Weitsch, Johann Friedrich, genannt Pascha. Weitsch, Land- schaftsmaler, geboren zu Hessen-Damm zwischen Wolfenbüttel und Halberstadt 1725, war der Sohn eines Schieferdeckers, wel- cher ihn zum Gelehrten herangebildet wissen wollte. Seine Ju- gendgeschichte erzählt Füssly im Nachtrag zu S. 5020, und es geht daraus hervor, dass Weitsch erst zwischen 1754—57 auf Ernst an seinen Künstlerberuf dachte. Er war Schreiber , dann Corporal, und Sergeant , als welcher er vom Obersten Tunder- feld zum Maler commandirt wurde. Er musste diesem zu Braun- schweig bei Vermeidung des Teufelholens zwei Landschaften von Dubois in Öl copiren, ohne je gemalt zu haben. Seine Frau meinte daher, dieser Auftrag müsse ihn zum Narren machen, aber nach einigen Tagen rapportirte der Sergeant dem Obersten, dass die Copien fertig seyen. Die Bilder gefielen, und ein Kunsthänd- ler meinte sogar, der Copist müsse wenigstens schon sechs Jahre sich geübt haben. Er bot für die Nachbildungen vier Thaler, welche der Oberst seinem Sergeanten gab, mit dem Auftrage, für ihn andere Bilder zu copiren. Von dieser Zeit an war sein Talent
erweckt, und dieses von einem so guten Gedächtniss unterstützt, dass er bald nach der ersten Arbeit ein Bild von Moucheron, wel- ches ein Kunsthändler besass, aus dem Kopfe nachmalte. Auch diese Copie erregte Beifall, und zog die Aufmerksamkeit des Ma- lers W. Busch , Inspektor's der Gallerie in Salzdahlum auf sich, was für Weitsch's Zukunft entscheidend war, da ihm in der ge- nannten Gallerie die Benutzung guter Vorbilder gestattet ward.
- Im Jahre 1758 erhielt Sergeant Weitsch den Abschied, und trat als Maler in die Porzellanmanufaktur zu Fürstenberg an der We- ser. Hier malte er neben andern für den Herzog von Braun- schweig einen Tafel-Service, welcher als Muster der damaligen Schmeizelei betrachtet wurde. Der Künstler stellte auf den Ge- läßeln und Platten Ansichten von Städten, Flecken, Dörfern und Gegenden der braunschweigischen Länder dar. Inzwischen suchte sich aber Weitsch auch in der Ölmalerei zu vervollkommnen, und lieferte mehrere Landschaften mit Vieh, worin man Ähnlich- keit mit jenem von P. Potter finden wollte. Desswegen hinter- trieb wohl der Inspektor van Freese in Cassel den Befehl des Churfürsten, in Folge dessen Weitsch die berühmte pissende Kuh hätte copiren dürfen. Der grosse Stier von Potter, welcher in der- selben Gallerie war, reizte ihn aber zur Nachahmung im Grossen. Dann malte er 1760 auf eine 434 F. breite und 10½ F. hohe Leinwand
Weitsch erhielt 1778 das Ehrendiplom eines Professors der Aka- demie in Düsseldorf. Damals war Krahe Direktor, welchem die von Weitsch gemalten Waldlandschaften mit Vieh ausserordent- lich gefielen. Im Jahre 1788 wurde er zum Inspector der Gallerie in Salzdahlum ernannt, und blieb daselbst bis an seinen 1803 er- folgten Tod. Das von F. G. Weitsch gemalte Bildniss dieses Mei- sters wurde 1830 für die Gemälde-Sammlung der k. Akademie in Berlin angekauft. Chodowiecky hat das Bildniss des Pastors Weitsch trefflich radirt. Er erscheint in einem fast orientalischen Costume. Füssly jun. gibt eine weitläufige Biographie des Pastors, und Hof- rath Pockels kündigte 1800 ebenfalls eine Lebensgeschichte dieses Mannes an, welche aber nicht erschien.
G. W. Weise stach nach ihm die Ansicht der Rosstrappe am untern Harz, gr. qu. fol.
Prospekte. von Pyrmont, 8 Blätter von C. G. Geyser für Mar- cuard's Beschreibung der Bäder von Pyrmont (1784) radirt, 8.
Eigenhändige Radirungen.
Wir haben von diesem Meister eine seltene Folge von 11 nummerirten Landschaften mit Kühen, Ziegen, Schaafen, Hirten etc. Der Künstler hatte wenig Uebung im Radiren, und die Pat- ten sind theils zu stark, theils zu schwach geätzt. Er bezeichnete die Blätter mit dem Namen: F. Weitsch inv. et fecit, und die Nr. 7 trägt die Jahrzahl 1766, qu. 8., qu. 4.
u. 4. 3) Zehn schöne Landschaften mit Schafen und Lämmern. J. F. Weitsch f., qu. 8, 4) Drei Landschaften mit Ziegen, und eine vierte mit Scha- fen, zarter und geistreicher radirt, als die obigen Blätter, J. F. Weitsch inv. et fecit., qu. 8,
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