Waterloo, Anton

Waterloo, Anton, Maler und Radierer , wurde nach der gewöhnlichen Annahme um 1618 zu Utrecht oder in Amsterdam geboren; allein es ist nur sicher, dass er auf einem Dorfe zwischen Maarsen und Breukelen gearbeitet habe. Die Umgebung lieferte ihm den Stoff zu seinen Gemälden und Radierungen, welche daher wenig Ab- wechslung bieten, und den Eindruck ländlicher Ruhe und Wald- Einsamkeit machen. Seinen Gemälden wäre auch größere Kraft und Haltung zu wünschen, wodurch wir aber nicht sagen wollen, dass sie als untergeordnete Werke erscheinen. Waterloo malte die Natur seines beschränkten Gesichtskreises getreu und ohne Zuthun, ohne irgend eine Prätension. Die Figuren und Thiere sind, gewöhnlich von der Hand des J. Weenix, da sie ihm nicht wohl geriethen. Dagegen malte er die Bäume und Pflanzen mit großer Leichtig- keit. Das Spiel des Lichtes auf dem Laubwerke, im Wasser und auf den Flächen, die Lüfte und Fernungen malte er aber fast so schön und fein, wie irgend ein anderer großer Landschaftsmaler sei- ner Zeit. Er ist dem Swanevelt verwandt, aber ohne ihn im Ge- schmack, und in Kraft der Phantasie zu erreichen. Anmuth und Eleganz fand er auf seinem stillen Dorfe nicht. Seine Gemälde sind indessen selten; in größerer Anzahl findet man Zeichnungen, welche mit schwarzer Kreide und in Tusche ausgeführt sind. In den Gallerien zu Dresden , Wien , München , Berlin , Gotha , Lu- tonhouse, und in der Gallerie Beckford zu London sind Gemälde von ihm, und ausserdem kommen nur wenige Werke dieser Art vor.

Dagegen sind seine Radierungen häufig, nur nicht mehr in alten, vorzüglichen Abdrücken. Diese Blätter gehören zu den Lieblingsgegenständen der Kunstliebhhaber, da Waterloo auf wun- derbare Weise es mit der Nadel dem Pinsel gleichthat, nur dass ihm statt des Farbenspiels Schwarz und Weiss zu Gebote stand. Dünne Bäume, mit dem zu zittern scheinenden Blätterwerk, sind mit ausserordentlicher Leichtigkeit und Naturtreue hingemacht. Der Wechsel von Hell und Dunkel berührt das Auge auf das Angenehmste, und die stille Harmonie reisst zur Bewunderung hin.

Man kann indessen nur nach alten Abdrücken die grosse Schönheit dieser Aetzarbeiten fühlen, wo sie die ursprüngliche Zartheit und die angenehme Harmonie des Silbertones bewahren. Später wurden fast alle Platten mit der Schneidnadel retouchirt und auf- geätzt, oder mit dem Stichel überarbeitet. Die Abdrücke von sol- chen Platten sind schwärzer, aber auch roher und monoton. Die wunderbare Harmonie, welche ursprünglich über die Blätter sich verbreitete, ist verschwunden. Doch unternahm Waterloo selbst Verschiedene Retouchen, wie man aus den Probedrücken, oder in den reinen Aetzdrücken ersieht. Die meisten dieser Blätter sind

Waterloo hatte viel gearbeitet, aber geringen Erwerb. Er starb im St. Hiobs-Spital zu Utrecht 1660, 1671 oder 1679, wie man an- gegeben findet.

J. G. Thelott stach Landschaften nach ihm, freie Copien nach Radierungen des Meisters, qu. fol.

Landschaft mit Steg und Viehheerde, H. 2 Z. 8 L., Br. 5 Z.

Flussansicht mit altem Gemäuer. H. 3 Z. 6 L., Br. 5 Z. Diese beiden Blätter sind von B. Schreuder für sein Zeich- nungswerk meisterhaft copiert.

Landschaft mit Jäger, lith. von Wölffle für das Münchner Galleriewerk, qu. roy. fol.

The Morning. Landschaft mit einer Brücke, gest. von Austin. Vergrösserte Copie von Nr. 28, gr. qu. fol.

Zwei Landschaften, gest. von Balzer, Vergrösserte Copien von Nr. 16 und 18, gr. fol.

" Eine Hütte mit Bauern, nach einer Zeichnung, von Guyot gestochen, gr. 8. .

Landschaft mit einem Dorfe am Wasser, radirt von J. F. Christ, qu. 8.

Folge von 6 kleinen Landschaften, gestochen von Vivares, qu. 8.

Das Dorf am Wasser, radirt von A. (Amalie von Sachsen- Weimar), 8.

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