Wehrsdorfer, Johann Nicolaus, Glasmaler , wurde 1789 zu Finkenau (Oberfranken ) geboren, und kam 1802 nach Schney in die Porzellanmanufaktur des Malers Nepert Julius in'die Lehre. In dieser Anstalt wurden sogenannte Türkenbecher gefertigt, wel- che mit Blumen und Arabesken bemalt in grosser Anzahl nach der Türkei gingen. Im Jahre 1806 ging er mit Julius nach St Petersburg, trennte sich da aber von dem Meister, da er in der K. Porzellan-Manufaktur Aufnahme fand; allein die Kriegsunruhen zwangen ihn nach Jahresfrist zur Rückkehr nach Deutschland , wo er in mehreren Manufakturen arbeitete, bis er endlich 1814 an der Porzellan-Malerei-Anstalt in München Anstellung fand. Er malte Landschaften auf verschiedene Gefässe, mehrere gross Vasen für den König Maximilian und den Herzog von Leuchten- berg, Caffee-Service, die nach Wien, Darmstadt , Russland u. s. f. gingen, und führte auch mehrere Jahre die Aufsicht über des Schmelzofen. Bei der Gründung der Glasmalerei-Anstalt widmete er dieser seine Thätigkeit, da ihn der chemische Theil der Glas- malerei besonders interessirte. Es gelang ihm auch mit vieler Anstrengung und Ausdauer, und ohne alle Unterstützung, neue Farben zu bereiten, die neben jenen des geheimnissvollen Frank ihre Festigkeit erprobten. Nebenbei malte er auch auf Glas, wie die Vermählung der heil. Jungfrau nach Rafael, zwei Apostel nach Dürer, eine Madonna nach Luini für die Gebrüder Boisserée und Bertram. Auch an den neuen Fenstern für den Dom in Regen- burg malte er Figuren und Ornamente nach den Cartons von Schorn. Später legte er die Hand an die herrlichen Glasmalereien der neuen Kirche in der Au bei München. Die übrige Zeit wendete er aber auf die chemische Farbenbereitung, so dass nach dem Ab- gange Frank's dieser Theil der Technik von Wehrsdorfer und Ainmüller besorgt wurde, und viele unter Frank nie gekannte Resultate lieferte. Die letzte Zeit nahm die Farbenbereitung die Zeit des Künstlers ausschliesslich in Anspruch, und er war unter Ainmüller's Vorstandschaft Aufseher der Schmelzerei. Seine Bemühungen waren von dem glücklichsten Erfolge gekrönt, und man betrachtete daher 1826 seinen Tod als einen Verlust für die Anstalt. Durch Ainmüller sind aber alle Vortheile und Erfahrungen gesichert; die Glasmalerei-Anstalt in München ist im Stande das Höchste zu leisten.
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