Wexshaupt, Franz

Wexshaupt, Franz, s. den folgenden Artikel.

Franz Weishaupt, Werkmeisters der Druckerei der k. Steuerkata- ster-Commission daselbst, besuchte unter Langer und Cornelius die Akademie der Künste, und hatte bereits im Oelmalen durch Copirung einiger Meisterwerke der k. Pinakothek glückliche Fort- schritte gemacht, als er seine ganze Aufmerksamkeit auf das wis- senschaftliche und technische Zeichnen richtete, und auf dem Pri- vatwege auch Kenntnisse in der Architektur sich verschaffte. Das Lehrfach war ihm jetzt Hauptaufgabe, und er machte auch den Concurs für Gewerb- und polizeiliche Schulen mit gutem Er- folge, so dass er zum Lehrer der Ornamenten- und Linearzeich- nung an der k. lateinischen, und bürgerlichen Feiertagsschule er- nannt wurde. Weishaupt hatte sich aber von jeher auch mit der Lithographie befasst, und mehrere gelungene Proben im histori- schen, landschaftlichen und Ornamentenfache geliefert. Er wurde durch die vielen Versuche seines Vaters darauf geleitet, welcher als ausgezeichneter Techniker im Sohne einen Zeichner zur Hand haben wollte. Der ältere Weishaupt kam schon 1810 neben A. Se- nefelder in die Druckerei der k. Steuerkataster-Commission, und war viele Jahre unermüdet in Erforschung des technischen Theiles des Steindruckes. Er förderte das Unternehmen in manchem Zweige, während Senefelder ewig erfinden zu können glaubte, und ofters ohne strenge Durchführung des Einen wieder zu dem An- deren überging. So gelangte Senefelder mit dem von ihm angege- benen Farbendruck nicht zum glücklichen Resultate, Franz Weis- haupt verfolgte aber diese Kunst mit Consequenz, und er war der erste, welcher 1823 den Farbendruck im Grossen angewendet hatte. Das Werk von Spix und Martius über Brasilien enthält 60 Platten mit Abbildungen von Vögeln, Schlangen, Schildkröten, Affen etc., welche Weishaupt um 1823 in Farben druckte. Doch erscheint darin die Chromolithographie noch nicht in ihrer Vollendung. Weis- haupt sen. hat aber zu ihrer weiteren Anwendung und Vervoll- kommnung im Allgemeinen den ersten Impuls gegeben, welcher in Deutschland auf diesem Gebiete erzeugte. F. Weishaupt blieb aber seinerseits auch nicht stehen, sondern machte viele neue Versuche und Pro- ben. Mittlerweile war Heinrich Weishaupt zum geschickten Zeich- ner herangereift, welcher jetzt, in die Erfahrungen des Vaters ein- geweiht, dem Farbendruck eine mehrjährige Thätigkeit weihte. Der erste gelungene Versuch ist von 1835, die Reproduktion des Ecce homo von Hemling in der k. Pinakothek zu München. Dieses Blatt erfreute sich einer solchen Theilnahme, dass nach etlichen Jahren über 1500 Exemplare im Umlaufe waren. Im Jahre 1837 er- hielt Heinrich Weishaupt ein k. Privilegium auf den Farbendruck, und lieferte fortan mehrere gelungene Blätter dieser Art, deren wir unten aufzählen. Die Lithographie gleicht in denselben, soviel es in ihrer Natur liegt, der Oelmalerei nach. Die Farben sind mit Oelfirnis gemischt und ihre Frische leidet daher nicht, wie dieses mit Wasserfarben der Fall ist. Die Chromolithographie sah durch diese Bemühungen in München, ihrer Wiege, einer ehren- vollen Existenz entgegen. König Ludwig nahm das grosse Blatt der Erndte mit allem Eifer auf, und sprach in einem Handbil- let an den Künstler seine Freude über den Erfolg aus. England und Frankreich hat aber Alles überflügelt, und dieses mag viel- leicht theilweise Ursache seyn, dass Weishaupt vor drei Jahren das Privilegium mit allen Requisiten verkaufte. Er lebt jetzt wieder dem Lehrfach. Der Vater Weishaupt geniesst seine verdiente Pension und hält noch (1851) viele Erfahrungen geheim.

England und Frankreich vielfach wirkte, und viel Schönes

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_bly19Wlc3NgC