Warenberger; Simon, Landschaftsmaler , wurde 1760 zu Pullach bei München geboren, und von J. G. Winter unterrichtet, wel- cher ihm aber nur im Zeichnen und Radiren Vorschub leistete. Später besuchte er die Akademie der Künste in München, um sich in der Malerei auszubilden, was ihm in dem Grade gelang, dass er zum Pensionär dieser Anstalt ernannt wurde. Jetzt unternahm er eine Reise nach Oesterreich und Italien , wo er eine bedeutende Anzahl von Zeichnungen fertigte, welche eben so sehr geschätzt wurden, als seine Gemälde. Der grösste Theil seiner Oelbilder entstand in München, wo der Künstler eine Reihe von Jahren thätig war, und neben Dillis, Dorner, Kobell, Conzola und Wa- genbauer seinen Ruf behauptete. Er malte Landschaften, häufig Alppartien, und verschiedene Ansichten mit Figuren und Thie- ren staffirt. Im Jahre 1824 ernannte ihn die Akademie in Mün- chen zu ihrem Mitgliede, und der König Maximilian ertheilte ihm den Titel eines Hofmalers, so wie er auch mehrere Gemälde von ihm erwarb. Starb zu München 1847. Joseph Hauber hat sein Bildniss gemalt und radirt, 4°.
Warenberger hat auch mehrere Blätter radirt und lithographirt. Seine Kreidezeichnungen auf Stein gehören grösstentheils zu den Incunabeln der Lithographie , und stehen den landschaftlichen Ar- beiten von Wagenbauer, Dorner u. A. nicht nach.
Eigenhändige Radirungen.
Vier Kinder im Walde, welche einem am Fusse des Baumes hingestreckten Greis zu Hülfe kommen. Der einer der beid- en Knaben reicht ihm Wasser, und die beiden Mädchen betrachten den Unglücklichen. Links unten: S. Warenber- ger inv. et sculp. 1790. Seltenes Blatt, H. 5 Z. 3 L., Br. 3 Z. 4 L.
Felsige Landschaft mit Wasserfall in S. Rosa's Manier, sel- tene Copie nach Dietrich (Heinecke, Dict. d. A. pag. 997 Nr. 9, a, oder Linkh's Catalog), 4u. 8.
Eine Landschaft mit Bäumen, Copie nach Waterloo, gr. 8°.
Waldgegend mit Felsen (die Felsenwand bei Berg am Würm- see), am Hügel der Schathirt die Flöte blasend, S. Warer- berger sc. 1790. H. 9 Z. 3 L., Br. 6 Z. 10 L.
Im frühen Drucke ohne Namen und Zeichen.
Zwei bergige Landschaften. S. Warenberger fec., qu. fol.
Alt-Brennbühel bei Imst in Tyrol, und die Wasserküche bei Brennbühel, 2 Blätter nach Zeichnungen von Kapeller radirt, und dann in Aberli's Manier colorirt. Diese Blätter schienen 1804 im Industrie - Comptoir zu Wien, H. 14 Z.
Folge von 12 Ansichten aus Bayern, nach Zeichnungen von G. Dillis, im Umriss radirt und zum coloriren bestimmt, Diese Folge erschien bei Artaria in Mannheim und kostete ausgemalt 99 fl. H. 10 Z. 8 L., Br. 106 Z.
Wolfrathshausen. 2) Miesbach. 3) Das Schloss Brandenburg. 4) Das Schloss Hohenaschan., 5) Der See bei Seefeld. 6) Der Ammersee, 7). Das Kloster Tegernsee, 8) Zwei Ansichten aus dem englischen Garten in München. 9) Traunstein. 10) Reichenhall. 11) Der Würmsee. 12) Der Chiemsee,
Trachten aus Tirol, nach Zeichnungen von Kapeller radirt, und zum Coloriren bestimmt, Dieses Werk besteht in 4 Heften zu 4 Blättern, und erschien 1804 zu Wien im Industrie - Comptoir.
Original-Lithographien.
Landschaft mit einem See, und einem Schlosse (Seefeld) links oben auf dem Berge. Letzterer ist mit Bäumen bewachsen, und unter dem grösseren zeigt sich ein Kahn im Wasser, in welchem zwei Männer beschäftigt sind. Rechts auf der in den See reichenden Erdzunge erheben sich — Bäume. Allererster lith. Versuch des Künstlers (um 1801), ohne Namen, kl. qu. fol.
Landschaft mit Staffage. In der Sammlung von Original- Handzeichnungen bayerischer Künstler, München 1818, gr. qu. fol.
Eine Folge von 6 Lithographien mit Ansichten aus Bayern, am Kochelsee, Würmsee, in der Jachenau, an der Isar etc. S. Warenberger del. 1800. Diese Blätter sind flüchtig mit der Feder auf Stein gezeichnet, und selten zu finden, qu. fol.
Folgende Blätter sind in Kreidemanier behandelt:
- Lenggries in Oberbayern. Warenberger del., qu. 4.
- Gegend bei Brandenburg. Id. del., qu. 4.
- Gegend am Starnbergersee, Id. del., gr. qu. 4.
- Gegend bei Garmisch, Id. del., kl. qu. 4.
- Gegend am Kochelsee. Id. del., kl. qu. fol.
- Ansicht von Benediktbeuern, Id. del., kl. qu. fol.
- Gegend bei Fischbachau, Id. del., qu. fol.
- Gegend am Schliersee, Id. del., qu. fol.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_bly19Wlc3NgC