Wentzel, Johann Friedrich, Maler von Berlin , war Schüler von Querfurt und Harms. Unter Leitung des Letzteren malte er mei- stens in Aquarell , besonders perspektivische Darstellungen mit Fi- guren, was ihn auf die Decorationsmalerei brachte. Ein Plafond in dem Hause eines Ministers zog sogar die Aufmerksamkeit des Churfürsten Friedrich I. auf sich, und dieser liess durch ihn bei Gelegenheit eines Festes in grösster Eile einen Saal des Schloss- es ausmalen. Im Jahre 1808 reiste der Künstler mit Unterstü- tzung des Churfürsten nach Italien , um in Venedig , Rom und Florenz nach den besten Meistern zu studiren, nach zwei Jahren wurde er aber nach Berlin zurückberufen, da Friedrich I., nun Kö- nig, viele Aufträge für ihn hatte. Wentzel zeichnete die Krönungs- Ceremonien in Königsberg, welche in Kupfer gestochen werden sollten. Er hatte auch die Ehre, das erste Bildniss des Königs im Krönungsornate zu malen, und als Gegenstück jenes der Königin. Nach seinen Cartons wurden ferner vier Tapeten ausgeführt, wel- che die Geburt, die Krönung, und die Salbung der Königin, und die Stiftung des schwarzen Adler-Ordens darstellen. Auch nah- men die Hoffeste, die Opern, die Beleuchtungen seine Kunst in Anspruch. In dem von Schlütter erbauten Theile des kgl. Schlosses führte er Bilder in Oel und Fresco aus. Am Plafond des Saales im Schlosse zu Oranienburg malte er die Apotheose des Hauses Oranien, ein zu seiner Zeit gepriesenes Werk.
Wentzel hatte unter König Friedrich I. einen reichen Verdienst, endlich aber trat das System des Sparens ein, und der Künstler kam ausser Dienst. Jetzt ging er nach Dresden, um dort sein Glück zu suchen, aber ohne es zu finden. Pellegrini und Sil- vestri liessen keinen anderen Künstler aufkommen. Er starb zu Dresden 1729 im 59. Jahre.
Desrochers stach nach ihm das Bildniss Friedrich I. von Preus- sen, Tscherning jenes des Grafen Casimir von Warttemberg, und J. G. Wolfgang das Portrait des Kunstgiessers Johann Jacobi, gr. fol. Für das Theatrum europaeum wurden mehrere Titelblätter nach seinen Zeichnungen gestochen. In Heinecke's Kunstnachrich- ten I, 88 — 92 ist ein langer Artikel über diesen Meister.
Eigenhändige Radirungen.
- Maria hält das Jesuskind auf der Krippe, oben Gott Vater über dem Globus schwebend. Auf einem Bande: J. F. Wen- tzel f., 8.
gr. fol. | | Wentzel, Johann Friedrich, Maler, der Sohn des Obigen, wurde
1709 in Berlin geboren, und widmete sich der Historienmalerei. Im Jahre 1734 unternahm er eine Reise nach Holland und Eng-
land, wo er zwei Jahre unter Amiconi's Leitung stand. Von 1735 — 1760 übte der jüngere Wentzel seine Kunst in Hamburg, und
den Rest seiner Jahre brachte er in Berlin zu. Starb daselbst 1782.
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