Wessely, Adalbert

Wessely, Adalbert, Formschneider, soll nach Dlabacz in Croatien und Dalmatien gelebt haben. Er kennt ein kroatisches Titelblatt mit Verzierungen und Figuren. Man liest darauf: Excudit Adalb. Wessely, fol.

„West, Historienmaler, wurde 1738 zu Springfield in Pennsylvanien geboren, und stammte aus einer Quäckerfamilie, wel- che mit dem berühmten Penn nach Amerika auswanderte, John West, der Vater unseres Künstlers, kam später nach, und heirathete zu Springfield eine Verwandte, die ihm zehn Kinder gebar, wovon Benjamin das jüngste war. Väterlicher Seits stand er in gerader Linie von Lord Delaware ab, welcher sich unter dem schwarzen Prinzen ausgezeichnet hatte. Ein schlafendes Kind, welches Ben- jamin als Knabe von sechs Jahren warten musste, war der erste Gegenstand, welcher sein Kunsttalent erregte. West wurde von dem im Schlafe lächelnden schönen Kinde so ergriffen, dass er sogleich die Feder zur Hand nahm, um das Kind zu zeichnen, ob- gleich er nie ein Gemälde oder einen Kupferstich gesehen hatte. Von dieser Zeit an war das Zeichnen seine Lieblingsbeschäftigung in den Freistunden, welche ihm die Schule gestattete. Doch hatte er nur Tinte und Feder, bis ihn endlich die Indianer, welchen er Zeichnungen mit Blumen und Vögeln schenkte, die Bereitung der rothen und gelben Farbe lehrten, wozu seine Mutter die blaue fügte, indem sie ihm ein Stückchen Indigo gab. Nun colorierte er auch seine Zeichnungen, wobei er sich eines Pinsels von Katzenhaaren bediente. Als er endlich von einem Freunde seines Vaters aus Phi- ladelphia ein Kästchen mit Farben und Pinsel, einige Stücke Lein- wand und sechs Kupferstiche von Grevling erhielt, vergass er in seiner Freude selbst in die Schule zu gehen, indem er im Dach- stübchen zeichnete und malte. Vom Lehrer über sein Ausbleiben in Kenntnis gesetzt, fand ihn die Mutter noch immer malend, aber statt ihren Unwillen zu erkennen zu geben, umarmte sie bei der Betrachtung des Bildes den Sohn. West betheuerte nachher oft mit höchstem Vergnügen, dass ihn der Kuss der Mutter zum Maler gemacht habe. Dieses Bild wurde dem Künstler sieben und sechzig Jahre später von seinem Bruder nach England gesandt. West zeigte es als Präsident der Akademie jedem, der in seinen Arbeitssaal kam, mit der Bemerkung, dass er mit all seiner erwor- benen Erfahrung und Einsicht nicht im Stande wäre, nur eine Farbe besser anzuordnen. Kurze Zeit nach seiner ersten Probi-

Die früheren Nachrichten über die Werke dieses berühm- ten Meisters findet man im Massachusetts Magazine. Bis auf -1765. VII. 515. Einzelne Critiken stehen dann im Gentle- man's Magazine LXVII, 120, 550; 1033. Ziemlich ausführ- lich verbreiten sich auch Forster, S. 40 ff., und Göde VI, 117. über ihn, und den größten Theil der früheren Nach- richten fasst Fiorillo, Gesch. der Malerei in England V, 749 — 761 zusammen. Viele neuere Critiken folgen in eng- lischen und deutschen Journalen, worunter das Kunstblatt von Schorn 1823 S. 410 ff. als maßgebend auftritt. Als Hauptwerk ist folgende Biographie des Künstlers zu be- trachten: The life, studies and works of B. West, by John Galt. London 1820, 8. In den drei ersten Decennien un- sers Jahrhunderts fand West fast ungetheiltes Lob, und nur bescheiden rügte man allenfallsige Mängel. Die neuere Cri- tik hat einen strengeren Maassstab angelegt, und nur wenige von den vielen Bildern des Meisters finden Gerechtigkeit. Dr. Waagert und Passavant sind vor allen andern Critikern zu nennen, da sie nach Autopsie urtheilen. Die genannte Lebensgeschichte des Meisters ist unter Wests Einfluss geschrieben.

