Weitsch, Friedrich Georg

Weitsch, Friedrich Georg, Historien- und Landschaftsmaler , der Sohn des Pascha Weitsch, wurde 1758 zu Braunschweig ge- boren, und musste sich den Wissenschaften widmen, so dass er als Student nur Abends bei Licht zeichnen konnte. In Müsses- tunden copirte er aber Zeichnungen seines Vaters, und zeichnete noch mehr nach dessen Gypsmodellen von Thieren, wodurch er auf jene Bahn geleitet wurde, auf welcher Pascha Weitsch seinen Ruf gründete. Im Jahre 1776 kam er nach Cassel , wo ihn W. Tischbein aufnahm. Er copirte da einige Bilder von Potter und Rosa di Tivoli, und diese Meister blieben vor allem sein Vor- bild, da er für Landschafts- und Thiermalerei entschieden hatte. Nach seiner Rückkehr nach Braunschweig fand er in der Siob- wasser'schen Lackirfabrik Beschäftigung, indem er Landschalten auf Teller und Tischplatten malte, welche damals grossen Ab- satz fanden. Im Jahre 1780 musste er sich aber wider Willen zum Bildnissmalen hequemen, was ihm Anfangs gar nicht gelingen wollte, da er kein Leben in die Farben brachte. Endlich aber (1788) musste er auf Befehl des Herzogs Bildnisse hoher Personen von A. Graff copiren, auch andere Personen nach dem Leben mal- len, und Werke von Spagnoletto und Rubens nachbilden, was auf seine Ausbildung einen so wohlthätigen Einfluss hatte, dass er selbst als Portraitmaler Aufmerksamkeit erregte, und in der Folge Ruhm erwarb. Im Jahre 1784 begab er sich mit seinem Bru- der nach Italien , um in Rom , Neapel und Florenz die Antike und die Werke der neueren italienischen Malerschulen zu studi- ren. Bei dieser Gelegenheit copirte er in Florenz mehrere Künst- ler Bildnisse in der Tribune, und Rafael's Bild der Madonna della Sedia. Diese Copie gelang ihm sehr wohl, so dass sie der Grossherzog Leopold erwarb, um damit seiner Schwester in Spanien ein Geschenk zu machen. Dieser erlaubte auch dem Künstler eine zweite Copie für sich zu machen, und gab ihm den weiteren Auftrag, eine Skizze zu seinem eigenen lebensgrossen Bildnisse für den Sitzungssaal in Pisa zu malen. Diese Bestellung wurde indessen hintertrieben, und der Künstler kehrte mit der Skizze nach seiner Heimath zurück. Jetzt malte er in Braunschweig meistens Bildnisse, darunter jenes des Abtes Jerusalem, und seines Vaters (1790). Der Pascha Weitsch ist lebensgross im Schlafrock dargestellt, wie er die Rechte auf einen weissen Pudel legt. Die- ses Bild sieht man seit 1830 in der akademischen Gallerie zu Ber- lin. Von zwei anderen grossen Bildnissen merkwürdiger Personen stellt das eine den russischen Artillerie-Generals von Meyendorf im Pelzrocke vor dem Zelte, das andere den Erbprinzen von Braunschweig zu Pferd dar. Im Jahre 1794 erregte auf der Kunst- ausstellung zu Berlin das Bildniss des Pascha Weitsch, und die Copie der Madonna della Sedia solchen Beifall, dass der Minister von Heynitz den Künstler aufforderte, nach Berlin zu kommen. Er stellte ihn dem Kronprinzen vor, und schon war beschlossen,

Stiche nach Werken dieses Meisters,

Friedrich Wilhelm der Grosse und seine Gemahlin Dorothea in einer Batterie vor Ahlheim, Geschabt von J. Freidhof, qu. roy. fol Freiherr C. A. von Hardenberg, geschabt von H. Sinzenich, s. gr. fol. J. J. Engel, halbe Figur, in schwarzer Manier von J. Freid- hof, gr. fol. C. A. Tiedge, Brustbild, von J. Gottschick gestochen, fol. Derselbe, lith. von Kraft, fol. Friedrich der Grosse und Paul Petrowitsch bei ihrer Zusam- menkunft in Berlin 1776. In Aquatinta von D. Berger, qu. fol. Preussens glorreiches erstes Jahrhundert, in Bildnissen der ers- ten Könige. In Aquatinta von D. Berger 1800, fol. Kaiser Alexander, Friedrich Wilhelm und seine Gemahlin am Sarge Friedrichs des Grossen. In Aquatinta von D. Berger 1806 gr. fol. Deutschland vom Frieden gerüstet. In schwarzer Manier von J. Freidhof 1801, fol. Die Befreier Europa's, gest. von D. Berger 1814, gr. fol. Mater dolorosa, lith. von Kraft, fol. Der Tod der Comala. Im Umriss in Reveil's Musce, 8. Die kleine Minette. Kind mit der Katze. Geschabt von J. Freid- hof, gr. fol.

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