Weenix, Jan, Maler, wurde 1644 zu Amsterdam geboren, und von seinem Vater Jan Baptista unterrichtet. Er verlor aber diesen als Jüngling von sechszehn Jahren durch den Tod, gleichwohl war er schon so weit in der Kunst, dass fortan die Natur seine Leh- rerin seyn konnte. Anfangs copirte er die Werke seines Vaters bis zur Täuschung, und dann ahmte er ihn auch in eigenen Com- positionen so genau nach, dass es schwer hält, die Gemälde beider Künstler zu scheiden. Er umfasste dasselbe Gebiet, wie der Vater, Man findet historische Darstellungen, Bildnisse, Genrebilder, Ar- chitektur, Landschaften mit Figuren und Thieren, Blumen und Früchte, und besonders Jagdstücke von ihm gemalt. In der Dar- stellung von lebenden und toten Thieren erreichte er den Gipfel der Kunst. Sein todes Geflügel ist eben so getreu und meister- haft gemalt, als sein lebendes Federvieh. Die jagdbaren Thiere erscheinen im Leben und im Tode in unübertrifftener Wahrheit.
— Doch zeichnete Weenix auch die menschliche Figur in jeder Lage richtig, ohne Affektation, so wie er sie im Leben vorfand. Es ist aber nicht immer möglich, seine Werke von jenen des Vaters zu unterscheiden, wenn nicht Name und Jahrzahl den Ausschlag geben. In den Gemälden des älteren Weenix herrscht ein graulicher Ton, Jan Weenix erkannte aber bald diesen Mangel, und sein glück- licher Sinn für Schönheit der Farbe half ihm denselben zu über- winden. In den Werken seiner künstlerischen Reife ist daher die Farbe von grösster Kraft und Wärme. Dabei führte er auf das fleissigste aus, und jeder Pinselstrich verräth den geistreichen und geübten Meister.
Weenix lebte längere Zeit am Hofe des Churfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. Auf Befehl dieses Fürsten schmückte er von 1712 — 1714 drei Säle des Schlosses Bensberg bei Köln mit Gemälden aus, welche jetzt in der Gallerie zu München sind. Im ersten Saale sah man todtes und lebendiges Geflügel, im zweiten allerlei todte und lebendige vierfüssige Thiere mit Jagdzeug, so wie Jagden auf Hirsche, Rehe, Sauen etc., und den dritten Saal füllten Landschaften mit Figuren und Thieren, und Seestücke. Alles in grösster Naturwahrheit und mit meisterhaftem Pinsel gemalt. Auch zu Amsterdam findet man in vornehmen Häusern herrliche Bilder von ihm, wie in der Nieuwe Heerengracht auf der Plantage, dem Besitzthum des Ritters Wiselius, Mitglied des niederländischen
Dieser Meister starb zu Amsterdam 1710. In den Werken von Descamps, van Gool und Immerzeel findet man das Bildniss des- selben. Es hat mit jenem des Vaters keine Ähnlichkeit. Dieser trägt noch das frühere holländische Costüm mit dem runden Hut. Weenix jun. hatte aber die grosse französische Locken-Perücke angenommen.
Wir finden folgende Blätter nach ihm erwähnt:
Der Kesselflicker im Freien sitzend und rauchend. J. Finlay- son sc. Mezzotinto, gr. qu. fol.
La partie de Plaisir. N. Delaunay sc., s. gr. roy. qu. fol.
Die Composition dieses Blattes wird von Einigen dem älteren Weenix zugeschrieben, und desswegen haben wir im Artikel des- selben darauf hingewiesen.
Zwei Landschaften, gest. von A. van der Haer,
Die Blätter im Düsseldorfer-Galleriewerk, von Ch. van Me- chel, kl. fol.
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