Werff, Pieter van der, Maler, Adrian's jüngerer Bruder und Schüler, wurde 1665 geboren. Er war mehrere Jahre Gehülfe Adrian's, und eignete sich die Manier desselben vollkommen an; Er copirte auch Gemälde von ihm, welche für Original genommen wurden. Doch auch in seinen eigenen Werken herrscht die ein- fältige Eleganz und Zartheit der Behandlung, wie in den
Bilden des A. van der Werff, welcher freilich mehrere retouchirt hat. In Rotterdam finden sich schöne Porträte von ihm, darunter solche von Vorständen der Ostindischen Gesellschaft. Das Mu- seum in Amsterdam bewahrt zwei Gemälde von seiner Hand. Das eine stellt zwei Mädchen dar, welche ein Standbild mit Blumen schmücken, das andere ebenfalls ein Mädchen, wie es die Statue der Venus darstellt, Bei der Auktion der Sammlung des Abraham Gevers 1827 wurde sein eigenes Bildniss, und jenes seiner Frau, der Maria Bosman, um 270 fl. verkauft. Letztere war ebenfalls Malerin, befasste sich aber nach ihrer Verheirathung nicht mehr mit der Kunst; In der Gallerie des Museums zu Berlin sieht man von P. v. d. Werff ein Bild der Grablegung von 1700. Es ist in der Composition bedeutend, nicht minder fein, als ein Werk sei- nes Bruders, aber eben so kalt in der Ausführung. In der Gal- lerie zu Dresden sind drei Bilder von ihm, Scenen aus dem Volks- leben. Das eine stellt ein Mädchen mit der Mausfalle dar, wel- ches hinter dem Fensterbogen stehend mit der Feuerzange die
Maus aus dem Fenster wirft. Auf dem zweiten Gemälde steht ein Mädchen mit dem Lichte, und der in der Falle gefangenen Maus, auf welche ein Knabe deutet. Das dritte stellt zwei Zecher am Ti- sche dar. Ein solcher war Pieter selbst. Er trieb sich in den Schenken herum, und verscherzte durch sein ungeregeltes Leben die Achtung seiner Mitbürger. Zuletzt wurde er hypochondrisch, und hielt sich für vergiftet. Starb zu Rotterdam 1718.
J. Gole stach nach ihm das Bildniss des Theologen A. Hellen- brock, und P. Philippe nach ihm das eigene Bildniss des Künst- lers, C. H. Meurs stach das Bild eines Mädchens mit der Laute, für eine Folge von 19 Blättern nach verschiedenen Meistern. Melı- reres über ihn und seine Gemälde s. van Gool.
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