Wetzel, Johann Jakob

Wetzel, Johann Jakob, Zeichner und Landschaftsmaler , wurde 1781 zu Hirslanden bei Zürich geboren, und hatte schon als Knabe Lust zur Kunst, so dass man ihn 1794 bei Heinrich Bleuler zu Feuerthalen in die Lehre gab. Bleuler trieb damals mit colorir- ten Schweizerprospekten einen Handel, und somit benütze er den Schüler sogleich zum Coloriren mit Deckfarben, ohne für den Zeichnungsunterricht zu sorgen. Wetzel konnte daher nur in Nebenstunden zeichnen, und sah bei Bleuler seinen Zweck verfehlt. Nach vier Jahren nahm ihn Johann Walser in Herisau auf, welcher eine ähnliche Anstalt hatte, wie Bleuler, nur dass in derselben weniger fabrikmässig gearbeitet wurde. Wetzel fand bei Walser mehrere gute Künstler, wie Lory sen., Catel, Eichler etc., welche für seine Fehnung die bekannten Ansichten von Pe- tersburg und Moskau fertigten. Diese Männer gingen dem jun- gen Wetzel mit gutem Rath an die Hand, und hatten auf seine weitere Ausbildung grossen Einfluss. Lory ertheilte ihm auch Un- terricht im Zeichnen, so dass der Colorist Wetzel bald im Stande war, kleine Landschaften in Gouache zu malen. Bilder dieser Art fanden damals grossen Beifall, den meisten Nutzen zog aber Wal- ser mit seinen colorirten Prospekten. Wetzel verlebte elf Jahre in Herisau, und widmete ihm seine meiste Zeit, und auch nach der erfolgten Auflösung des Instituts strebte er noch nicht nach

Weizel, Johann Jakob.

Selbständigkeit, sondern folgte einem Rufe des H. Osterwald nach Neufchatel, unter dessen Leitung damals die beiden Lory die be- rühmte Voyage pittoresque de Geneve a Milan par le Simplon in 35 colorirten Blättern bearbeiteten. Wetzel nahm an diesen Blät- tern Theil, und copirte auch Lory's Originalzeichnungen. Von 1811 an arbeitete der Künstler in Zürich auf eigene Rechnung, und gründete neben den beiden Lory seinen Ruf als Landschaftsmaler, da er die großartige Natur der Schweiz nach allen Richtungen hin feierte. Er brachte die Aquarelmalerei zu einer glänzenden An- wendung, wodurch die Gouachemanier zuletzt fast ganz verdrängt wurde. Seine Landschaften haben grossen Reiz, da er es wie kei- ner seiner Vorgänger verstand, durch glänzende Beleuchtung und duftende Fernen das Auge zu bestechen. Er war desswegen auch der Liebling des Publikums, welches aber zu seiner Zeit mehr auf das Aeusserliche, als auf den innern Gehalt sah. Seine Schüler hielten sich schon fester an die Natur, während er Alles auf den Effekt berechnete, und nur als gewandter Vedutenmaler zu betrach- ten ist. In Oel führte er wenig Bilder aus, sondern malte gewöhn- lich in Aquarell. Viele andere Zeichnungen sind in Sepia und Bister ausgeführt, besonders wenn sie zum Stiche in Aquatinta bestimmt waren. Die meisten Originalzeichnungen dieser Art ka- men in den Besitz der Lady Compton in London,

Der Rheinfall bei Schaffhausen, gest. von Hürlimann, 2 Blätter in Aquatinta, gr. fol.

Transparent in ungewöhnlicher Grösse. Diesen kaufte der Kaiser

Franz von Oesterreich.

Mehrere kleine Prospekte, für die helvetischen Almanache vor Hegi geätzt.

Voyages pittoresque aux lacs de la Suisse, avec tables et texte.

Natur gezeichnet von J. J. Wetzel, und in Aquatinta und in Farb

nen ausgeführt von J. Suter, C. Rordorf, F. Hegi. Zürich, Orell,

Füssly et Comp. 1820, 28. fol. Jedes Blatt kostete 2 Thl. 10 gr.

Das Werk hat folgende Abtheilungen. I. Voyage pittoresque au lac des Waldstettes ou de 4 Cantons, 21 Blätter. II. Voyage pitt. aux lacs de Zurich, Zug, Luccerne, Bâle et Wolhusen, 10 Blätter. III. Voyage pitt. au lac de Genève ou Léman, 12 Blätter. IV. Voyage pitt. aux lacs Thoune, Brienz, Lungern et Sarnen, V. Voyage pitt. au lac de Constance, 15 Blätter. VI. Voyage pitt. aux lacs de Murat, Neuchâtel et de Bienne, 10 Blätter. VII. Voyage pitt. au lac de Côme, 15 Blätter. VIII. Voyage pitt. aux lacs Majeur et de Lugano, 15 Blätter, IX. Voyage pitt. au lac de Garda, ou Benaco, 15 Blätter, X. — XIV. Differents Vues, 22 Blätter, welche in Abtheilungen erschienen, wie folgt: X. St. Gotthard-Strasse, 3 Blätter. (Amsteg, Pont de Diable.) XI. Der Rheinfall, 2 Blätter. XII. Ansichten im Berner Oberland, 11 Blätter. XIII. Ansichten im Lucernerthal, 2 Blätter. XIV. Verschiedene Ansichten, 5 Blätter. R. Weigel, Kunstkatalog Nr. 2300 zählt die Blätter der malerı schen Reise einzeln auf.

Wetzel malte den Rheinfall zu wiederholten Malen, zuerst als:

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