Wernle, Carl

Wernle, Carl, Zeichner und Maler, geboren zu Leipzig (nach An- deren zu Weimar ) 1808, machte seine Studien unter Professor Schnorr in Leipzig, und begab sich 1829 zur weiteren Ausbildung nach München , wo seine Bilder bald Aufsehen erregten. Man sah mehrere derselben auf dem Kunstverein ausgestellt, gewöhnlich Landschaften mit Architektur, wozu er die Motive theils in Prag , theils in München selbst genommen hatte. In der Technik der Oelmalerei hatte er aber in München noch nicht volle Sicherheit erlangt, seine Zeichnungen aber gehörten schon damals zu den schönsten und geistreichsten malerischen Erzeugnissen. Sie sind theils mit der Feder umrissen und getuscht mit röthlichen Lichtern, theils in Aquarell behandelt. Im Jahre 1831 verliess Werner Mün- chen, und machte zunächst in den sächsischen Landen Studien. Diese bestehen in Zeichnungen nach älteren Baudenkmälern in

Ein anderes grosses Bild in Aquarell gibt in prachtvoller ar- chitektonischer Umgebung die Scene aus Shakespeare's Kaufmann von Venedig, wie Shilok an Messer Antonio den Schnitt machen will, aber der Spruch des Richters die blutige Lust des Juden hemmt. Die zahlreichen Figuren sind Portrait, so wie alles Uebrige nach der Natur gemalt ist. Im Jahre 1842 brachte Werner in Rom ein fünf Fuss hohes Aquarellgemälde zur Ausstellung, und erregte durch die grosse Kraft und Frische der Färbung allgemeine Be- wunderung. Es stellt den Dogenpalast dar, mit dem Triumphzuge des Dogen Contarini. Unter den Aquarellen aus dem Jahre 1840 leuchtet besonders eine hervor, das Innere des Saales der Zisa in Palermo, mit charakteristischer Staffage aus dem sarazenischen Staatsleben.

Werner malte in den letzteren Jahren zwar meistens in Aqua- rell, übte aber fast mit gleicher Kunst auch die Oelmalerei. Als

*) Die vielen Zeichnungen, welche Dr. Puttrich besass, kamen 1848 mit der Kunstbibliothek in Leipzig zur Versteigerung: Catalog der dem Dr. Puttrich gehörenden Kunstbibliothek und Runstsammlung, Leipzig 1848, 8. Dieser Catalog ist für den Freund der mittelalterlichen Baukunst interessant.

Aufenthalte in München in sein Vaterland zurück. |

In seiner früheren Zeit hat Werner auch lithographirt. Wir | nennen von ihm 6 Ansichten vom Schlosse Eythra in Sachsen, dann 42 andere Blätter mit Ansichten von Greif 1828. In den Jah- rgängen der Chronik des sächsischen Kunstvereines sind Blätter nach seinen Zeichnungen radirt.

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