*) Wie J. Reynolds, G. Romney, J. Bary, J. Opie, J. Northcote, Th. Stothard, R. Westall v. a.

sition, Zeichnung, Schönheit, Draperie, Beleuchtung — und theil- weise mit grossem Geschicke — beobachtet worden sind, fühlt man doch, dass ein aus einer kalten Reflexion hervorgegangenes Ag- gregat aller dieser Eigenschaften von einem Kunstwerke nur das caput mortuum hervorbringt, dass die eigentlichste Seele eines Kunstwerkes aber ein von dem Gegenstande begeistertes, von No- turanschauungen genährtes Gefühl des Künstlers ist, wodurch er alle jene Eigenschaften belebt werden müssen, damit das Ganze erwärmend und erquickend auf den Beschauer einwirken kann.

Doch denken nicht alle Engländer, wie der berühmte Kunst- richter Dr. Waagen. Viele erkennen in den von ihm am meisten etzelten grossen Bildern des Abendmahls und der Heilung des Blindenen in der National-Gallerie wahre Muster biblischer Vorstel- lungen, und man sieht zahlreiche Bewunderer vor diesen Gemäl- den, was Waagen (1837) zu der Ueberzeugung führte, dass es mit dem Sinn für Historienmalerei auch bei der grossen Masse der so- genannten gebildeten Stände in England noch nicht besonders be- stellt ist. Auf Waagen machten nämlich die erwähnten grossen Gemälde einen verletzenden Eindruck. Die allgemeinen und un- bedeutenden Charaktere der Köpfe zeugen nach seiner Behaup- tung von einer beklagenswerthen Armuth an Naturanschauungen, der Ausdruck ist geziert oder lahm, die Bewegung theatralisch oder nichts sagend, der Ton des Fleisches ziegelartig und kalt, die Far- ben sind schwer und undurchsichtig, der Gesamteindruck bunt und zerstreut. Dieser Massstab der Kritik wird an viele Werke des gefeierten West zu legen seyn, doch finden sich aber auch Bilder von ihm, welchen selbst der strenge Richter Gerechtigkeit widerfahren lassen muss. Darunter scheinen seine früheren Werke zu gehören, in denen der Eindruck, welchen die Antike und die klassischen Erzeugnisse der italienischen Schule auf ihn machte, unverkennbar ist. In den besten Werken des Meisters ist die Composition deutlich, und der Ton klar und harmonisch, wenn auch nie von grosser Wärme. Der Tadel, dass seine Bilder häufig kalt lassen, ist indessen nicht von neuem Datum, sondern wurde schon früher, auch zu Lebzeiten des Künstlers vernommen. Doch wusste man den Meister auch wieder zu entschuldigen. Die phleg- matische Ruhe und die Mässigung des Ausdruckes in vielen seiner Gemälde wurde als Ausfluss der Würde und des keuschen Sinnes betrachtet, von welchen sich West weder im Leben, noch in sei- nen Darstellungen trennte. Jedenfalls war dann das Gefühl für die göttliche Würde und Erhabenheit des Welterlösers zu nüch- tern; denn der Heiland auf dem Abendmahl und dem Bilde der Lahmen ist selbst für einen stoischen Quäcker zu dürftig.

West verheirathete sich 1764 zu London mit Miss Hemill, einer Amerikanerin. Im folgenden Jahre wurde er zu einem der

Vorsteher der Kunstgesellschaft gewählt, welche drei Jahre später

der k. Akademie einverleibt wurde, an deren Einrichtung er gros- sen Antheil hatte. Um diese Zeit würdigte ihn auch der König besonderer Aufmerksamkeit, da ihm der Künstler durch den Er- bischof von York vorgestellt wurde. Bei dieser Gelegenheit gab ihm der König den Auftrag, das Bild des Regulus zu malen, das erste, welches West bei Eröffnung der k. Akademie 1760 zur Aus- stellung brachte. Seit dieser Zeit war keine Ausstellung, die nicht irgend ein gerühmtes Werk seines Geistes aufzuweisen hatte. Doch war das Gemälde mit dem Abschiede des Regulus nicht im Allge- meinen das erste Bild, welches er in London zur Schau brachte. Ausser einem Bilde von Angelica und Medoro (1764) und des

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