Welsch, Johann Friedrich, Maler, geboren zu Nieder-Wesel am Rhein 1740, hatte in seiner Jugend einen sehr untergeord- neten Lehrer, brachte es aber durch Talent und Fleiss doch im Zeichnen weit. Im Jahre 1815 machte er als Freiwilliger den Feld- zug gegen Frankreich mit, nahm aber nach der Restauration sei- nen Abschied, um die unterbrochenen Kunststudien wieder aufzu- nehmen. Er ging zu diesem Zwecke 1817 nach Berlin , und dann nach Holland, wo die Werke der älteren Schule einen grossen Einfluss auf seine Ausbildung übten. Aus jener Zeit stammen meh- rere biblische Darstellungen und Genrebilder von seiner Hand. Be- sonderen Beifall fanden die letzteren, da sie lebendig in der Auf- fassung, und mit grosser Wahrheit durchgeführt sind. Auch seine Bildnisse sind von sprechender Aehnlichkeit, und von meisterhafter Behandlung. Portraits malte Welsch fortwährend, in der Folge liebte er aber besonders Städteansichten , welche in der Weise der holländischen Schule aufgefasst sind, und zahlreiche Liebhaber finden.
Welsch blieb etliche Jahre in Holland, übernahm aber dann die Stelle eines Zeichenlehrers in Wesel , wo er bis 1830 verblieb. In diesem Jahre liess sich der Künstler im Haag nieder, und fand daselbst an der Akademie eine Anstellung. Nebenbei malte er Bild- nisse und architektonische Darstellungen, und hatte in Holland bereits einen entschiedenen Ruf, als er es für nöthig fand, nach Deutschland zurückzukehren, da seine Familie das Klima nicht er- tragen konnte. Zu dieser Zeit wurde zu Münster in Westphalen eine Zeichenschule gegründet, an welcher junge Leute für die hö- heren Klassen der Akademie vorbereitet werden sollten. Welsch erhielt den Ruf als Oberlehrer und Direktor dieser Anstalt, wel- che in kurzer Zeit eines grossen Aufschwungs sich erfreute. Diese Schule zählt Zöglinge aus allen Ständen der Stadt, und auch Aus- wärtige besuchen dieselbe.
Welsch betätigt sich auch mit der Restauration alter Gemälde, worin er besonders glücklich ist. Er machte schon in Berlin
dann in Holland Versuche, und um seine Erfahrungen gemeinnützig zu machen, gab er folgendes Werk heraus: Vollständige Anweisung zur Restauration der Gemälde in Oel-, Wachs-, Tempera-, Miniatur- und Pastellfarben. Nebst Belehrungen über die Herstellung der Firnisse für Gemälde, Basreliefs und Gypsstatuen, Kupferstiche und Landkarten, sowie über das Reinigen, Bleichen, Aufziehen und Einrahmen der Kupferstiche etc., Quedlinburg 1834, 8°. Seiner Sorgfalt verdanken mehrere Kunstfreunde die Erhaltung interessanter Kunstwerke, und Welsch ist daher vollauf beschäftigt. Doch malt er nebenbei auch noch immer Bildnisse und kleine Städteansichten, welche bei jeder Ausstellung Käufer finden.
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