Watelet, Louis Étienne

Watelet, Louis Étienne, Landschaftsmaler , wurde 1780 zu Paris geboren, und sollte sich nach dem Wunsche seines Vaters, eines Offiziers, der Handlung widmen. Allein Watelet war zur Kunst geboren, welche im Comptoir keine Pflege fand. Er verliess daher

die Rechenbücher, um seiner unabweisbaren Neigung zur Malerei zu folgen, in welcher die Natur seine einzige Lehrerin war. Sein Talent überwand aber alle Schwierigkeiten, welche um so grösser wurden, da Watelet das ganze Gebiet der Malerei für sich zu er- obern suchte. Er war mit der landschaftlichen Scenerie nicht al- lein zufrieden, selbst die Geschichte musste ihm ihre Perioden aul-

Im Jahre 1810 wurde dem Künstler als Decennal-Preis die grosse goldene Medaille des Instituts zu Theil, und 1822 unter- nahm er eine Reise nach Italien , wo er Stoff zu weiteren Pracht- bildern fand. Eines der grössten ist die Ansicht des Sees von Nemi, welche 1823 auf der Ausstellung im Louvre das Publikum bezau- berte. Auch König Karl X. war so überrascht, dass er dem Künstler vor dem Bilde den Orden der Ehrenlegion anheftete. Das Gemälde kam in den Besitz der Gräfin von Baraguay d'Hilliers. Eben so meisterhaft ist seine Ansicht der Cascatellen von Tivoli, welche in demselben Jahre zur Ausstellung kam. Doch hatten die italieni- schen Eindrücke den Sinn für die vaterländische Natur nicht geschwächt; Watelet zeigte im Gegentheil noch in demselben Jahre, dass auch Frankreich reich an malerischen Stoffen sei. Der Herzog von Orleans, der nachmalige König Louis Philippe, erwarb 1824 eine Ansicht des Parkes von Meullly, und noch mehrere an- dere Bilder gingen in der Folge in seinen Besitz über. Die Werke Watelet's waren von jeher sehr mannigfaltig; wo nur ein interessanter Punkt in irgend einem Departement sich vorfand, wusste ihn der Künstler zu fassen. Desswegen sind auch seine Aquarellzeichnungen sehr zahlreich. Sie enthalten reizende Ge- mälde, Ansichten von Städten, Schlössern, Dörfern etc., und können mit den Oelgemälden wetteifern, da mehrere von ausser- ordentlicher Tiefe der Farbe sind. Andere Aquarellen bieten da-

Stiche und Lithographien nach Chev. Watelet.

Napoleon's Empfang in Ludwigsburg, gest. von Winkeles für Gavard's Galleries hist. de Versailles, kl. qu. fol.

Regen und Sonnenschein, Ansicht einer Fabrikstadt in der Normandie, nach dem Bilde bei Ph. Hallborn in Berlin von J. Tempeltei lithographirt, roy. qu. fol.

Das Dorf im Gewitter, lith. von J. Tempeltei, roy. fol.

Die Mühle in der Normandie, lith. von Tempeltei, gr. fol.

Das Bild ist im Besitze des H. Mitscher zu Berlin und nicht größer, als die Lithographie.

Landschaft mit einer Hütte unter Bäumen am Wasserfall, von Watelet selbst lithographirt. Rechts unten in der Ecke: Watelet, Bl. fol. Im neuen Druck in Chabert's Vie des peintres,

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