Wechinger, Jeremias, Maler von Ansbach , wurde 1571 Bürger in Nördlingen , und erwarb sich den Ruf eines tüchtigen Künstlers. Er malte 1504 an der Hauptfacade des Rathhauses daselbst die Schlacht der Amalekiter, und an der Hinterseite mit Jesse Herlein eine andere Darstellung. Auf diese Arbeiten macht Fiorillo I. 334 aufmerksam, ohne weitere Angabe eines anderen Werkes. Wir wissen aber auch von einem schönen Bilde des Abendmahles auf Holz gemalt, welches in letzterer Zeit der Buchhändler Hess in Ellwangen besass. Unter den Aposteln kommen Luther, Melanch- ton und Zwingli vor, und wahrscheinlich sind auch andere Figu- ren Portrait. Dieses Gemälde trägt das durch Brulliot I. 2540 be- kannte Monogramm des Meisters, welches Meusel (Museum I. 1 331) irrig auf Wilhelm Herlein deutet, da es aus den Buchstaben H W. besteht. Dass der Maler Jeremias heisse, behauptet Fiorillo; das H. müsste demnach mit Hieremias erklärt werden, wenn We- chinger nicht Hieronymus geheissen hat. Dass aber der Ansbacher Wechinger das Bild gemalt habe, scheinen auch die Buchstaben ON über dem Monogramm zu beweisen, indem wir darin die Be- zeichnung der Stadt Ansbach (Ansbach) erkennen, obgleich zwi- schen den Buchstaben ein Kleeblatt als Verzierung angebracht ist. Unter dem Monogramme steht eine Eule von anderen kleinen Vö- geln umgeben. Brulliot I. c. kennt auch ein gestochenes Blatt mit dem er- wähnten Monogramm, glaubt aber, es sei von Peter Weinher nach Wechinger's Zeichnung gestochen. Wir halten dieses Blatt für eigenhändige Arbeit des Malers, da wir noch andere Blätter mit diesem Zeichen kennen, ohne Angabe des Stechers, oder eines Zeichens, welches auf Weinher oder einen anderen Meister schlies- sen liesse; \ )
- Eine Trophäe von verschiedenen Waffen in runder Einfas- sung, dabei vier Genien und zwei weibliche Figuren, wel- che die Zeichen des bayerischen Wappens tragen. Diese Trophäe ist an einem grossen ornamentirten Pfeiler ange- bracht. Oben ist das Täfelchen mit der Jahrzahl 1550 und im Cartouche über der Trophäe steht: Mit der Zeit. Ein zweiter Cartouche der Breite des Blattes nach ist von zwei Satyren unterstützt. Ueber der männlichen Büste steht das Monogramm. Höhe der oben abgeründeten Platte 12 Z. Dieses Blatt beschreibt Brulliot. Die folgenden fügen wir
bei. Sie tragen dasselbe Zeichen, welches aber auch Hans Weyher bedeuten könnte;
Das Wappen des Hauses Brandenburg. Mit dem Mono- gramm 1581. H. 17 Z. 9 L., Br. 13 Z.
Das Wappen von Trier. Mit dem Monogramm 1581. B. 17 Z. 9 L., Br. 12 Z. 10 L.
Das herzoglich bayerische Wappen. Mit dem Monogramm.
- H. 20 Z. 4 L., Br. 15 Z.
- Das königlich böhmische Wappen. Mit dem Monogramm.
- H. 20 Z. 3 L., Br. 15 Z.
Vechtelin, s. Vuechtelin.
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