Wegelin, Adolph

Wegelin, Adolph, Architekturmaler, wurde 1810 in Cleve gebo- ren, und machte seine Studien auf der Akademie in Düsseldorf. Anfangs sich der Landschaftsmalerei widmend, wirkte die An- schauung der Klassischen Architektur des Mittelalters im Rhein- lande der Art auf den Künstler, dass er sich entschieden für das Fach der architektonischen Darstellung bestimmte. Schon 1831 und 32 sah man von ihm auf den Ausstellungen zu Düsseldorf und Berlin schöne Bilder dieser Art, und später erregte er auch in München mit seinen Werken Beifall, da er daselbst von 1835 — 36 seiner weiteren Ausbildung oblag. An den Rhein zurückgekehrt lebt er seit 1853 in Cöln , wo er eine grosse Anzahl von Werken ausführte. Er stellte verschiedene Stadtheile und Kirchen in Öl- gemälden dar, und nebenbei entstanden auch mehrere andere ar- chitektonische Compositionen. Über diese Bilder sprach sich die Kritik höchst günstig aus, wie in den Berichten der Cölner Zei- tung von 1830 — 48, im Rheinischen Beobachter und in der All- gemeinen Zeitung 1845, in den Rheinischen Provinzialblättern 1837 etc. Der König Friedrich Wilhelm IV. von Preussen, ein beson- derer Verehrer der mittelalterlichen Architektur, besitzt von We- gelin viele architektonische Zeichnungen in Aquarell. Er befahl dem Künstler , die alt-christlichen Bauwerke Cölns bildlich aufzunehmen. Schon in dem genannten Jahre erwarb der König ein Album der Kirche von Altenberg. Die Aquarellen im Besitze des Königs und der Königin von Preussen bilden eine interessante Sammlung, da sie in gewissenhafter Genauigkeit architektonische Denkmäler enthalten, welche in früher oder späterer Zeit dem Verderben entgegen gehen. Die malerische Auffassung in strenger Verbindung mit echt archäologischer Bearbeitung machen diese Aquarellen zu einer ganz eigenthümlichen Erscheinung, auf wel- che die Kunstgeschichte hinweisen muss. In der Cölner Zeitung von 1842, 45, 47 und 50, dann im Domblatte von 1844 u. 49 sind nähere Mittheilungen. Ferner ist ein Prachtalbum mit ma- lerischen Darstellungen des Schlosses Brühl zu erwähnen. We- gelin führte es 1846 für den König von Preussen aus, und dieser übersandte es der Königin Victoria von England zur Erinnerung an ihren Aufenthalt im Schlosse. Vgl. Cölner Zeitung 1846, und Elberfelder Zeitung 1845. In der neuesten Zeit wendete Wegelin dem Dom in Cöln seine Aufmerksamkeit mehr als je zu. Ein Aquarellwerk im Besitze des Königs zeigt in mehreren Blättern die zukünftige malerische Vollendung des inneren Domes nach dem von dem Baumeister Zwirner ergänzten Plane. Dann arbei- tete er (1850) für den König einige Motive der äusseren grossar- tigen Chor Strebepfeiler aus, welche, wie in der Wirklichkeit, so auch bildlich aufgefasst, einen wunderbar ergreifenden Eindruck

hervorbringen.

Wir haben nach seinen Zeichnungen auch eine Folge von drei

Litheographischen Blättern zur Erinnerung an die Kirche zum Capi-

tol in Cöln, 1) Der Kreuzgang der Kirche, lith. von Burm., 2) Die Seitenansicht des Chores, lith. von A. Brandmayer. 3) Die Salvator-Capelle der Kirche, lith. von demselben. Rouargue stach nach ihm die Ansicht des Cölner Domes in seiner Vollen-

Naglers' Künstler-Lex. Bd. XXI, 14

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