Walther, Johann Philipp

Walther, Johann Philipp, Zeichner und Kupferstecher , wurde 1708 zu Mühlhausen bei Neumarkt in der Oberpfalz geboren, und erhielt seine Jugendbildung in Nürnberg . Das Zeichnen war da- mals nur Nebensache, endlich aber wählte er auf Anrathen seines Lehrers Rehberger die Kunst als Aufgabe seines Lebens. Er stand mehrere Jahre unter Leitung des Direktors Reindel, und übte sich während dieser Zeit mit der Nadel und dem Grabstichel . In Al- manachen, besonders im Frauentaschenbuch, findet man Blätter aus seiner früheren Zeit. Nach erlangter Selbstständigkeit lieferte er mehrere schöne Stahlstiche, und sofort viele andere gelungene Blätter. Seine besten Arbeiten zeichnen sich durch eine freie Be- handlung, und durch geistreiche Führung der Nadel aus. Er beab- sichtigte mehr das Malerische, als einen glänzenden Stich; Dann ist Walther auch durch schöne Aquarellzeichnungen be- kannt. Darunter sind mehrere Ansichten von interessanten Ge- bäuden und Kirchen Nürnbergs. Der Künstler beurkundet darin große Kenntnis der Perspektive, und Gefühl in der Wahl gün- stiger Standpunkte. Überdies zeichnete er berühmte Malwerke in schwarzer Kreide, und Porträts nach der Natur. Im Jahre 1857 wurde Walther als Zeichenlehrer an der Handelschule in Nürn- berg angestellt. Folgendes Unterrichtswerk gab er mit C. Heide- Joff heraus: Der kleine Anatom, oder Handbuch des figürlichen Zeichnens etc. Mit 20 K. Nürnberg 1850. 8. Zu seinen schönsten Stichen gehören folgende:

  1. Weibliches Bildniss, nach H. Holbein, kl. fol.

  2. Maria mit dem Kinde, nach Raphael; 8;

  3. Der Erzengel Michael, nach Raphael, Stahlstich, 4;

  4. Sechs Zinshoschen, oder Christus mit den Pharisäern, nach Correggio;

  5. Das Bäckermädchen, nach C. Kreul, für den Albrecht Dürer- Verein gestochen 1830. Hauptblatt; fol.

  6. Der Hochaltar zu Blaubeuern, geschnitzt von Syrlin, und gemalt von M. Schaffner und B. Zeitblom. Nach Heideoffs Zeichnung mit W. Wagner gestochen, gr. fol.

– Walther, Johann Thomas, Edelsteinschleifer, arbeitete um 1780 in Coburg, wurde aber von seinem Sohne Johann Ludwig über- troffen. Sie arbeiteten in harte Steine, und dann auch in verstei- nertes Holz. Ihre Werke fanden in Berlin Beifall;

muthlich auch Mathias Formschneider, oder zeichnete wenigstens auf Holzplatten zum Schnitte. Wir glauben, dass ihm auf Holz- schnitten die Buchstaben M. W. bei Brulliot II. 2074 und Bartsch IX, 434 angehören.

M. Walther arbeitete um 1510—40, und um diese Zeit fal- len auch die Holzschnitte. Thüring Walther ist der Sohn unseres Meisters. Ein jüngerer Glasmaler Mathias Walther war um 1620 thätig, vielleicht ein Nachkömmling der genannten Meister.

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