicht, ob sich diese Bezeichnung auf Holzschnitten oder Stichen findet. Man zählt indessen den Künstler unter die Formschneider der Jobin'schen Offizien in Strassburg, was der Bestätigung bedarf. Hans Weyditz war Maler und Zeichner für den Formschnitt, und mag allerdings selbst in Holz geschnitten haben. Wir kennen auch ein radirtes und gestochenes Blatt, welches vielleicht von Widitz
herrührt. Es stellt einen bärtigen Orientalen mit dem Bogen dar, welcher ein Kind führt, während das Weib ein anderes Kind auf dem Rücken trägt. Dieses Blatt ist mit dem Buchstaben W. be- zeichnet, aber nicht in jener Form, wie sie Brulliot nach Christ gibt, sondern so gestellt, dass die sich kreuzenden mittleren Schen- kel über die äußeren empor stehen. H. 3 Z., Br. 2 Z., L. Weydmans, N., Maler und Radierer, war in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden thätig. Seine Blätter sind sehr selten.
Männer und Weiber an der Tafel schwelgend, rechts im Grunde Spieler. Durch die Fenster und andere Öffnungen sieht man biblische Scenen. Unten im Rande: Sicut autem erat in diebus Noe etc. Ohne Namen, aber im Machwerk jedes dem Weydmans ähnlich, qu. fol.,
Ein Charlatan, welcher die Stirnwunde einer Frau sondirt, während links der Bauer ihr den Kopf hält. Halbe Figur. Loopt loopt met groot verblyden etc. N. Weydmans inv. et fec. 4°. Bei Weigel 3 Thl. In Walker's Painters etchings ist eine Copie dieses Blattes.
Das Weib, welches den betrunkenen Mann führt. Och liuer Gyb laet ons tuyswaerts gaengen etc. N. Weydmans inv. et fec., 8°.
Ein grosser Stadtplan mit Wappen und Figuren. In der Luft »Gurghum.« Seltenes Blatt. N. Weydmans fec., gr. fol. Weydmüller, Johanna Elisabeth, geborne Krüger, Malerin, wurde 1725 zu Sorau geboren, wo ihr Vater und Lehrer Hofma- ler des Großen von Preußen war. Sie malte Bildnisse, histori- sche Darstellungen, Thierstücke, und Blumen und Früchte auf Glas. Diese Werke fanden in Mannheim und München viele Ver- ehrer, und auch in der Gallerie zu Dresden wurde eine Reihe solcher Malereien und Pastelbilder aufgestellt. Im Jahre 1771 er- nannte sie die Akademie daselbst zum Mitgliede, und 1807 starb die Künstlerin. Weyen oder Weyer, Hermann, Kupferstecher und Kunsthänd- ler, war um 1626 — 50 in Paris thätig. Es finden sich viele Blät- ter mit seiner Adresse, worunter mehrere von ihm selbst herrühren sollen. Für seinen Verlag arbeiteten C. Cherpignon, J. Falk, L. de la Hire, Poilly, Natalis etc. Auf einigen Blättern deutet aber seine Adresse auf einen späteren Abdruck, wie diess mit dem Abendmal des Herrn von Natalis der Fall ist. Folgende Blätter gehören zu den besseren.
Maria liebkoset das Jesuskind, halbe Figur nach L. de la Hire, Weyen exc., gr. fol.,
Maria mit dem Kinde auf dem Schoosse, vor ihr Elisabeth und Johannes mit dem Lamme. Nach Jakob Stella, Weyen exc. qu. fol.,
Die Geburt Christi, H. Weyen exc., 8°.
Die Anbetung der Könige, Copie nach A. Dürer von N. Cochin. H. Weyen exc.
Die Taufe Christi, gut radirt. Hermann Weyen exc., qu. 8°.
Christus vor Caiphas. H. Weyen exc., fol.
Die Leidensgeschichte des Herrn, 12 Blätter nach J. Callot, Hermann, Weyen exc., 12°.
Der Catafalk des Jesuiten P. Cotton, 2 Blätter von 1626, fol.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_bly19Wlc3NgC